Punk Rock Holiday (8.8. – 11.8 Tolmin, Slowenien)

Punk Rock Holiday (8.8. – 11.8 Tolmin, Slowenien)

In Slowenien, am Rande der kleinen Stadt Tolmin, in Mitten der Berge und am Ufer des Flusses Soca, der sich mit dem kleinen Flüsschen Tolminka vereint, findet seit einigen Jahren im August das Punk Rock Holiday statt. Vier Tage lang Programm, von Dienstag bis Freitag und einer dazugehörigen Warm Up-Show, welche das Ganze auf volle fünf Tage erweitert machen das Festival zu einem anstrengenden, wunderschönen Festival, welches unvergleichlich und einzigartig ist. Aber nicht nur die Umgebung und das allgemeine Drumherum sind hier so atemberaubend. Auch das Line Up kann sich sehen lassen. Aber immer der Reihe nach.

Aus Deutschland anreisend begibt man sich ab der Grenze zu Salzburg auf die Autobahn Richtung Villach und hat somit auch schon die ersten Leckerbissen dieses Urlaubs erlebt. In Bayern konnte man sich der Schönheit des Chiemsees und der Alpen bereits erfreuen, bevor man in Österreich die gefühlt 20 Tunnel passiert hat, die es bis nach Italien zu durchfahren gilt. Und natürlich – Berge. Ohne Ende Berge. Ein kurzes Stück Italien und dann geht es von Tarvisio aus über einen spannenden und auch faszinierenden Bergpass rüber nach Slowenien. Sobald man im Tal angekommen ist, dauert die Fahrt auch nicht mehr so lange und man hat das Festival-Gelände erreicht.

youtu.be/CErfXN9NIFc

Montag (Warm Up):
Man gönnt sich ja sonst nichts. Aufstehen, Bier holen, Bier öffnen und trinken und mal das Gelände erkunden: Es ist live noch fast schöner, als auf den Bildern. Um 19:00 Uhr war es dann auch endlich so weit. Die ersten Klänge heulten über das Gelände: Trash Boat durften das PRH eröffnen und was folgte, war eine einzige riesige Party. The Kenneths, Clowns, Jaya the Cat und Pigs Parlament folgten und bereiteten den Weg für den ersten großen Headliner dieses Jahres – The Offspring. Leider war deren Auftritt nicht gerade berauschend. Auf einem reinen Punk und Hardcore-Festival könnte man sich doch mal zusammen reißen und auf die „Kommerzknaller“ a la „Pretty Fly“, „Original Prankster“ oder „Hit That“ verzichten. Und auch ein bisschen Lust am Spielen wäre nicht schlecht´, zudem hat „Noodles“ einfach gefehlt. Aber was soll’s? Wir sind waren ja hier, um zu feiern und das geschah auch so.youtu.be/ql9-82oV2JE

Dienstag:
Heißes Wetter, geiler Fluss, super Konzerte. So soll es sein. Ich muss zugeben, dass ich auf Grund des Wetters nur Adversity auf der Beach Stage gesehen habe und circa fünf Minuten von den Petrol Girls. Wasei Hey! Go!, Fast Response, Altitude, Bitter Grounds, 7 Dials Mystery und Deadends haben das Programm auf der Beach Stage vervollständigt. Um 19 Uhr war dann wieder der Start auf der Main Stage mit Jesus Piece, gefolgt von den Generators und den Real McKenzies. Die Party war wirklich schon gut im Gange, als sich dann mit Ignite der erste von zwei Headlinern die Ehre gab und die Herren waren der Wahnsinn – Ignite sind immer der Wahnsinn. Diese Show war fast nicht zu toppen, schon gar nicht von Pennywise mit einem stockbesoffenen Fletcher – die größte Enttäuschung des ganzen Festivals für mich, zumal ich die Band eigentlich liebe. Achja, und Leute: Es gibt Melon Ball! Wenn ihr da mal hin fahren solltet, probiert diesen Cocktail!youtu.be/XwuJMdr_KOUMittwoch:
Die Beach Stage wurden dieses Mal bespielt von: Never Been Famous, Acid Shot, Badage, Day Oof, Teenage Love Guns, Start At Zero, Higher Power und den unvergleichlichen Not On Tour. (Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass es 0,5 Liter Budweiser in Dosen für einen Euro gibt? Sollte man schon einmal sagen, glaube ich.) Um 18:45 Uhr startete dieses Mal das Programm auf der Main Stage. No Trigger (ja, die haben tatsächlich mal wieder in Europa gespielt), welche ja auch eine neue 12“ am Start haben, ebneten einen Pfad, der gleich danach von Slapshot und Face To Face platt gewalzt wurde, damit Anti Flag die Asphaltschicht auftragen konnten. Wem jetzt noch nicht das Wasser im Mund zusammen läuft, der hat mit dieser Art von Musik wohl keinen Verwandten. Nachdem Anti Flag die Straße gewalzt und geglättet haben, durften nun Good Riddance mit einer furiosen Show den Tag beschließen.youtu.be/urc–tVLP90Donnerstag:
Der Tag war leider von einem Unwetter geprägt, das den Zeitplan etwas durcheinander brachte. Actionmen, Why Everyone Left, Real Life Version, Barrier Reef The Great, Bono! und Nofnog spielten auf der Beach Stage. Eigentlich hätten da auch noch Get Dead und 69 Enfermos spielen sollen, aber das ging auf Grund des Wetters leider nicht mehr. Also wurden Get Dead kurzerhand Headliner auf der Main Stage und 69 Enfermos auf den nächsten Tag geschoben. Also los zu Pears auf die Main Stage. Gefolgt von Teenage Bottlerocket in super Form. Eskalation danach bei den Legenden von Madball angesagt. Eine Madball Show heizt einfach immer gut ein. Ich hab mich sogar dazu hinreißen lassen, auf die Bühne zu rennen. Vorletzte Band, vor Get Dead, durften dann Less Than Jake sein, die mit herrlich guter Laune den totalen Abriss ablieferten. Die Altherrentruppe von den Toy Dolls hatte da schon ihre Schwierigkeiten mitzuhalten. Aber trotzdem war es schön die Funpunklegenden live zu sehen. Von der Get Dead Show hab ich dann leider nichts mehr erlebt aber sie war sicher grandios, weil Get Dead einfach grandios sind und das am Nachmittag bei einer kleinen Akkustikshow schon bewiesen hatten.youtu.be/ZQj5e0zX6S8Freitag:
Die Beach Stage war auch an diesem Tag mit durchgängig feinster Ware bestückt. 69 Enfermos, Corbillard, La Armada, Pinhole Down, Sombulance, After The Fall, Straightline (mit einer sensationellen Coverversion von den Vengaboys) und Darko bereiteten einem einen tollen Tag direkt am Strand. Der finale Akkord auf der Main Stage war dann unvergleichlich. Legenden des Skatepunk, des Poppunk und des politischen Punks gaben sich die Ehre: Eröffnet wurde das Fest durch Undeclinable Ambuscade, was wohl nicht nur mich freute, denn oft wird man diese „Old Farts“ nicht mehr zu sehen bekommen. Gefolgt von Chixdiggit, die eine spaßige Hammershow ablieferten, ging es dann schnurstracks zu 88 Fingers Louie. Die Skatepunk-Legenden haben sich ja zurück gemeldet mit ihrem neuen Album „Thank you for being a friend“. Und es war schön zu sehen, dass sie es auch live voll bringen. Die vorletzte Band des diesjährigen PRH war dann Snuff. Wenn ich Snuff sehe, wirkt es auf mich zwar nach wie vor einfach seltsam, dass der Drummer auch der Leadsänger ist. Aber die Party in Schwung bringen, das haben die Briten voll drauf. Dann aber war es soweit. Das Highlight, die Götter, die Band auf die ich mich am meisten gefreut hatte, war endlich dran: Propagandhi!  Und wie geil war das denn? Eine Mischung aus alten Songs und neuen Brechern, eine energische, elektrisierende Show. „We ain´t here to talk. We are here to rock.“ Verdammt richtig, verdammt geil – und ein perfekter Festival-Abschluss. Danke Punk Rock Holiday!youtu.be/_0ckF6HiXWc

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, Berichte
Top-Alben Pascow - Diene der Party, H2O - Nothing to prove, Muff Potter - Bordsteinkantengeschichten, NOFX - Punk in drublic, Wizo - Uuaarrgh!
Die besten Konzerterlebnisse PunkRockHoliday, Groezrock, Free & Easy

Hinterlasse einen Kommentar