08.01.10 in der Werkstatt, Köln
Noch mit der nicht so prallen The Carrier Show von Dienstag im Magen ging es am Freitag Richtung Köln. The Hope Conspiracy, die schon seit Jahren nicht mehr auf Tour in Deutschland waren, wollten sich wohl viele trotz des Schnees nicht entgehen lassen, sodass die Werkstatt bereits zu Beginn gut gefüllt war.Los ging es um kurz nach acht Uhr mit Rise and Fall aus Belgien, die einfach nur seit Monaten durchgängig irgendwo live zu erleben sind.
Mit neuer Setlist und gutem Sound ausgestattet war die Show der Hardcoreband jedoch besser als die letzten. Gestartet wurde mit „Soul Slayer“, wie erwartet kam das Publikum aber erst beim dritten Song „The Noose“ so richtig in Bewegung. Danach ging es weiter mit einem Mix aus neuen Songs; „In Circles“ kam wie gewohnt gut an, das auf „Stillborn“ folgende alte „Bottom Feeder“, eigentlich ein Stimmungsgarant, wurde diesmal live irgendwie versemmelt. Geredet wurde auch wie gewohnt wenig, aber was soll’s, spätestens mit den abschließenden „Harms Way“ und „Forked Tongues“ ist wieder einiges gut gemacht worden.
Getrübt wurde dieser Gig jedoch von einem Betrunkenen, der anscheinend richtig Spaß daran hatte, durch den Pit zu torkeln, dabei andere Leute zu schlagen und aggressiv zu werden, wenn er selbst berührt wurde. Bei The Hope Conspiracy ist die Situation dann etwas eskaliert, als es zwischen dieser Person und den anderen, nüchternen Zuschauern eine kleine Schlägerei gab. Nach der vermehrten Aufforderung „Stop the bullshit“ von The Hope Conspiracy Frontmann Kevin Baker wurde der Konflikt dann zwar gelöst, war aber trotzdem eine unnötige Aktion des alkoholisierten Herren und deswegen mal ein paar persönliche Worte von mir an dich, diesen Mensch mit der khakifarbenen Jacke: Betrink dich doch woanders, wo du niemanden störst, so ein Verhalten ist total asozial!
Sonst wurden dem lustigen Treiben rund um The Hope Conspiracy aber keine Steine in den Weg gelegt. Dadurch, dass die Band schon Ende Dezember ihre voraussichtliche Setlist mit den Worten „LEARN IT, LIVE IT, LOVE IT!“ auf Myspace veröffentlicht hatte, konnte sich bereits jeder auf die zu spielenden Lieder (wenn auch nicht die Reihenfolge) einstellen.
Das „Learn it“ war freilich unnötig, es waren genug alteingesessene The Hope Con – Fans vor Ort, die ordentlich Stimmung machten und Songs wie „Truth And Purpose“ und „Divinity Sickness“ mitgröhlten. Diese Leute waren es wohl auch, die am meisten Spaß hatten und freudig antworteten, wenn Baker Fragen stellte wie „How are you, Cologne?“ oder „Are you having fuckin‘ fun?“.
Der Rest wirkte zwischendurch eher unbeteiligt und vielleicht auch etwas enttäuscht von der Eintönigkeit des Auftritts, wenn man davon ausgeht, wie sehr die Show im Vorfeld gefeiert wurde.
Die Band an sich schien Spaß zu haben und betonte, wie sehr sie sich über die große Besucherzahl freut. Nach 45 Minuten wurde mit „They know not“ das Ende eingeläutet und zumindest die The Hope Conspiracy Liebhaber schienen zufrieden.



