Lollapalooza Festival 2017 – Fotos & Bericht (9./10.9., Berlin/Brandenburg)

Lollapalooza Festival 2017 – Fotos & Bericht (9./10.9., Berlin/Brandenburg)

Das Lollapalooza Festival hat innerhalb Berlins nicht unbedingt den besten Ruf. Ständig wechselnde Locations mit fehlenden Genehmigungen, genervte Anwohner und ein Lineup, das irgendwie alle anspricht, mit den internationalen Namensvettern aber nicht mithalten kann. Trotzdem konnte die diesjährige Ausgabe im Vorfeld mit namhaften Headlinern wie den Foo Fighters, Mumford & Sons oder auch The xx punkten. Und so meldete das Lollapalooza kurz vor Festivalstart dann auch „ausverkauft“ mit einer Rekordzahl von täglich bis zu 85.000 Besuchern, die weit über die Berlin-Brandenburg-Grenzen hinaus angereist kamen. Zum Vergleich: Beim Europaauftakt 2015 waren es „nur“ 45.000 Besucher pro Tag.

Die Gegenüberstellung mit dem Lollapalooza Festival 2015 könnte an dieser Stelle aufhören, wenn nicht viele der damaligen Fehler dieses Jahr wieder gemacht worden wären: Es gab zu wenige Toiletten, Essensstände mit langen Warteschlangen und nur mangelhafte Kommunikation seitens der Veranstalter – kein Handynetz, so gut wie keine Info-Anzeigen. Hinzu kamen am ersten Tag ein stundenlanger Stromausfall, der die Foodstände zusätzlich lähmte, sowie Soundprobleme: Die Beatsteaks waren in den hinteren Reihen teilweise nicht zu hören und George Ezra musste seinen Hit „Budapest“ für ein paar Sekunden komplett unterbrechen. Ganz zu schweigen vom An- und Abreisechaos, das viele Stunden Ausharren und einige Verletzte forderte (wir berichteten). Ziemlich blamabel für die FHRUG Festival GmbH als Veranstalter, die sich zwar entschuldigte, jedoch wenig einsichtig zeigte und einen Teil der Verantwortung an die generelle Infrastruktur und „behördliche Auflagen“ abschob. Ein paar zusäzliche Dixie-Klos für den zweiten Tag lösten das Grundproblem „Bands vs. persönliche Bedürfnisse“ nur marginal.

Zum Glück war es möglich, sich trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen zwei schöne Tage zu machen. Zu danken ist den auftretenden Bands, die größtenteils wirklich motiviert, spielfreudig und dankbar wirkten – vielleicht, weil es für viele der Abschluss der Festivalsaison und eine gute Promo für kommende Touren war.

TAG 1

Mein Samstag begann mit Bear’s Den auf der Main Stage, die vor verhältnismäßig wenig Publikum spielten – Regenschauer und das oben erwähnte Anreisechaos führten die meisten Besucher erst später aufs Gelände. Vielleicht mag es daran gelegen haben, dass in den hinteren Reihen der Funke nicht wirklich übersprang. Die melancholischen Songs der Briten wirkten auf der fetten Main Stage irgendwie deplatziert – dabei hatten sie vor zwei Jahren als Mumford & Sons-Support in der Waldbühne gezeigt, dass ihnen auch die großen Bühnen liegen. Schade!

Weiter ging es zu , mehr als Lückenfeller als aus Begeisterung. So ging es vermutlich vielen: Kann man mal sehen, muss man aber nicht. Selbst bei „Bologna“ kam nur begrenzt Stimmung auf. Da waren The Vaccines auf der Alterna Stage irgendwie „kuscheliger“ und begeisternder. Aber sie hatten halt auch schon gewonnen, weil sie mit Game of Thrones-Intro die Bühne betraten.

Wirklich los ging es für mich dann erst mit den , die eine erfrischend abwechslungsreiche Setlist boten: 16 Songs in 85 Minuten, davon nur vier Lieder vom in der Vorwoche erschienen Album „Yours“. Perfekt für alle, die die Band seit längerer Zeit begleiten und einfach nicht auf Klassiker wie „Let me in“ oder „Hey du“ verzichten wollen. Natürlich gab es auch das gewohnte Programm rund um Hinsetzen/Hochspringen und Singalongs. Langweilig war‘s trotzdem nicht. Mag man ihre Musik, mochte man die Show. Punkt.

Zum Kontrastprogramm ging es dann nebenan zu , der für viele den Höhepunkt des ersten Tages darstellte. Der Rapper legte sich auch wirklich ins Zeug, mit Hits auf der Setlist wie „Scotty beam mich hoch“ oder „Marteria Girl“, Gastauftritten von Beatsteaks-Arnim („Aliens“), Miss Platnum („Lila Wolken“) und Casper („Alles verboten“), Marsimoto-Einschub und einer ausgeklüngelten Licht- und Videoshow.

Gegen dieses Live-Feuerwerk wirkten extrem gediegen, konnten aber natürlich nochmal mehr Besucher ansprechen. Auch hier gab’s Setlist-Glück: Das von mir nicht sonderlich gemochte Album „Wilder Mind“ spielte nicht mehr so deutlich die Hauptrolle wie auf der Tour zwei Jahre zuvor. Die Stimmung vorne war bei „Little Lion Man“, „White Blank Page“ und Co. entsprechend super. Ob der Gastauftritt von Baaba Maal so viele begeistert hat, mag ich allerdings zu bezweifeln. Während „There Will Be Time“ als Abschluss keine schlechte Wahl war, wirkten die zwei Songs mit ihm mittendrin irgendwie fehl am Platz. Aber was soll’s, dank der guten Laune des Publikums für mich der bisher beste Auftritt der Band, den ich miterleben durfte.

Danach ging es dann mit Umwegen nach Hause – ihr wisst ja. Schade, dass ich nicht mitbekommen habe, dass Boys Noize für Marshmello eingesprungen sind. Vielleicht hätte ich der Perry Stage dann auch mal einen Besuch abgestattet. Apropos Perry Stage. In diesem Parallel-Universum hielt ich mich nur kurz zu Beginn des Drunken Masters Sets auf und dann ward ich bei der elektronischen Stage nie wieder gesehen. Das Feuerwerk bei Hardwell am Sonntag passte allerdings auch gut zu The xx!

Eau Rouge

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

TAG 2

Der Sonntag begann versöhnlich. Es wurden mehr Shuttle-Busse eingesetzt und das Wetter spielte auch mit. Entsprechend war es im Vergleich zum Vortag nachmittags schon deutlich voller. Zum ersten Mal waren die 85.000 Besucher wirklich spürbar: Das Publikum tummelte sich selbst bei den mittelbekannten Acts vor den Bühnen auf der plattgetretenen „Liegewiese“ und es kam hier und da zu Gedränge auf dem Gelände. Nichtsdestotrotz war die Stimmung entspannter und fröhlicher als am Samstag, ganz nach dem Motto „Wir lassen uns durchs Abreisechaos nicht das Festival verderben“.

Ob Alma, oder Rudimental, am Nachmittag standen mainstreamigere Dance-Klänge im Vordergrund und das Publikum tanzte entspannt und mit Blümchenkränzchen im Coachella-Style. Mit begann dann der Headliner-Teil des Sonntags, mit einer sehr gut besuchten Hauptbühne. Die Band spielte routiniert, aber sympathisch und hatte mit Posaune und Trompete auch etwas „Spezial-Unterstützung“ zu bieten.

Mein erstes Highlight des Tages waren dann London Grammar mit einem gelungenen Setlist-Mix aus beiden Alben. Die glasklare Stimme von Hannah Reid überzeugte live noch einmal mehr als auf Platte, die Musik wirkte energiegeladen und dennoch verträumt, das Publikum fast zahm im Vergleich zu den sonst oft betrunkenen, quasselnden Touristen in den ersten Rängen. Was für ein Kontrast dann die Rocklegenden , die gefühlt das komplette Festivalpublikum tanzend und pogend vor der Bühne versammeln konnten. Dave Grohl beschwerte sich über die kurze Spielzeit („nur“ 135 Minuten) und versprach, trotzdem eine Lied-Auswahl von allen neun Alben unterzubringen. So spielte die Band einen Hit nach dem anderen, ob „Big Me“, „The Pretender“, „Wheels“ oder „Best Of You“. Dabei wandelten sie die bekannten Versionen gern etwas ab, verlangsamten die Songs oder zogen „Best Of You“ fast zehn Minuten in die Länge. Die Foo Fighters zeigten sich dabei durchweg dankbar und motiviert – ein absolut verdienter Headliner.

Viele traten währenddessen oder danach den Heimweg an und verpassten damit meinen persönlichen Lieblingsauftritt des Lollapalooza Festivals 2017: Die Show von . Mittlerweile zu einer sehr erfolgreichen Band mutiert, haben die eher schüchternen Mitglieder über die Jahre gelernt, die Energie ihrer Platten auch live rüberzubringen anstatt wie in den Anfangsjahren eher teilnahmslos in der Gegend zu stehen. The xx bieten nun mal mehr als Schnulzensongs, sondern mit Jamie xx als Electronic-Mastermind eine durchaus tanzbare Feel-Good-Musik. Dazu eine abwechslungsreiche Lichtshow und man hatte den perfekten Festivalabschluss.

Zum Glück ging es dann mit einem kurzen unerklärlichen Bus-Schlenker zum überfüllten S-Bahnhof recht problemlos Richtung U-Bahn und nach Hause, sodass das gute Gefühl des zweiten Tages anhalten konnte.

Noch ein paar Random-Beobachtungen zum Schluss:

Wie fühlte sich das Festival eigentlich für Besitzer des teuren „Platinum“-Tickets an? Waren der Blick von den blumengeschmückten Rängen und die „exklusive Indoor-Lounge“ die 500€ wert? Man munkelt, das Essen sei zwischendurch ausgegangen. Zudem scheint sich das 250€ VIP-Ticket nur bedingt ausgezahlt zu haben, zumindest war die Toiletten-Schlange des „VIP-Klos“ genauso lang wie beim gemeinen Fußvolk nebenan.

Ich hab selten so viele Coverversionen von gestandenen Bands gehört wie dieses Wochenende. Anbei meine nicht vollständige Liste der performten Cover auf dem Lollapalooza Festival 2017:

Beatsteaks – I want to break free (Queen)
Marteria – Die letzten 20 Sekunden (Kid Simius)
Alma – No Scrubs (TLC)
Anne-Marie – Rockabye (Clean Bandit)
AnnenMayKantereit – Valerie (Amy Winehouse)
London Grammar – Nightcall (Kavinsky)
Foo Fighters – Blitzkrieg Bop (The Ramones)
The xx – Loud Places (Jamie XX)

Wie hat euch das Lollapalooza Festival 2017 gefallen? Nächstes Jahr geht es übrigens am 8. und 9. September in den Olympiapark Berlin – die vierte Location in vier Jahren.

Meute

 

 

 

 

 

 

 

Bericht: Ines Kirchner
Fotos: Adina Scharfenberg

Das Lollapalooza Festival hat innerhalb Berlins nicht unbedingt den besten Ruf. Ständig wechselnde Locations mit fehlenden Genehmigungen, genervte Anwohner und ein Lineup, das irgendwie alle anspricht, mit den internationalen Namensvettern aber nicht mithalten kann. Trotzdem konnte die diesjährige Ausgabe im Vorfeld mit namhaften Headlinern wie den Foo Fighters, Mumford & Sons oder auch The xx punkten. Und so meldete das Lollapalooza kurz vor Festivalstart dann auch „ausverkauft“ mit einer Rekordzahl von täglich bis zu 85.000 Besuchern, die weit über die Berlin-Brandenburg-Grenzen hinaus angereist kamen. Zum Vergleich: Beim Europaauftakt 2015 waren es „nur“ 45.000 Besucher pro Tag.Die Gegenüberstellung mit dem Lollapalooza Festival 2015 könnte an dieser Stelle aufhören, wenn nicht viele der damaligen Fehler dieses Jahr wieder gemacht worden wären: Es gab zu wenige Toiletten, Essensstände mit langen Warteschlangen und nur mangelhafte Kommunikation seitens der Veranstalter – kein Handynetz, so gut wie keine Info-Anzeigen. Hinzu kamen am ersten Tag ein stundenlanger Stromausfall, der die Foodstände zusätzlich lähmte, sowie Soundprobleme: Die Beatsteaks waren in den hinteren Reihen teilweise nicht zu hören und George Ezra musste seinen Hit „Budapest“ für ein paar Sekunden komplett unterbrechen. Ganz zu schweigen vom An- und Abreisechaos, das viele Stunden Ausharren und einige Verletzte forderte (wir berichteten). Ziemlich blamabel für die FHRUG Festival GmbH als Veranstalter, die sich zwar entschuldigte, jedoch wenig einsichtig zeigte und einen Teil der Verantwortung an die generelle Infrastruktur und „behördliche Auflagen“ abschob. Ein paar zusäzliche Dixie-Klos für den zweiten Tag lösten das Grundproblem „Bands vs. persönliche Bedürfnisse“ nur marginal.Zum Glück war es möglich, sich trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen zwei schöne Tage zu machen. Zu danken ist den auftretenden Bands, die größtenteils wirklich motiviert, spielfreudig und dankbar wirkten – vielleicht, weil es für viele der Abschluss der Festivalsaison und eine gute Promo für kommende Touren war.
TAG 1Mein Samstag begann mit Bear’s Den auf der Main Stage, die vor verhältnismäßig wenig Publikum spielten – Regenschauer und das oben erwähnte Anreisechaos führten die meisten Besucher erst später aufs Gelände. Vielleicht mag es daran gelegen haben, dass in den hinteren Reihen der Funke nicht wirklich übersprang. Die melancholischen Songs der Briten wirkten auf der fetten Main Stage irgendwie deplatziert – dabei hatten sie vor zwei Jahren als Mumford & Sons-Support in der Waldbühne gezeigt, dass ihnen auch die großen Bühnen liegen. Schade!Weiter ging es zu Wanda, mehr als Lückenfeller als aus Begeisterung. So ging es vermutlich vielen: Kann man mal sehen, muss man aber nicht. Selbst bei „Bologna“ kam nur begrenzt Stimmung auf. Da waren The Vaccines auf der Alterna Stage irgendwie „kuscheliger“ und begeisternder. Aber sie hatten halt auch schon gewonnen, weil sie mit Game of Thrones-Intro die Bühne betraten.Wirklich los ging es für mich dann erst mit den Beatsteaks, die eine erfrischend abwechslungsreiche Setlist boten: 16 Songs in 85 Minuten, davon nur vier Lieder vom in der Vorwoche erschienen Album „Yours“. Perfekt für alle, die die Band seit längerer Zeit begleiten und einfach nicht auf Klassiker wie „Let me in“ oder „Hey du“ verzichten wollen. Natürlich gab es auch das gewohnte Programm rund um Hinsetzen/Hochspringen und Singalongs. Langweilig war‘s trotzdem nicht. Mag man ihre Musik, mochte man die Show. Punkt.Zum Kontrastprogramm ging es dann nebenan zu Marteria, der für viele den Höhepunkt des ersten Tages darstellte. Der Rapper legte sich auch wirklich ins Zeug, mit Hits auf der Setlist wie „Scotty beam mich hoch“ oder „Marteria Girl“, Gastauftritten von Beatsteaks-Arnim („Aliens“), Miss Platnum („Lila Wolken“) und Casper („Alles verboten“), Marsimoto-Einschub und einer ausgeklüngelten Licht- und Videoshow.Gegen dieses Live-Feuerwerk wirkten Mumford & Sons extrem gediegen, konnten aber natürlich nochmal mehr Besucher ansprechen. Auch hier gab’s Setlist-Glück: Das von mir nicht sonderlich gemochte Album „Wilder Mind“ spielte nicht mehr so deutlich die Hauptrolle wie auf der Tour zwei Jahre zuvor. Die Stimmung vorne war bei „Little Lion Man“, „White Blank Page“ und Co. entsprechend super. Ob der Gastauftritt von Baaba Maal so viele begeistert hat, mag ich allerdings zu bezweifeln. Während „There Will Be Time“ als Abschluss keine schlechte Wahl war, wirkten die zwei Songs mit ihm mittendrin irgendwie fehl am Platz. Aber was soll’s, dank der guten Laune des Publikums für mich der bisher beste Auftritt der Band, den ich miterleben durfte.Danach ging es dann mit Umwegen nach Hause - ihr wisst ja. Schade, dass ich nicht mitbekommen habe, dass Boys Noize für Marshmello eingesprungen sind. Vielleicht hätte ich der Perry Stage dann auch mal einen Besuch abgestattet. Apropos Perry Stage. In diesem Parallel-Universum hielt ich mich nur kurz zu Beginn des Drunken Masters Sets auf und dann ward ich bei der elektronischen Stage nie wieder gesehen. Das Feuerwerk bei Hardwell am Sonntag passte allerdings auch gut zu The xx!Eau Rouge
Mike Perry
Mumford & Sons
TAG 2Der Sonntag begann versöhnlich. Es wurden mehr Shuttle-Busse eingesetzt und das Wetter spielte auch mit. Entsprechend war es im Vergleich zum Vortag nachmittags schon deutlich voller. Zum ersten Mal waren die 85.000 Besucher wirklich spürbar: Das Publikum tummelte sich selbst bei den mittelbekannten Acts vor den Bühnen auf der plattgetretenen „Liegewiese“ und es kam hier und da zu Gedränge auf dem Gelände. Nichtsdestotrotz war die Stimmung entspannter und fröhlicher als am Samstag, ganz nach dem Motto „Wir lassen uns durchs Abreisechaos nicht das Festival verderben“.Ob Alma, Anne-Marie oder Rudimental, am Nachmittag standen mainstreamigere Dance-Klänge im Vordergrund und das Publikum tanzte entspannt und mit Blümchenkränzchen im Coachella-Style. Mit AnnenMayKantereit begann dann der Headliner-Teil des Sonntags, mit einer sehr gut besuchten Hauptbühne. Die Band spielte routiniert, aber sympathisch und hatte mit Posaune und Trompete auch etwas „Spezial-Unterstützung“ zu bieten.Mein erstes Highlight des Tages waren dann London Grammar mit einem gelungenen Setlist-Mix aus beiden Alben. Die glasklare Stimme von Hannah Reid überzeugte live noch einmal mehr als auf Platte, die Musik wirkte energiegeladen und dennoch verträumt, das Publikum fast zahm im Vergleich zu den sonst oft betrunkenen, quasselnden Touristen in den ersten Rängen. Was für ein Kontrast dann die Rocklegenden Foo Fighters, die gefühlt das komplette Festivalpublikum tanzend und pogend vor der Bühne versammeln konnten. Dave Grohl beschwerte sich über die kurze Spielzeit („nur“ 135 Minuten) und versprach, trotzdem eine Lied-Auswahl von allen neun Alben unterzubringen. So spielte die Band einen Hit nach dem anderen, ob „Big Me“, „The Pretender“, „Wheels“ oder „Best Of You“. Dabei wandelten sie die bekannten Versionen gern etwas ab, verlangsamten die Songs oder zogen „Best Of You“ fast zehn Minuten in die Länge. Die Foo Fighters zeigten sich dabei durchweg dankbar und motiviert – ein absolut verdienter Headliner.Viele traten währenddessen oder danach den Heimweg an und verpassten damit meinen persönlichen Lieblingsauftritt des Lollapalooza Festivals 2017: Die Show von The xx. Mittlerweile zu einer sehr erfolgreichen Band mutiert, haben die eher schüchternen Mitglieder über die Jahre gelernt, die Energie ihrer Platten auch live rüberzubringen anstatt wie in den Anfangsjahren eher teilnahmslos in der Gegend zu stehen. The xx bieten nun mal mehr als Schnulzensongs, sondern mit Jamie xx als Electronic-Mastermind eine durchaus tanzbare Feel-Good-Musik. Dazu eine abwechslungsreiche Lichtshow und man hatte den perfekten Festivalabschluss.Zum Glück ging es dann mit einem kurzen unerklärlichen Bus-Schlenker zum überfüllten S-Bahnhof recht problemlos Richtung U-Bahn und nach Hause, sodass das gute Gefühl des zweiten Tages anhalten konnte.Noch ein paar Random-Beobachtungen zum Schluss:Wie fühlte sich das Festival eigentlich für Besitzer des teuren „Platinum“-Tickets an? Waren der Blick von den blumengeschmückten Rängen und die „exklusive Indoor-Lounge“ die 500€ wert? Man munkelt, das Essen sei zwischendurch ausgegangen. Zudem scheint sich das 250€ VIP-Ticket nur bedingt ausgezahlt zu haben, zumindest war die Toiletten-Schlange des „VIP-Klos“ genauso lang wie beim gemeinen Fußvolk nebenan.Ich hab selten so viele Coverversionen von gestandenen Bands gehört wie dieses Wochenende. Anbei meine nicht vollständige Liste der performten Cover auf dem Lollapalooza Festival 2017:Beatsteaks – I want to break free (Queen)Marteria – Die letzten 20 Sekunden (Kid Simius)Alma – No Scrubs (TLC)Anne-Marie – Rockabye (Clean Bandit)AnnenMayKantereit – Valerie (Amy Winehouse)London Grammar – Nightcall (Kavinsky)Foo Fighters – Blitzkrieg Bop (The Ramones)The xx – Loud Places (Jamie XX)Wie hat euch das Lollapalooza Festival 2017 gefallen? Nächstes Jahr geht es übrigens am 8. und 9. September in den Olympiapark Berlin – die vierte Location in vier Jahren.Meute
Mc Fitti
Foo Fighters
Autor Ines Kirchner
Wohnort Berlin
Beruf Project Manager
Dabei seit Juli 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Akkreditierungen, Organisatorisches, Reviews
Top-Alben u.a. Gallows - Grey Britain, Bon Iver - Bon Iver, The National - Trouble Will Find Me, Touché Amoré - Parting the sea...
Die besten Konzerterlebnisse u.a. Have Heart (2009, Köln), Gallows (2010, London), Basement (2012, London), Iron Chic, Ceremony, Trash Talk, Rise & Fall, Touché Amoré (divers)

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