Punk Rock Holiday 1.8 (06.08.-10.08.2018)

Punk Rock Holiday 1.8 (06.08.-10.08.2018)

Ein Jahr ist schnell vergangen. Jeder weiß das, aber wenn man es an Sachen misst, die einem Freude bereitet haben, dann ist es schön, wenn man das Erlebte schnell wieder haben kann.

Dass ich viel Freude im letzten Jahr auf dem Punk Rock Holiday hatte, das glaub ich hatte jeder gemerkt, der den letztjährigen Bericht gelesen hat. Und Spoiler: Es war wieder himmlisch.

Zur Reise dorthin will ich keine Worte verlieren, denn das könnt ihr im 2017er Bericht nachlesen. Lieber komme ich gleich zum wichtigen Teil: Dem Bier und dem Melonball – und unglaublich vielen, netten Leuten aus gefühlt 100 Ländern, die sich alle lieb haben und ein großartiges Fest, bei großartiger Kulisse und großartigen Bands gefeiert haben.

Montag, 06.08.:

Die Warm Up – Show startete wie gewohnt am Montagabend und als erste Band waren Ducking Punches an der Reihe. Somit hatten diese auch gleich die Ehre, das Festival zu eröffnen – man könnte einen durchaus schlechteren Slot treffen. Union 13 folgten und gleich darauf schon der doch eher große Name: Dog Eat Dog. Diese waren ein super Anheizer und machten gehörig Party, allerdings wären sie zu einem späteren Zeitpunkt wohl effektiver gewesen.

Mladno Pivo aus Kroatien folgten mit sehr interessantem Keyboardaufgebot und danach wurde die Bühne so richtig zerlegt, denn das Feuerwerk, das Happy Ol´McWeasel abgebrannt haben war einfach nur „Holy Shit“!

Danach dann drei absolute Hochkaräter. Elvis Jackson, supergeile The Living End und die Funpunk-AH von The Vandals. Ein absolut gelungener erster Tag.

 

Dienstag, 07.08.:

Mit dem zweiten Tag startete dann auch das eigentliche Festival und den Anfang macht hier ja seit jeher die Beach Stage. Da ich natürlich nicht alle Bands geschafft habe, kommen leider nur wenige in den Genuss einer Einzelkritik.

Lineout, Dead Neck, Blind Man Death Stare, The Rebel Assholes, Escape Artists, March, Kreshesh Nepitash und A Time to Stand erfreuten also das Publikum am Strand, bevor es auf der Main Stage zu einem fulminanten Auftritt von The Menzingers kam.

Danach wurde für ein paar Stunden die Abrissbirne raus geholt. Denn das, was Comeback Kid und Terror ablieferten, das grenzte an Körperverletzung – aber im positiven Sinn. Man wurde regelrecht dazu gezwungen, sich in den Pit zu werfen.

Nachdem ja vor nicht langer Zeit das Comebackalbum „Grit“ den 90er Skatepunk mitunter wiederbelebt hat, haben es No Fun At All nun auch live allen gezeigt: Man muss nicht 25 sein um abzugehen.

Den Dienstag beschließen durften die Mad Caddies. Und was soll man zu Mad Caddies noch groß sagen? Eine so dermaßen geile Skapunksteadyreggaerockshow muss man erstmal so aufstellen. Einfach sensationell, was diese Kalifornier da abspulten.

Zwischeninfo: Es gab mehrere Gratiswasser-Stationen, was sehr löblich und bei fünf Tagen und im Schnitt 33 Grad auch sehr wichtig war!

 

Mittwoch, 08.08.:

Auf der Beach Stage eröffneten Bates Motel gefolgt von Neutral Bombs folgten. Die dritte Band auf der Strandbühne waren Skin of Tears. Dem eingefleischten Skatepunker sollte diese Band schon seit den Mittneunzigern ein Begriff sein. Super Show, super Stimmung.

Charlie Bit My Finger, Almeida, Pink Flamingos, The Murderburgers und Chaser vervollständigten dann das Nachmittagsprogramm.

Die Main Stage öffnete wie gehabt gegen 19 Uhr und die energetischen Girls von den Bombpops konnte man dann auch nirgends mehr überhören. Danach für mich eine der positivsten Überraschungen des Festivals: Voodoo Glow Skulls. Ich kenne diese Band seit den Punk-o-Ramas von Epitaph aus den Neunzigern und habe diese Band immer so beiläufig mal gehört und mal nicht. Aber was die an Power und Freude auf die Bühne gebracht haben war gigantisch.

Und wenn wir schon bei Power und Energie sind, dann war der Auftritt von H2O danach eher gemein angesetzt. Denn auch hier ging es volle Kanone nach vorne und Pause klingt anders.

Als vorletzte Band betraten die schwedischen Skatepunk-Teufel Satanic Surfers die Bühne.Neuerdings ja wieder mit Rodrigo Alfaro am Schlagzeug, der aber weiterhin auch für die Vocals sorgt. Faszinierend, wie man bei gefühlten 500 BPM noch zu Multitasking fähig sein kann.

Die Bürde des Headliners hatten an diesem Tag die mächtigen Beatsteaks aus Berlin zu tragen. Man durfte gespannt sein, wie eine Rockband mit teilweise punkigem Einschlag auf diesem Festival auftreten würde. Kurzum: Klasse! Nach einem etwas trägen Start lief die Maschinerie warm und spätestens beim viel umjubelten Cover von Rancids „Roots Radicals“ war alles in bester Ordnung.

Das eiskalte Bier auf den Campingplätzen wurde übrigens auf 1.50 Euro verteuert. Aber das geht immer noch voll in Ordnung, würde ich mal meinen.

 

Donnerstag, 09.08.:

Beach Stage: Against The Odds, The Enthused, Spoilers. Die vierte Band namens Snareset, aus Münster stammend, war dann die erste Band des Tages, die ich live sah – und die sind wärmstens zu empfehlen. Gefolgt von Irish Handcuffs, die auch ein gutes Konzert gespielt haben. Crim durften dann auch noch ihr Bestes geben, bevor zwei absolute Skatepunk-Schwergewichte den Strand zum Beben brachten. Erst brachten die Spanier von Adrenalized das Gebälk zum Bersten, bevor dann This is a Standoff den völligen Abriss verursachten.

Und damit es dann auch gleich mit feinstem Skatepunk weiter gehen konnte, begab man sich am besten schnurstracks auf den Weg zur Hauptbühne, denn dort eröffneten die kanadischen MuteBad Cop/Bad Cop folgten und was mir an diesen Girls so gefällt: Sie spielen einfach geile Musik.

Danach eine meiner „Ich mag die nicht, die sind langweilig“- Bands, The Lillingtons. Sie wurden zwar gefeiert, aber verstehen werde ich das wohl nie. Naja, danach kam dann ein weiteres Highlight in Sachen Megastimmung und Party hoch zehn. Die italienische Ska/Punk-Combo Talco war am Start und machte richtig Laune.

Denn Schlussstrich am Donnerstag zogen Lagwagon. Nicht falsch verstehen, ich bin Lagwagon-Fan, aber das war nichts. Irgendwie klang das Set sehr nach Pflichterfüllung. Aber meiner Meinung nach sind Lagwagon auch nicht zwingend zum Headliner geboren. Wenigstens hatte der Fat Wreck Stand auf und man konnte sich die kostenlosen Promosampler holen.

 

Freitag, 10.08.:

Er war gekommen, der Tag auf den sich keiner gefreut hat und den doch jeder so herbei gesehnt hatte. Der letzte Tag (Scheiße), aber Bad Religion sollten ja später spielen. Auf der Beach Stage war auch heute noch einmal volles Programm mit Andead, Mental Strike, One Hidden Frame, Young Hearts, Trash Candy, Deadends und Nothington.

Aber dann kam die Mainstage. Skatepunk, Skatepunk, Punkrock, Punkrock, Punkrock, Symphonien der Götter. So die Speißekarte. Aber alles der Reihe  nach.

Rebuke eröffneten den letzten Tag auf der Hauptbühne und darauf folgte ein Auftritt, auf den wohl nicht nur ich mich sehr gefreut habe: Adhesive,eine klassische schwedische Skatepunkband der Neunziger, die sich nochmal zusammen getan haben um zu touren. Das Besondere: Alle Einnahmen, nach Abzug der Unkosten versteht sich, werden gespendet. Hut ab! Misconduct waren dagegen bisher ziemlich an mir vorbei gegangen. Zu Unrecht, wie die Schweden bewiesen.

Aber jetzt war es Zeit für DEN Auftritt des Festivals. Authority Zero, Leute ich sag´s euch, das war überirdisch. Diese Freude, diese Energie und natürlich auch diese geile Musik. Die Fans sind die ganze Woche nicht so ausgerastet, wie bei Authority Zero. 30-40 Luftballons flogen durch die Menge, was auch die Band sehr amüsierte. Perfekt, mehr geht nicht.

Das machte es den darauf folgenden Lawrence Arms nicht unbedingt leicht, aber man kann sagen, auch die waren noch sehr aufgeladen, von dem was vorher war und spielten seine starke Show.

Bad Religion, was soll man sagen. Es gibt keine zweite Punkband, die so einen hohen Stellenwert hat. Kein Green Day, Nofx oder Offspring. Nein, das Maß aller Dinge sind Bad Religion und das merkte man auch im Publikum. Die erste Dreiviertelstunde spielten sie einen Mix aus knapp 40 Jahren Bandgeschichte und danach, als zweiten Teil quasi, die komplette „Suffer“ zum 30. Jubiläum des Albums.

Das war mehr als ein würdiger Abschluss eines, wieder einmal, genialen Punk Rock Holiday. Ich persönlich freue mich schon sehr auf nächstes Jahr und werde diesem Festival die Treue halte, solange mein Körper mitspielt.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, Berichte
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