Millencolin, Woes (05.05.19)

Millencolin, Woes (05.05.19)

Ein wenig Retrofeeling kam auf, als sich am Sonntag in der ausverkauften Münchener Muffathalle um die 1.200 Menschen versammelt hatten, um ihren Heroen Millencolin einen gebührenden Abschluss ihrer SOS–Tour zu bescheren.

Support waren die schottischen Woes. Deren Pop-Punk muss man mögen, aber einigen der Anwesenden gefiel er offenbar recht gut, denn die Stimmung war gar nicht so schlecht. Eine gute halbe Stunde dauerte das Set, bevor es zur Umbaupause für den Hauptact kam.

Gegen 21 Uhr verdunkelte sich dann der Raum und das Intro ertönte, fließend übergehend in den ersten Millencolin-Knaller des Abends: „SOS“. Ohne großes Gerede knallten sie danach mit „Penguins & Polarbears“ auch gleich einen ihrer bekanntesten Songs raus. Die Stimmung war entsprechend schnell auf Höchstniveau. Das folgende Potpourri aus fast allen Alben der langen Band-Historie, zwischendurch immer wieder geschmückt mit Songs des neuen Albums, ließ eigentlich keine Wünsche offen.

Egal ob „Mr. Clean“ (Same Old Tunes), „Bullion (Life On A Plate), „Farewell My Hell“ (Kingwood) oder „Lozin Must“ (For Monkeys), die Auswahl an Hits ist bei Millencolin bekanntlich groß und zündete auch in München. In der Mitte der knapp 100 Minuten schnallte sich Frontmann Nikola Sarcevic dann auch mal die Akustikgitarre um, um „The Ballad“ vom Album „Pennybridge Pioneers“ zu spielen, das lautstark von so ziemlich der kompletten Halle mitgesungen wurde.

Nachdem sie den Hauptdurchgang mit „Mr. Clean“ abgeschlossen hatten, die zweite Runde nach gut 20 Minuten mit „No Cigar“ ihr Ende fand und als letzte Zugabe dann noch „Black Eye“ frenetisch gefeiert wurde, konnte auch der letzte Gast zufrieden nach Hause gehen. Fürs Auge war übrigens auch etwas dabei: Die Backdrops vergangener Tage wurden nicht etwa weggeworfen, sondern während der Show fleißig gewechselt, sodass man zum einen das neueste „SOS“-Banner sehen konnte, aber auch „True Brew“ und andere ältere Banner wurden wieder verwendet.

Spaßig zum einen, politisch und gegen Rechts gerichtet („Sense & Sensibility“) auf der anderen Seite, Millencolin verstehen ihr Handwerk. Das haben sie einmal mehr unter Beweis gestellt. Dank einem bunt gemischten Publikum zwischen 16 und 66 kann man sich auch sicher sein, dass Punkrock nicht tot ist und vermutlich auch nie tot zu kriegen ist. Die Szene lebt, auch dank älterer Bands wie Millencolin.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
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