Basement, Tigers Jaw (16.02.16, Luxor, Köln; mit Bildergalerie)

Basement, Tigers Jaw (16.02.16, Luxor, Köln; mit Bildergalerie)

Die erste Europatour als Headliner gleich in ausverkauften Venues absolvieren. Das können gewiss nicht viele. Vor allem nicht, wenn beide Acts des Abends schon vor wenigen Wochen in derselben Stadt gespielt haben. Bei Tigers Jaw und Basement ist das nun trotzdem nicht das allergrößte Wunder, wo doch das neue Album („Promise Everything“) letzterer schon lange vor Veröffentlichung einen beachtlichen Hype bei Presse und Fans ausgelöst hatte. Der unglaublich breite Graben, der das Publikum im Luxor von den Musikern auf der Bühne trennte, hätte allein aus diesem Grund also kaum nerviger sein können. Zumal er den ohnehin schon raren Platz nochmal immens verkleinerte.

Allzu sehr ließen sich die Gäste davon freilich nicht die Stimmung vermiesen. Dem allseits bekannten Support Tigers Jaw gegenüber wäre das auch ungemein unhöflich gewesen, denn die Truppe hatte für ihren Auftritt ohne Frage jedes einzelne Klatschen verdient. Ein bisschen Grunge, ein bisschen Punkrock, ein bisschen Emo – Brianna Collins und Ben Walsh beherrschen diesen Mix einfach perfekt. Entsprechend hätte es auch keinen Tour-Partner für Basement geben können. Kamen die bei ihren Ansagen auch diesmal kaum aus sich heraus, war das Spektakel auf der Bühne allerdings reinste Energie. Ein begeistertes Publikum war die Folge.

Bei sah die Situation ein bisschen anders aus – wenn man denn dann tatsächlich etwas sehen konnte. Immerhin war das Luxor zu dem Zeitpunkt bis zum Bersten gefüllt. Gefeiert wurde Neues, Altes und noch Älteres – das britische Quintett lieferte während seiner knappen 50 Minuten Spielzeit ein wahres Hitfeuerwerk ab. Das einzige Manko: die Jungs haben offenbar die Zugaberufe nicht gehört. Wirklich enttäuscht war dennoch niemand. Basement gehören schließlich zu den Bands, bei denen man die Tränen der Trauer kaum zurückhalten konnte, als sie ihre Auflösung bekanntgaben und bei denen einem das Herz vor Freude bis zum Hals schlug als sie wieder zusammenfanden. Es ist eine Band, die die Massen begeistert, beeinflusst und für die man sich gerne ins heillos überfüllte Kölner Luxor quetscht, um dann von der Show kaum mehr als die Hinterköpfe bekannter und fremder Menschen zu sehen. Da bleibt nur noch zu hoffen, dass die Briten bald wieder den Weg auf das europäische Festland finden werden. Am besten auch gleich wieder mit Tigers Jaw.

Fotos: Kevin Schroeder

Autor Leonie Wiethaup
Wohnort Nähe Münster
Beruf PR-Assistenz
Dabei seit Februar 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, News, Gewinnspiele
Top-Alben Apologies, I Have None - London; The Wonder Years - No Closer To Heaven; Cold Reading - Sojourner; Shoreline - You Used To Be A Safe Place; Twoonacouch - And I Left
Die besten Konzerterlebnisse Jimmy Eat World @ Skaters Palace, Münster, Frank Carter & The Rattlesnakes @ Dour Festival, The M-Pire Strikes Back-Festival 2016

Kommentare

  1 kommentar

  1. I don’t know

    Schlechteste Konzert auf dem ich jemals war… Wellenbrecher, wie kann man nur bei so einer Show einen Wellenbrecher aufstellen…lächerlich.

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