Was wurde die Trash Talk Show im Vorfeld angespannt erwartet. Noch einmal vorm Jahresende die Sau `rauslassen lautete die Devise und dementsprechend wurde dann auch die ungeliebte Matrix als Location akzeptiert. Zwar spielte das Wetter nicht so ganz mit und man musste sich mit dem Auto durch den Schnee kämpfen oder mit verspäteten Zügen herumschlagen, aber irgendwann war man dann auch mal in Bochum und konnte sich unter der Erde vom Schneetreiben ablenken lassen.
Los ging’s um 20 Uhr mit dem metallastigen Hardcore von Sundowning aus Essen.
Die vier jungen Herren begannen ihr Set direkt mit einem neuen, noch unbetitelten Lied und gingen dann direkt in den ebenfalls nicht auf ihrer Debüt EP erschienen Song „Pestilence“ über. Anfangs wurde die Band zwar noch von leichten Soundproblemen geplagt, sie konnte aber dennoch relativ viele neugierige Menschen vor die Bühne ziehen und bei Songs wie „Salvations“ oder „Disbelief“ trat dann auch der erste Wiederkennungseffekt ein. Insgesamt ein solider Auftritt, mal sehen, wie sich Sundowning im Laufe des nächsten Jahres weiterentwickeln, ein guter Grundstein ist jedenfalls gelegt.
Nach einer kurzen Umbaupause war es Zeit für die Franzosen Black Spirals. Dass diese zum ersten Mal in Deutschland waren, mochte man erst gar nicht glauben in Anbetracht der vielen begeisterten Menschen da vorne, die teilweise sogar textsicher waren und an jeder passenden Stelle zu moshen anfingen.
Routiniert spielten die Pariser ihren angepissten Hardcore und stellten ihre Demo „Fear The Spirals“ vor. Da sie anscheinend so angetan vom Publikum waren (was umgekehrt größtenteils auch so war) wurde an den letzten Song noch einer drangehängt und noch einer…
Nach 20 Minuten war dann aber Schluss und die Menge machte sich bereit für Against Your Society, die in diesem Jahr einfach überall sind, aber das auch noch wirklich berechtigt. Kaum eine deutsche Band ist momentan live so stark und überzeugend wie AYS und wieso sollte es an diesem Abend anders sein?
Gestartet wurde denn auch mit „Nemesis“ und direkt zu Beginn rasteten die Leute aus – zumindest vor der Bühne. 10 Lieder umfasste das Set und von dem immer gut ankommenden „Wreck My Soul“ über „Path Of Ages“ bis zum abschließenden „Snowblind“ war alles dabei. Der Sound war zwar nicht so super, dass man alle Ansagen problemlos verstehen konnte aber es war noch akzeptabel und zumindest eines konnte man nicht überhören: Nächstes Jahr kommt ein neues Album und wenn das so einschlägt, wie die alten Songs kann ja eigentlich nichts schief gehen.
Dass aber alles noch eine Spur härter, angepisster und aggressiver geht zeigte dann der Auftritt von den Kaliforniern Trash Talk. Vor der Bühne ging es wie erwartet brutal zu und man konnte sich gar nicht retten vor den ganzen Füßen und Armen, die im Laufe des Auftritts gegen einen prallten. Aber das hat man ja nicht anders erwartet und im Grunde genommen macht doch eigentlich genau das den Reiz von Trash Talk aus:
Bei einem Gig von ihnen kann man endlich mal alle Aggressionen wegwerfen, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben, und bei den diesmal gespielten Songs ging das ganz wunderbar: „Walking Disease“, „Babylon, CA“ oder „The Hand That Feeds“ – es blieben wohl nur wenige Wünsche offen. „Manifest Destination“ kam mit am besten an, aber auch die zwei vorgestellten neuen Songs konnten durchaus überzeugen und machten Lust auf das bald erscheinende neue Album. Als dann mit „Sacramento Is Dead“, „Lepers To Feed The Lepers“ und „Birth Plague Die“ nach 25 Minuten der Gig abgeschlossen wurde, musste auch der letzte Rumtobende mit seinen Kräften kämpfen. Danach ging wohl der Großteil der Trash Talk Anhänger begeistert nach Hause. Na klar, das war kein völlig krasser Auftritt in einem Wohnzimmer -wie in Ghent zwei Tage- zuvor aber auch so hat es sich durchaus gelohnt, die lange Reise durch den Schnee Richtung Bochum anzutreten.






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