Enter Shikari & Crossfaith

Enter Shikari & Crossfaith

Von der Insel auf die Insel! Enter Shikari wechselten für die Tour zu ihrem neusten Werk „A Flash Flood Of Colour“ wieder einmal den Kontinent und spielten ein paar Shows in Japan. So auch am 23. Februar in Tokyo im Ebisu Liquidroom.

Obwohl die Fans hierzulande über zwei Jahre warten mussten, bis sich Enter Shikari wieder die Ehre gaben Konzerte im Land der aufgehenden Sonne zu spielen, war der Liquidroom nicht ausverkauft. Jedoch hätte nicht viel zu einem komplett gefüllten Haus gefehlt. Das konnte die Stimmung auch nicht trüben, schließlich warteten mit Crossfaith als Einheizer nicht einfach nur eine normale Vorband auf die strahlende Menge. Sogar der ein oder andere Herr im Anzug wollte sich diese Show nicht entgehen lassen und kam deswegen direkt aus dem Büro in den Liquidroom. Die Japaner um Crossfaith haben es mit ihrem elektronisch eingefärbten Metal schon zu Ansehen in ihrem Heimatland gebracht und erst im letzten Jahr ein neues Album veröffentlicht. Dementsprechend hoch waren auch die Erwartungen an den kommenden Gig.

Pünktlich um 19 Uhr eröffneten Crossfaith den Reigen mit einem Paukenschlag. Der DJ beförderte sich selbst per Flick Flack mit anschließendem Salto auf die Bühne, was zu ersten Begeisterungsstürmen führte. Obwohl Tokyo für die fünf Jungs aus Osaka kein Heimspiel bedeutete, benötigte das Publikum keine Zeit um warm zu werden. Schon vom ersten Song an supportete das Publikum das Quintett aus Leibeskräften. So startete auch schon beim zweiten Song der erste Circle Pit, der die Band zu Hochtouren auflaufen ließ. Crossfaith machten es Enter Shikari wirklich schwer, ihre Performance noch zu toppen, obwohl die Band aus dem Vereinigten Königreich natürlich den Bekanntheitsbonus auf seiner Seite hatte. Auch optisch versuchten die Japaner zu überzeugen, so hatte beispielsweiße der Basser Schwarzlichtsaiten aufgezogen, die im richtigen Licht Neonorange leuchteten. Ein Eyecatcher, den sich eine Metalband auch nur in Japan erlauben kann. Mit dem Prodigycover „Omen“ erreichte die Stimmung im Saal dann den Siedepunkt. Die Jungs spielten diesen grandiosen Song aber auch mit einer Wucht, dass alle Dämme brachen. Nach rund vierzig Minuten waren die Jungs dann auch am Ende ihres Sets und überließen dem Hauptact die hungrige Menge.

Die Umbaupause war kurz und was Timing angeht wird in Japan alles sehr genau geplant. So klangen um genau 20 Uhr, begleitet von Jubelstürmen, die ersten Töne von „System…“ aus den Boxen. Natürlich eröffneten Enter Shikari anschließend ihr Set mit „…Meltdown“. Die Freude über den warmen Empfang war den Jungs wie ins Gesicht gemeiselt. Mit viel Energie zeigten sich die vier Herren ihren überschwänglich feiernden Fans. Das Set konzentrierte sich dabei meist auf das neuste Machwerk und so wurde auch für zwei Songs die Akustikgitarre ausgepackt. Aber natürlich durften alte Klassiker wie „Mothership“ oder das frenetisch gefeierte „Sorry, You’re Not A Winner“ auch nicht in der Setlist fehlen. Wie auch schon bei der Vorband dominierten Männer keineswegs die vorderen Reihen. Die anwesenden weiblichen Gäste scheuten sich keineswegs in die vorderen Reihen zu gelangen. Allgemein war der Frauenanteil für ein Konzert dieser Art sehr hoch. Das führte allerdings überhaupt nicht zu weniger Bewegung vor der Bühne, jedoch vielen die Mosheinlagen weniger aggressiv aus. Aber Japan wäre nicht Japan, wenn es nicht zu verwundern wüsste und so baute sich bei „Sssnakepit“ eine menschliche Pyramide vor der Bühne auf. Da staunten die Herren auf der Bühne nicht schlecht und streubten sich auch nicht ein Bad in der Menge zu nehmen. Nach zwei Zugaben (von der japanischen Edition des neuen Albums) fand der Gig dann nach über eineinhalb Stunden sein Ende und Enter Shikari entliesen zahllose freudestrahlenden Gesichter in die Tokyoter Nacht.

Alles in Allem ein rundum gelungener Abend. Vom Sound, über die Performance bis hin zur Stimmung bei den Fans war alles sehr stimmig und so dürften sich die meisten schon jetzt auf den nächsten Gig von Enter Shikari freuen. Auf ein baldiges Wiedersehen in Japan.

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
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Kommentare

  1 kommentar

  1. AnWi

    sehr sehr schöner Bericht!

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