Interview mit Dog Eat Dog

Interview mit Dog Eat Dog

Zum ersten Mal überhaupt waren Dog Eat Dog beim Punk Rock Holiday gebucht. Nach ihrem Auftritt hatten wir die Möglichkeit mit Gründungsmitglied Dave Neabore, seines Zeichens Bassist, zu sprechen. Völlig locker und gut gelaunt hat er uns Rede und Antwort gestanden.

Schön, dass du dir die Zeit nimmst. Ich habe mir gerade euren Auftritt angesehen und schon das Gefühl bekommen, dass ihr Spaß hattet. Soweit ich mitbekommen habe, seid ihr das erste Mal beim PRH, oder?

Ja, es ist unser erstes Mal beim Punk Rock Holiday. Wir wollten schon längst mal hier spielen und so viele von unseren Freunden haben hier schon gespielt. Und die haben immer wieder gesagt, dass wir hier hin müssen aber wir müssen natürlich eingeladen werden. Und dieses Jahr haben wir endlich eine Einladung bekommen. Darüber waren wir auch echt überglücklich.

Dog Eat Dog schauen ja auf eine lange und durchaus auch erfolgreiche Karriere zurück. Habt ihr aktuell auch neues geplant? Vielleicht einen Nachfolger für die „Brand New Breed“-EP?

Wir sind in den letzten Zügen, einen neuen Plattenvertrag zu unterzeichnen, mit einem deutschen Label sogar. Es ist ein kleines Label, aber sie helfen Dog Eat Dog, unseren Namen zurück zu bringen und neue Platten zu veröffentlichen. Vielleicht werden wir da auch unsere bisherige Diskografie neu auflegen. Auf jeden Fall wird es neue Dog Eat Dog-Musik geben.

Letztes Jahr haben wir ja „Brand New Breed“ veröffentlicht, die EP gibt es auf Spotify, iTunes und so weiter. Wir haben diese EP hauptsächlich für unsere Fans gemacht. Es war ja auch eine limitierte Auflage, die mittlerweile ausverkauft ist. Das Label wird aber eine Reissue machen – und in der zwischenzeit arbeiten wir an einem Album.

Ist der Labelwechsel der Grund, warum ihr kein Merchandise dabei habt?

Du bist jetzt der zweite, der das fragt. Wir haben eigentlich schon Merch. Wir wissen wirklich nicht, warum nichts da ist, irgendwas ist da falsch gelaufen. Wir verkaufen normal schon Merch auf jeder Show.

Eure Tour geht ja weiter. Bleibt ihr trotzdem noch etwas hier?

Ja. Glücklicherweise haben wir ein paar freie Tage, bevor es weiter geht. Daher können wir morgen auch noch hier sein und ein kleines bisschen Urlaub genießen. Dann reisen wir weiter und John muss dann ins Studio zum Aufnehmen, Denn solange wir hier sind, nehmen wir jede Option wahr, um am neuen Album zu arbeiten.

Warst du schon am Fluss zum Baden?

Nein, noch nicht. Wir kamen relativ knapp an, hatten eine Stunde Zeit und dann mussten wir schon auf die Bühne. Aber wir sind eben morgen auch noch da. Da wird’s schon klappen.

Viele werden sich das schon gedacht haben: Dog Eat Dog sind mehr eine Liveband als eine Studioband. Auf die lange Zeit der Existenz sind die Zahlen der Veröffentlichungen doch relativ überschaubar. Ist euch das Touren einfach wichtiger oder warum ist das so?

Wir haben uns auch nie als Studioband gesehen. Wir sind schon mehr ein Liveerlebnis. Die Energie, die man auf der Bühne versprüht: Das kannst du nicht auf einen Tonträger bannen. So hat es sich auch auf jeder Platte angefühlt irgendwie. Später dann, speziell auf der neuesten EP haben wir es in unseren Augen endlich geschafft, das etwas besser auf Platte zu bringen, was wir live fühlen und spielen. Das hat natürlich auch mit dem Produzenten und den Rahmenbedingungen zu tun.

Das andere ist natürlich auch immer ein Kriterium gewesen: Wer bezahlt die Aufnahmen und die Platten? Wir waren einfach nie in der Position, wo wir die Brieftaschen aufmachen konnten und selbst unsere Platten zu finanzieren. Als wir Roadrunner verließen, hatten wir keinen Plattenvertrag, also war es einfach nicht drin, großartig Platten raus zu bringen. Mit dem neuen Label im Rücken werden wir hoffentlich etwas produktiver sein.

Wichtig ist ja auch, dass man nicht zu viele Alben macht und dafür die Qualität für sich spricht.

Das ist bei uns sicher so, denn wir sind selbst unsere härtesten Kritiker und wir werden niemals etwas veröffentlichen, wenn wir nicht guten Gewissens Dog Eat Dog drauf schreiben können. Das, was aber immer bleiben wird ist, und das haben wir von Anfang an so gehandhabt, wir werden nie bei einem Stil bleiben. Wir brauchen Abwechslung und wir entwickeln uns. Wir haben einen neuen Gitarristen, der ein unglaublicher Musiker ist und der hat auch dynamische neue und interessante Ideen, die mit einfließen. Aber die Attitüde bleibt, der Spirit bleibt – that´s us!

Habt ihr Länder oder Städte oder Clubs die euch besonders viel bedeuten?

Osteuropa war immer sehr gut zu uns. Polen, Tschechien, Slowenien – diese Länder bringen uns immer einen mega enthusiastischen Support entgegen. Auch Deutschland war immer ein Standbein für uns.

Ihr selbst werdet als Crossover bezeichnet. Was hört ihr in eurer Freizeit so?

Jeder Einzelne würde dir hier eine andere Antwort geben, das ist das Schöne an Dog Eat Dog. Wir hören alle verschiedene Musik. Wenn du mal Backstage Dog Eat Dog als DJs erlebst, dann kann dir alles passieren – Hardcore, Punk, Funk, HipHop. Bei mir sind es immer Sachen, die keine Sau kennt. Wer bei mir ins Auto einsteigt, stellt immer die Frage: Was zur Hölle ist das? Aber um etwas zu nennen, was uns alle verbindet – Bad Brains.

I really liked Volbeat a lot.

Liked?

Ich mag sie immer noch. Aber die ersten drei Alben oder so waren einfach was Neues, was Emotionsgeladenenes. Ich bin aber wirklich für alles offen. Ich liebe alle 80s Thrash und HC Bands.

Seit „ISMS“ sind mehr als 20 Jahre vergangen. Für mich und meine Generation war das damals ein wichtiges politisches und sozialkritisches Statement. Wie seht ihr heute politische Entwicklungen und den Weg, den der Mensch beschreitet?

Wir haben beispielsweise die Lyrics auch zu „Trumpism“ verändert. Klar geht das an uns nicht vorbei. Wir haben uns damals auch von Rage Against The Machine beeinflussen lassen, die wir sehr respektieren, aber wir als Band haben eigentlich weniger diese politische Schiene drauf. Wir sind da eher die Party- und Freundschaftsband. Es gibt einfach Bands, die dieses Politzeug zu ihrem Programm gemacht haben und das auch besser können als wir.

Wir sind Leute, die sich interessieren, ich schaue jeden Tag Nachrichten, aber diese Band ist einfach nicht das Vehikel um Politisches in die Welt zu posaunen. Wir sagen aber ganz klar, dass wir diese „ISMS“ einfach nicht wollen. Nicht auf unserer Bühne und nicht in unserem Leben. Wir wollen einfach nicht etwas predigen, von dem wir selber zu wenig Ahnung haben. Das macht einen unglaubwürdig und lächerlich.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, Berichte
Top-Alben Pascow - Diene der Party, H2O - Nothing to prove, Muff Potter - Bordsteinkantengeschichten, NOFX - Punk in drublic, Wizo - Uuaarrgh!
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