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Interviews
Interview mit 108
20.04.2010 | Autor: Patrick Siegmann | 2 Kommentare | 78 Klicks

Interview mit 108
Interview mit 108 (Vic Dicara)


Patrick: 108 haben sich vor kurzem mal wieder getrennt. Was war der Grund dafür?
Vic: Das ist nicht ganz richtig, wir haben uns nicht ganz getrennt. Lediglich unser Sänger Rasaraja hat sich entschieden nicht länger in 108 zu wirken, da die Band eine andere Richtung eingeschlagen hat, als es seinem Wünschen entsprach. Anstatt die Band aufzulösen, was andere nach so einem schweren Verlust getan hätten, haben wir uns aber entschieden weiterzumachen und uns auch noch weiterzuentwickeln. Wir arbeiten inzwischen schon an neuem Material, welches wieder in die Richtung von unseren ersten Veröffentlichungen wie Holyname oder Songs of Seperation geht.

Patrick: Euer neues und vielleicht auch letztes Album wird in ein paar Tagen auf den Markt kommen. Wie fühlt ihr euch und was bedeutet euch dieses Album?
Vic: Nun, wie ich schon sagte, es wird nicht unser letztes Album sein, wir schreiben schon an neuen Stücken. Aber ich liebe 18.61. Das Album ist wie schmackhafter Rost auf einem eisernen Rohr, welches ein großer Drache mit seinen eisernen Zähnen verspeist.

Patrick: In den letzten Jahren habt ihr mit Deathwish Inc. zusammengearbeitet. Wie denkt ihr über die vergangenen Jahre und wie hat das Label auf eure Trennung reagiert?
Vic: Deathwish wird von tollen Menschen betrieben die wissen, was sie tun. Und sie tun das, was sie tun, sehr gut. Es hat 14 Monate gedauert bis 18.61 endlich fertig war und diese Zeit hat sehr an uns als Band genagt, was auch offensichtlich ist. Fakt ist aber, dass Artwork wie Produktion fantastisch und mehr als zufriedenstellend sind.

Patrick: Gibt es besondere Momente in der Karriere von 108, einige Dinge die eure Leben nachhaltig geprägt haben?
Vic: Wir haben haben am Anfang unserer Karriere in Maryland in einem Krishna-Tempel, der eigentlich ein Trailer war, geprobt. Die Hausnummer war “108″, genau wie unser Bandname. Dort haben wir damals unsere Spoken Word-Kassette aufgenommen. Ein weiterer besonderer Moment war, als eines unserer Bandmitglieder sich mit einem Mitglied einer “Schwester-Band” gestritten hat. Die Situation eskalierte Komplett und in dem Moment konnte man von uns wirklich nicht als eine “Posi-Hari-Krishna-Melody-Core”-Band sprechen. Auch war ein denkwürdiger Moment, als Ras von einem Billard-Cue getroffen wurde, als er an einer Kugel saugen wollte, welche in einer Socke steckte. Als wir Trivikama in Indien trafen war auch sehr denkwürdig, besonders als wir merkten, dass er unsere Band sehr beeinflussen und prägen wird. Auch das Aufnehmen von Threefold Misery war großartig, genau wie die erste Reunion-Show, die war wirklich richtungweisend. Mehr habe ich aber die Proben in Erinnerung, die waren klasse. Als wir Mike Justian in Boston trafen, da wir dort eine Show mit Converge spielen sollten und ihm sagten, dass wir ihn in der Band brauchen. Das war auch denkwürdig.

Patrick: Welches war die beste Show, die ihr je gespielt habt und warum?
Vic: Das kann man nicht so einfach sagen. Es gab eine Menge Shows, die keine Erinnerungen wert sind, ja. Aber es gibt wirklich auch zu viele, die wirklich großartig waren. Wir haben mal mit The Offspring gespielt und deren Auftritt ruiniert, das war wirklich cool. Burning Fight war auch klasse, besonders als ich mich am Ende des Sets wie ein Wolf auf der Bühne aufgeführt habe. Gott, ich weiß nicht. Es hat wirklich Spaß gemacht manchmal in kniehohen, gestreiften Socken und in Unterwäsche auf der Bühne zu stehen. Manchmal sind Shows wegen vollkommen bekloppter Dinge einfach in den Erinnerungen geblieben. Ich erinnere mich noch, als wir 2006 oder 2007 in Prag in einem Wohnzimmer gespielt haben, der Raum war ca. 5 mal 5 Meter groß und voll mit Menschen.

Patrick: Seit 1991 haben 108 fünf Alben herausgebracht, welches ist dein Favorit und warum?
Vic: Threefold Misery. Zur Zeit dieses Albums hatten wir meiner Meinung nach das beste Line-Up und das ständige Touren hat uns unglaublich bei diesem Album inspiriert. Jedes Riff habe ich geschrieben und gespielt, als ob es mein letztes sein könnte.

Patrick: Gibt es etwas in der Zeit mit 108 etwas, was du bereust oder rückgängig machen würdest?
Vic: Nein. 108 ist die Macht, die all dies erst ermöglicht und es so gemacht hat, wie es ist.

Patrick: Die Art von Hardcore, die ihr spielt wird oft als “Krishna-Core” bezeichnet. Folgt jeder in der Band der Philosophie von Krishna und was bedeutet es für euch, eine Krishna-Core-Band zu sein?
Vic: Nein, wir spielen Frazaloopa-Core! Unsere Band besteht aus Spiritualisten, Okkultisten und Transzendentalisten. Wir näheren uns den Dingen an, vor denen die meisten Menschen Angst haben. Sie machen Witze über diese Dinge, aber wenn sie näher an sie herankommen, rennen sie davon wie die wilden Hühner. Wir sind die Erforscher des inneren Selbst, der letzten Grenze. Wir befinden uns auf dem Weg der Selbstwahrnehmung. Wir stehen in Kontakt mit Gott, Sri Krishna und Sri Radha, während die meisten Menschen in Kontakt mit den Simspons stehen.

Patrick: Im letzten Jahr haben sich viele einflussreiche Bands wie Have Heart oder Verse aufgelöst. Wie steht ihr dazu?
Vic: Mir persönlich ist das egal, ich habe diese Bands nie gehört. Dinge gehen eben zu Ende. Das ist okay. Es ist nicht wichtig ob oder wie man stirbt, es wichtig, dass man lebt. Irgendwann werden wir alle sterben müssen. Das ist aber egal, es ist wichtig das wir leben. Jeder Moment kann für immer wären, wenn man sein Bewusstsein erweitert und es zu geistiger Erleuchtung bringt. Wir sind dafür bestimmt zu leben. Wir sind dafür gemacht so zu leben, wie wir es tun, unsere Identität, unsere Gedanken und Emotionen zu entwickeln, so wie sie sind. Wir entwickeln uns weiter, weg von der Illusion namens Zeit, hin zum Kontakt mit dem Übersinnlichen, zu Hare Krishna.

Patrick: Gibt es ein Leben nach 108? Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Vic: Nein. Ich plane mich mit Zyanid vergiften. Jetzt mal ehrlich, neben 108 habe ich eine wundervolle Frau und zwei ziemlich alberne Kinder. Ich habe es schon immer der Band vorgezogen Zeit mit meinen Kindern zu verbringen und sie aufwachsen zu sehen. Kinder sind pures Leben, Erwachsene dagegen sind so langweilig. Ich studiere gerade Philosophie und bin auch als Astrologie tätig (www.vicdicara.com ist mein Seite). Das ist mein Leben, wenn ich nicht Gitarre in 108 spiele und es ist der perfekte Ausgleich

Patrick: Ich überlasse dir die abschließenden Worte.
Vic: Sag nicht “Bis bald” oder “Auf Wiedersehen”. Sei anders, sag auch mal “Lebewohl”


2 Kommentare »
Patrick Siegmann schrieb am 25. Oktober 2011 um 11:50

Haha, ja. Das war mein erstes Interview damals und das musste innerhalb von 24 Stunden entstehen und außerdem kann ich bis heute nichts mit der Band anfangen. Sorry dafür. ;)

Hans schrieb am 25. Oktober 2011 um 07:59

Nicht ganz uninteressant das Interview. Aber deine Rechtschreibung und Übersetzungskünste lassen leider zu wünschen übrig, daran solltest du arbeiten.

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