Interview mit Beatsteaks

Interview mit Beatsteaks

Beim diesjährigen Punk Rock Holiday hatten wir die Möglichkeit mit Arnim Teutoburg-Weiß zu plaudern. Der gut gelaunte Beatsteaks-Frontmann hatte auch sichtlich Spaß und verriet uns unter anderem, welche Punkrockband für ihn völlig überbewertet ist.

Leonie:  Ihr stecht bei dem Punk Rock Holiday derbe heraus, bei dem Lineup, weil ihr, ich sag jetzt mal, keine klassische Punkband seid. Fühlt ich euch als Außenseiter?

Ja, ist aber kein neues Gefühl. Wir fühlen uns auch bei Rock am Ring als Außenseiter oder auf ’nem Metalfestival oder auf ’nem Campus Festival mit K.I.Z., von daher, die Position kennen wir ganz gut. Wir waren ja vor drei Jahren hier und da hatten wir auch so überlegt: Was spielen wir denn jetzt für eine Setlist und so. Und dann haben wir einfach eine geschrieben und das war eins der tollsten Konzerte, die wir je gespielt haben. Wir freuen uns total drauf. Wir sind hier auf diese Position gebucht worden, weil die uns hier so mögen und das ist doch schön.

Leonie: Also passt hier schon die Setlist drauf…

Ja, ich find‘ es völlig ok, ich weiß genau, was du meinst, dass wir so nicht in dieses klassische Bild passen, also wir sind natürlich Punkrockfans aber keiner von uns würde sagen: Ich bin Punkrocker. Wir sind alle in einer Rockband zuhause. Aber ich bin ja Musikfan und wenn alles stimmt, wenn die Songs stimmen und die Aussage und der richtige Moment und der Bierpegel, dann gibt´s keine bessere Musik als Punkrock, finde ich.

Leonie: Ich glaub an dem Bierpegel musst du dir heute keine Sorgen machen.

Ne, genau da nicht aber es ist halt auch wie in jeder Musik irgendwann so langweilig, fand ich halt immer. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass wir Ostberliner sind, wir waren halt eingesperrt und da hieß es immer: Das musst du so machen und das musst du so machen.

Und irgendwie, als die Grenzen fielen, da wollte ich überhaupt keine Grenzen mehr haben. Deswegen war ich immer so ein Fan von The Clash, die alles versucht haben. Also eher von so Punkbands, als von Black Flag, die ich auch super finde, wenn du weißt was ich meine.

Tobi:  Wie ist das so, ihr spielt ja die größten Festival und ihr spielt aber auch kleine Clubshows, wie zum Beispiel im Silo in Töging am Inn. Was hat man jetzt eigentlich als Band von eurem Bekanntheitsgrad her lieber? Hat man lieber 40,50 oder 100000, oder 200?

Der Buchhalter sagt natürlich Rock am Ring, das Ego tut’s auch so, weil es ist natürlich schon sehr beeindruckend und atemberaubend und es können ja auch nicht so viele Bands von sich behaupten, das mal gespielt zu haben. Aber ich fühl mich immer zuhause auf ’ner Clubbühne, weil wir da angefangen haben. Da fängt alles an für ’ne Rockband. Und deswegen ist es auch so, wir können jetzt gar nicht nur noch Hallen spielen. Wir müssen immer da starten. Wenn wir ’ne Platte raus bringen, fangen wir immer an in Clubs und dann kann es größer werden.

Tobi: Aber du bist halt einfach ohne Barrikaden näher am Publikum, näher an den Fans.

Ja ich mag den direkten Kontakt auf jeden Fall aber manchmal denk ich auch: So ein Konzert, das ist irgendwie ja auch so ’n Konzert für mich. Es ist eigentlich völlig egal, wer da ist (lacht) und wie viele da sind. Ich bin auch schon im Club furchtbar auf die Fresse gefallen mit ’nem blöden Konzert. Also es ist jetzt nicht so, dass es im Club immer geil ist. Ich sag mal so, eigentlich ist es so 60 zu 50 für Clubs… ääähhh…60 zu 40, tschuldigung. 60/50 Moin (lacht)…

 

Stefan gibt Arnim einen Stapel Karten mit Sätzen, die es zu vervollständigen gilt. Hier die Sätze mit Antworten:

Wenn ich aufwache, denke ich an meine Tochter.

Wenn ich nochmal ein Kind sein könnte, würde ich Klavier lernen.

Wenn ich wieder zuhause bin, gehe ich mit meiner Tochter spielen.

Die Toten Hosen sind Freunde.

Besoffen sein ist oft geil.

Punkrock ist eine Musikrichtung.

Der schlimmste Ort, um mit einem Kater aufzuwachen ist das Punk Rock Holiday.

Meine Freunde hassen an mir meine Ungeduld.

Das letzte Mal, dass ich etwas zu ersten Mal gemacht habe war: Das darf ich nicht laut sagen.

Lächle, dann geht´s mir gut.

Mein ältester Freund heißt Peter Baumann.

Bevor es das Internet gab, war alles n bisschen entspannter.

Ich glaube an die linke Szene in Deutschland.

Auf Tour, fühle ich mich oft zuhause.

Ich hoffe meine Kinder werden keine Arschlöcher.

Meine Freunde mögen an mir meine Mützen.

Ich werde niemals rechts wählen.

Ich höre Punkrockers-Radio, weil ich heute mitgekriegt habe, dass es sowas gibt und ich werde reinhören.

Ein freier Geist ist was Wunderbares.

Das schlimmste, das jemals bei einer Show passiert ist war, dass ich brechen musste.

Ich würde gern mal die Bühne teilen mit Iggy Pop.

Wenn ich eine Droge wäre, dann wäre ich MDMA.

Die am Meisten überbewertete Punkband ist Green Day.

Der erste Punkrocksong den ich je gehört habe war I wanna be a dog. Nein Stop! Ich mach zurück, der erste war Los Paul von Trio.

Der Berufswunsch meiner Eltern für mich war Artist.

Macht Spaß übrigens.

Wenn ich eine Sache auf der Welt ändern könnte, dann würde ich Geld abschaffen.

Mein jetziges Ich rät meinem zehn Jahre späteren Ich: Hör auf, zu Rauchen!

Wenn ich ein Boxer wäre, dann wär mein Einlaufsong Don´t stop me now von Queen.

Ich bin immer noch auf der Suche nach der Antwort auf die Frage… Bin nicht mehr auf der Suche.

Für einen Tag im Körper einer berühmten Persönlichkeit: Iggy Pop.

Der beste Platz in einem Club ist vor dem Bassisten. (kichert)

In der Schule war ich schlecht.

Wenn ich schlecht drauf bin will man nicht mit mir rum hängen.

Sport treiben ist ganz wichtig für mich.

Wenn ich ein alkoholisches Getränk wäre, dann wäre ich Gin.

Wenn ich ein Bad nehme höre ich hm, ich höre meistens einen Podcast. Der heißt „What the Fuck“-Podcast mit Marc Maron. Der macht tolle Interviews.

Die am meisten unterbewertetste Punkband ist Rocket from the Crypt.

 Dieses Interview ist in einer Zusammenarbeit mit Punkrockers-Radio.de beim Punk Rock Holiday 1.8 entstanden. Leonie Wiethaup (Stageload und Punkrockers-Radio), Stefan Matthäus (Punkrockers-Radio) und Tobi van den Wildmannen (Stageload) haben das Interview gemeinsam geführt.

 

 

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, Berichte
Top-Alben Pascow - Diene der Party, H2O - Nothing to prove, Muff Potter - Bordsteinkantengeschichten, NOFX - Punk in drublic, Wizo - Uuaarrgh!
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