City Light Thief, Supermutant, This April Scenery (19.03.16, Gebäude 9, Köln; mit Bildergalerie)

City Light Thief, Supermutant, This April Scenery (19.03.16, Gebäude 9, Köln; mit Bildergalerie)

Wie viele Dinge macht man im Leben 200-mal? Oder hat man bereits gar 200-mal gemacht? Abgesehen von der alltäglichen Routine natürlich. Sagt man so oft seinen Liebsten, dass man sie wertschätzt? Liest man vielleicht so oft seine Lieblingsgeschichte? Vielleicht verschläft man ja auch so oft und verpasst deswegen die Bahn Richtung Schule, Uni oder Arbeit. Alles möglich.
Seitdem City Light Thief unter genau diesem Namen durch die Lande ziehen und Musik machen – also seit 2009 – haben es die sechs Jungs auf 200 gespielte Shows gebracht und genau dieses Jubiläum wollten sie im geliebten Gebäude 9 in Köln feiern. Schön blöd nur, dass sie sich damit selber von Anfang an einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht haben, denn: Sie haben sich verzählt. Kommt vor, ist menschlich, trotzdem dezent ärgerlich. So wurde an dem Abend jedenfalls nicht „Konzert Zweihundert mit vielen Gästen“ gefeiert, sondern eher „Konzert Zweihundertzwei mit vielen Gästen“. Immerhin haben sie ihr Jubilar nicht zu früh abgehalten – soll ja Unglück bringen. Übel genommen wurde City Light Thief der kleine Rechenfehler aber nicht. Wäre bei diesem Programm auch unfair gewesen.

Mehr oder weniger pünktlich durfte der erste Support This April Scenery den Abend eröffnen und dieser erinnerte direkt und bis zum Schluss mit seinem Mix aus poppigem Alternative, Punkrock und auch ein wenig Hardcore stark an den Headliner. Das ist freilich nichts Schlimmes, für diesen hatten sich die schätzungsweise 200 bis 300 Zuschauer schließlich ins Gebäude 9 begeben und vielleicht war das ja auch der Grund dafür, dass es sich bereits so früh am Abend so viele Leute vor der Bühne gemütlich machten, aber doch wäre eine gewisse Vielfalt an klanglich unterschiedlichen Bands nicht zu verachten gewesen. Dem Publikum schien dies aber herzlich egal zu sein und belohnte die Band um den Produzenten Nico Vetter (u.a. City Light Thief) mit einer gehörigen Portion Applaus – verdientermaßen.

Mit der deutschsprachigen Formation Supermutant folgte daraufhin ein kleiner musikalischer Bruch. Auf Facebook bezeichnen sich die vier Jungs selber als Indie-/Punk-Band, in der Kölner Venue spielten sie aber vielmehr flotten Pop-/Rock mit kleiner Punkrock-Untermalung. Und mit zuweilen sehr kitschigen Texten a là „du hast in meinen Armen geweint“. Eine schöne Einladung zum Tanzen und Aufwärmen war es dennoch und im Anbetracht dessen, dass das Quartett vor allem für diese Show aus ihrem kleinen Winterschlaf hervorgekrochen war, hätten die Jungs auf der Bühne auch wohl kaum besser abliefern können. Als kleine Spezialeinlage holten sie sich sogar für einen Song gesangliche Unterstützung mit auf die Bühne: City Light Thief-Benjamin himself. Besser hätte die Vorfreude auf die Hauptband selber wahrscheinlich kaum gesteigert werden können.

Deren Show – die bislang größte, die sie je spielen durften, wie sie stolz verkündeten – begann damit, dass ihr Frontmann zerknirscht zugeben musste, dass sie sich verzählt hätten und ihr 200. Konzert bereits absolviert hätten. Ironische Buh-Rufe waren die Folge. Mit nicht weniger Sarkasmus gaben City Light Thief gekonnt zurück, dass man sich bestimmt irgendwo den Eintritt erstatten lassen könnte, wenn man wollte. Nach den über 90 Minuten Spielzeit hat dies aber wohl keiner in Erwägung gezogen. Das Sextett spielte sich durch ihre halbe Diskographie, lieferte Altes wie Neues mit derselben Qualität und Begeisterung ab und steckte die zahlreichen Gäste mit letzterer an.
Der Abend war mit „Konzert Zweihundert mit vielen Gästen“ angekündigt worden und diese „vielen Gäste“ waren nicht gar die Support-Bands, die Fans oder gar die kleine Musikprominenz in Form von Mitgliedern von Adam Angst, Fjørt oder KMPFSPRT, sondern die Gastmusiker, auf die City Light Thief an diesem Abend nicht verzichten wollten. Unter anderem war Supermutant-Sänger Jan bei dem Cover von Thees Uhlmanns „Die Toten auf dem Rücksitz“ dabei oder der Yellowknife-Frontmann bei „Younger You“. Gegen Ende der Show durften zudem ihre „Aushilfen“ auch mal ran.

Über 200-mal haben City Light Thief bereits unter diesem Namen gespielt und die Lust darauf haben sie ganz offensichtlich noch nicht verloren. Es scheint eher, als würde diese von Konzert zu Konzert und Platte zu Platte immer weiter ansteigen. Dann darf man auch sehr gerne mal den Überblick über die Anzahl der schon absolvierten Shows verlieren.

Fotos: Sebastian Igel

Unser Review zur aktuellen EP „Shame“ findet ihr hier:www.stageload.org/reviews/city-light-thief-shame

Unser Interview mit City Light Thief findet ihr hier:www.stageload.org/interviews/interview-mit-city-light-thief

Wie viele Dinge macht man im Leben 200-mal? Oder hat man bereits gar 200-mal gemacht? Abgesehen von der alltäglichen Routine natürlich. Sagt man so oft seinen Liebsten, dass man sie wertschätzt? Liest man vielleicht so oft seine Lieblingsgeschichte? Vielleicht verschläft man ja auch so oft und verpasst deswegen die Bahn Richtung Schule, Uni oder Arbeit. Alles möglich.Seitdem City Light Thief unter genau diesem Namen durch die Lande ziehen und Musik machen – also seit 2009 – haben es die sechs Jungs auf 200 gespielte Shows gebracht und genau dieses Jubiläum wollten sie im geliebten Gebäude 9 in Köln feiern. Schön blöd nur, dass sie sich damit selber von Anfang an einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht haben, denn: Sie haben sich verzählt. Kommt vor, ist menschlich, trotzdem dezent ärgerlich. So wurde an dem Abend jedenfalls nicht „Konzert Zweihundert mit vielen Gästen“ gefeiert, sondern eher „Konzert Zweihundertzwei mit vielen Gästen“. Immerhin haben sie ihr Jubilar nicht zu früh abgehalten – soll ja Unglück bringen. Übel genommen wurde City Light Thief der kleine Rechenfehler aber nicht. Wäre bei diesem Programm auch unfair gewesen.Mehr oder weniger pünktlich durfte der erste Support This April Scenery den Abend eröffnen und dieser erinnerte direkt und bis zum Schluss mit seinem Mix aus poppigem Alternative, Punkrock und auch ein wenig Hardcore stark an den Headliner. Das ist freilich nichts Schlimmes, für diesen hatten sich die schätzungsweise 200 bis 300 Zuschauer schließlich ins Gebäude 9 begeben und vielleicht war das ja auch der Grund dafür, dass es sich bereits so früh am Abend so viele Leute vor der Bühne gemütlich machten, aber doch wäre eine gewisse Vielfalt an klanglich unterschiedlichen Bands nicht zu verachten gewesen. Dem Publikum schien dies aber herzlich egal zu sein und belohnte die Band um den Produzenten Nico Vetter (u.a. City Light Thief) mit einer gehörigen Portion Applaus – verdientermaßen.
Mit der deutschsprachigen Formation Supermutant folgte daraufhin ein kleiner musikalischer Bruch. Auf Facebook bezeichnen sich die vier Jungs selber als Indie-/Punk-Band, in der Kölner Venue spielten sie aber vielmehr flotten Pop-/Rock mit kleiner Punkrock-Untermalung. Und mit zuweilen sehr kitschigen Texten a là „du hast in meinen Armen geweint“. Eine schöne Einladung zum Tanzen und Aufwärmen war es dennoch und im Anbetracht dessen, dass das Quartett vor allem für diese Show aus ihrem kleinen Winterschlaf hervorgekrochen war, hätten die Jungs auf der Bühne auch wohl kaum besser abliefern können. Als kleine Spezialeinlage holten sie sich sogar für einen Song gesangliche Unterstützung mit auf die Bühne: City Light Thief-Benjamin himself. Besser hätte die Vorfreude auf die Hauptband selber wahrscheinlich kaum gesteigert werden können.
Deren Show – die bislang größte, die sie je spielen durften, wie sie stolz verkündeten – begann damit, dass ihr Frontmann zerknirscht zugeben musste, dass sie sich verzählt hätten und ihr 200. Konzert bereits absolviert hätten. Ironische Buh-Rufe waren die Folge. Mit nicht weniger Sarkasmus gaben City Light Thief gekonnt zurück, dass man sich bestimmt irgendwo den Eintritt erstatten lassen könnte, wenn man wollte. Nach den über 90 Minuten Spielzeit hat dies aber wohl keiner in Erwägung gezogen. Das Sextett spielte sich durch ihre halbe Diskographie, lieferte Altes wie Neues mit derselben Qualität und Begeisterung ab und steckte die zahlreichen Gäste mit letzterer an.Der Abend war mit „Konzert Zweihundert mit vielen Gästen“ angekündigt worden und diese „vielen Gäste“ waren nicht gar die Support-Bands, die Fans oder gar die kleine Musikprominenz in Form von Mitgliedern von Adam Angst, Fjørt oder KMPFSPRT, sondern die Gastmusiker, auf die City Light Thief an diesem Abend nicht verzichten wollten. Unter anderem war Supermutant-Sänger Jan bei dem Cover von Thees Uhlmanns „Die Toten auf dem Rücksitz“ dabei oder der Yellowknife-Frontmann bei „Younger You“. Gegen Ende der Show durften zudem ihre „Aushilfen“ auch mal ran.Über 200-mal haben City Light Thief bereits unter diesem Namen gespielt und die Lust darauf haben sie ganz offensichtlich noch nicht verloren. Es scheint eher, als würde diese von Konzert zu Konzert und Platte zu Platte immer weiter ansteigen. Dann darf man auch sehr gerne mal den Überblick über die Anzahl der schon absolvierten Shows verlieren.
Autor Leonie Wiethaup
Wohnort Nähe Münster
Beruf PR-Assistenz
Dabei seit Februar 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, News, Gewinnspiele
Top-Alben Apologies, I Have None - London; The Wonder Years - No Closer To Heaven; Cold Reading - Sojourner; Shoreline - You Used To Be A Safe Place; Twoonacouch - And I Left
Die besten Konzerterlebnisse Jimmy Eat World @ Skaters Palace, Münster, Frank Carter & The Rattlesnakes @ Dour Festival, The M-Pire Strikes Back-Festival 2016

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