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Berichte
The Rise Fest 2010
15.08.2010 | Autor: Patrick Siegmann | Schreibe einen Kommentar | 101 Klicks

The Rise Fest 2010Das The Rise Fest am 7. August fand dieses Jahr zum ersten Mal statt und punktete schon jetzt mit Bands wie Ruiner, Just Went Black oder Ritual, um nur einige hochkarätige Acts zu nennen. Die Location, das Kulturzentrum Bad, gelegen in den idyllischen Herrenhäuser Gärten in Hannover war dabei auch nicht schlecht gewählt. Organisatorisch gibt es deswegen erst einmal wenig zu beklagen, außer dass das Essen der Vegan Fast Food Crew aus dem Ruhrgebiet bereits nach knapp drei Stunden ausverkauft war und man so mit leerem Magen den Rest des Tages verbringen durfte.


Da halfen auch die ab den Abendstunden angeboten Pommes nicht viel weiter. Wie dem auch sie, musikalisch ging es mit Komatoz aus Russland los. Leider erschien mir diese Band etwas deplatziert auf diesem Festival, denn der ziemlich crustig und metallisch klingende Hardcore lockte nicht viele Fans vor die Bühne. Schade für die Band und auch für den Veranstalter. Die Lokalmatadoren von Get The Point hingegen machten es da schon besser: Strickt nach vorne gespielter, ab und an auch melodischer Hardcore, der zwar durchaus ausbaufähig ist, aber dennoch an manchen stellen zu begeistern wusste. Dadurch, dass die Hannoveraner aber noch recht jung sind, lässt sich da sicher mit steigender Erfahrung noch ordentlich Defizit wett machen. Ein wirklich solider Auftritt. The Vaders aus Ibbenbühren schafften es an diesem Tag als erste, das Publikum wirklich aktiv mit einzubeziehen. Die Band wusste vor allem durch die Sing-A-Long Parts zu begeistern, was Deny Everything im Anschluss noch etwas ausbauten. Deny Everything, die sich ja im Oktober auflösen werden, legten eine erstklassige Show auf‘s Parkett. Die Band präsentierte sich energievoll und gab alles. Das gefiel auch den Zuschauern, die bei Songs wie „You And You‘re Freinds Are Dead“ ordentlich Rabatz machten. Patsy O‘hara taten es ihren Vorgänger gleich und gingen mit voller Kraft ran ans Werk, zwar hatten sie es bei den Zuschauern nicht ganz so leicht, wussten aber trotzdem das Eis zu brechen und die Masse in Bewegung zu versetzen. Am späten Nachmittag überzeugten Tacklebbery nicht nur musikalisch, sondern auch von der Bühnenshow her. Nachdem Frontmann Hannes eine kurze Kussszene mit einem Herren aus den Publikum hatte und anschließend mit charmanten und witzigen Ansagen die restlichen Zuschauer um den Finger gewickelt hatte, gab es bei „Me and the Piskit“ kaum noch ein Halten. Einer der gelungensten Auftritte an diesem Tag! Die Hamburger von Just Went Black sind längst alte Hasen in der deutschen Hardcore-Szene und schon nach den ersten Akkorden des Openers „The City Lights“ hatten sie die Zuschauer vor der Bühne fest in ihrer Hand. Es folgten alle bekannten Stücke der Band, von „Withered (A Goodbye)“ bis zu „The Middle of Nowhere“ von der aktuellen Crossroads 7“. Es blieb also gewiss für Anhänger der Band kein Wunsch offen. In der Dämmerung spielten Goldust ein recht kurzes, aber dennoch spannendes sowie druckvolles Set, das beim Publikum trotzdessen, dass die Musik der Band aus Münster im Gegensatz zu denen vorher ehr schwere Kost war, sichtlich gut ankam. Ritual, die gleich im Anschluss spielten, legten eine routiniert wirkende und gewohnt tolle Show hin, kein Wunder dass die Jungs da im Oktober mit Unbroken in London spielen dürfen! Schade nur, dass es dieses mal keinen Song wie „Take Heart, Stay Punk“ oder „Actress, Little Actress“ von der ersten LP der Recklinghäuser zuhören gab. Einer kleiner, wenn auch zu verzeihender Wermutstropfen. Die eigentlichen Headliner des Tages waren Ruiner, welche vor dem eigentlich Hauptact, nämlich Carpathian, spielten. Ruiner aus Baltimore befanden sich auf ihrer letzten Tour und ziehen nun mit Bands wie Verse oder Go It Alone gleich, die sich auf ihren Höhepunkten aufgelöst haben. Die Band um Rotschopf Rob Sullivan gab sichtlich alles und schien nicht gezeichnet von den Strapazen der vergangenen Wochen auf Tour zu sein. Beim abschließenden „Adhering To Superstition“ wurde die gesamte Band vom Publikum lauthals in den Schatten gestellt. Ich denke besser kann eine Show auf einer Abschieds-Tour nicht laufen. Carpathian hatten dem leider nicht mehr allzu viel entgegenzusetzen, zwar machte das Publikum hier auch ordentlich mit, aber der Saal war deutlich geringer gefüllt als noch zuvor bei Ruiner. Die Australier spielten ihre komplette neue 7“ „Wanderlust“, inklusive dem Joy Division-Cover „Shadowplay“ und die bekanntesten Songs ihrer „Isolation“ LP, allen voran „Cursed“, der beim Publikum sichtlich am besten ankam. Durchaus ein gelungener Abschluss für das The Rise Fest, welches aus meinen Augen ein voller Erfolg war. Zwar gab wie es gesagt ziemliche Probleme mit der Versorgung mit Essen, aber angesichts der guten Location und der großartigen Stimmung kann man darüber ruhig hinwegblicken. Da ist es auch kein Wunder, dass das Festival mit mehr als 400 Besuchern mehr als komplett ausverkauft war. Sollte es nächstes Jahr wieder ein The Rise Fest geben, was ich doch stark hoffe, dann sollte man doch ruhig mal nach Hannover fahren und sich das Spektakel angucken. Es lohnt sich!


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