31.01.10 im Kultshock, Remscheid
Die Kanadier Sights and Sounds sind momentan mit ihren Landsmännern Billy Talent auf Tour und objektiv betrachtet passen diese beiden Bands vom Stil her einfach nicht zusammen. Subjektiv betrachtet sind 35 € auch ein bisschen zu viel um die tollen, abwechslungsreichen Sights and Sounds und die weichgespülten, langweiligen Billy Talent zu sehen. Glücklicherweise entschieden sich Sights and Sounds spontan eine exklusive Deutschlandclubshow in Remscheid zu geben.
Ohne Billy Talent, für 5€ und dementsprechend mit mir als Zuschauer. Dass eine einstündige Fahrt Richtung verschneites Bergisches Land mitten im Winter nicht ganz so schlau ist, war dann auch erst einmal egal.
Irgendwann hatte man sich über die vereisten Hügel gekämpft und erreichte den Kultshock, eine nette, definitiv neu sanierte, längliche Lagerhalle mit Baratmosphäre. Für Sights and Sounds auf jeden Fall eine bessere Location als irgendeine riesige Halle.
Aber zunächst einmal sollten City Light Thief aus Grevenbroich die Bühne betreten. Die junge Band war kurzfristig für Patsy o’Hara eingesprungen und hatte sichtlich Spaß auf der Bühne, die Zuschauer hielten außer ein, zwei Ausnahmen gebührenden Abstand, was wahrscheinlich auch zum Teil am miesen Sound lag. Die beiden Gitarren und der Bass kamen als einziger Soundbrei herüber, während der Gesang unnatürlich laut war. City Light Thief an sich wirkten ein bisschen unkoordiniert, ich habe mich die ganze Zeit gefragt, welchen Musikstil sie eigentlich herüberbringen wollen, da habe ich mir echt mehr erwartet. Aber man sollte eine Band nicht direkt beim ersten Mal abschreiben, es waren gute Ansätze vorhanden, ich muss mir die irgendwann noch einmal mit besserem Sound anschauen.
Als Sights & Sounds um 21 Uhr auf der Bühne standen, war der Sound auch wirklich super. Die Band rund um Comeback Kid Sänger Andrew Neufeld sollte nun eine Stunde lang zeigen, was sie drauf hat und das war so einiges. Gestartet wurde mit „Sorrows“ und danach ging es munter weiter mit Songs des Debütalbums „Monolith“, welches sich dieses Mal live noch besser anhörte als aufgenommen. Andrew war auch nicht so schweigsam wie im Oktober in Dortmund und gab zu verstehen, dass er sich freut, dass er an so einem verschneiten Sonntag nicht vor leerem Haus spielen muss. Anfangs waren wir ihm zwar doch zu leise, aber die Deutschen seien „ja immer so ruhig und organisiert – ich darf das sagen, ich bin auch Deutscher“. Später wurde gescherzt, dass Bier wohl nicht ausreicht, um uns zur Bewegung zu bringen, was bei dieser langsamen Musik allerdings auch eher schwer ist. Jedenfalls wurde munter mitgesungen und irgendwann begann das Pogen und Mitklatschen, leider völlig aus dem Takt. Die Band wurde auch immer lockerer und als nach ihrem Abgang lautstark eine Zugabe gefordert wurde, spielten Sights and Sounds ihren EP Song „The Only Time“, den sie laut Andrew schon seit zwei Jahren nicht mehr live präsentiert hatten. Als die Jungs dann nach „Shudder St.Kilda“ die Bühne wieder verlassen wollten, wurde schon wieder „One more song“ geschrien und die Band gab nach: Auf die Aussage „You’re all just too hot“ folgte dann auch der absolut letzte Song und ein sehr überzeugendes Konzert neigte sich dem Ende zu.
Es bleibt nur noch zu sagen: Respekt Sights and Sounds, ihr seid wirklich gut, so schnell werdet ihr meine Anerkennung nicht mehr los.




