Four Year Strong, Boston Manor, Storyteller (09.02.17, Gleis 22, Münster)

Four Year Strong, Boston Manor, Storyteller (09.02.17, Gleis 22, Münster)

2007 haben Four Year Strong ihr eigentlich zweites Album veröffentlicht: „Rise Or Die Trying“. „Eigentlich zweites“, weil die Herren ihr Debütalbum „It’s Our Time“ (2005) wegen dessen kleiner Auflage und roher Produktion oftmals gar nicht zu ihrer Diskographie hinzuzählen. Im Gegensatz dazu schien mit „Rise Or Die Trying“ ein Meilenstein geschafft zu sein. Four Year Strong wurden melodiöser, näherten sich bereits damals dem nun bekannten Sound an. Zehn Jahre ist es inzwischen her, dass dieser Meilenstein das Licht der Welt erblickt hat – der perfekte Grund für eine ausgedehnte Anniversary Tour!

Im Zuge dieser hatten sich die Herren auch in Münster angekündigt. An einem bitterkalten Donnerstagabend stand der Lieblingsort der hiesigen Punkrockszene, das Gleis 22, auf dem Programm. Eröffnen durften ihn die Dessauer Pop-Punker von Storyteller. Leicht hatten es die jungen Herren mit dem verwöhnten Publikum allerdings nicht. Der Grund: Hörte man in den vorderen Reihen eigentlich nur den Bass, wurde es nach hinten hin immer verschwommener – ein einziger Brei aus Gitarren, Bass und dem nur allzu präsenten Schlagzeug. Und ebendieses technische Manko verdarb nicht wenigen Anwesenden die Lust an dem generischen Pop-Punk. Die mitgeschleppten Freunde oder gar die Theke wurden so schnell um einiges interessanter als das, was sich da auf der Bühne abspielte.

Bei Boston Manor sah das schon ganz anders aus. Bewegung war das Stichwort – von den Briten gewünscht und von dem Publikum mehr oder weniger brav umgesetzt. Rundum glückliche Gesichter gab es freilich keine zu sehen. Der Grund: Die Hit-EPs „Driftwood“ und „Saudade“ wurden arg stiefmütterlich behandelt. Die Setlist prägte das im letzten Jahr erschienene und eher enttäuschende Debütalbum „Be Nothing“. Die Live-Versionen klangen zwar besser als vermutet, doch hätten ein paar Tracks von den Vorgängerwerken der Laune und Tanzfreudigkeit des Publikums sicherlich gut getan.

Four Year Strong bewiesen da schon ein glücklicheres Händchen. Wie im Vorfeld angekündigt, gaben die Herren „Rise Or Die Trying“ in Gänze zum Besten – jedoch ohne Bonustracks. Dabei sollte es allerdings nicht bleiben. Innerhalb etwa einer Stunde spielten sich die US-Amerikaner gefühlt durch ihre halbe Diskographie. Neben den Songs des Jubiläumsalbums stand so zum Beispiel auch „I Hold Myself In Contempt“ von ihrem 2015er-Album auf dem Programm, das nicht weniger gefeiert wurde. Pits, Stagedives und Scheinwerfer, die nicht nur einmal gehörig unter den Fans zu leiden hatten – Four Year Strong wurden mit allem, was im engen Gleis 22 realisierbar ist, belohnt. Ihr „Geschenk“ am Ende: Das Publikum auf die Bühne holen und die Fans singen lassen. Nette Idee, klang nur einfach nicht gut. Aber das ist bei Shows ja ohnehin Nebensache, solange Publikum und Band glücklich sind – und da gab es an diesem Abend kaum etwas zu beanstanden.

Unser Review zu Storytellers „Problem Solved“ findet ihr hier: http://www.stageload.org/reviews/storyteller-problems-solved

Unser Review zu Boston Manors „Be Nothing“ findet ihr hier: http://www.stageload.org/reviews/boston-manor-be-nothing

Unser Review zum aktuellen Album von Four Year Strong findet ihr hier: http://www.stageload.org/reviews/four-year-strong-st

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