Interview mit Hawser

Interview mit Hawser

Die Niederlande sind in Sachen Hardcore schon längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. HAWSER aus Dodrecht sind derzeit ganz schön auf dem Vormarsch und beendeten erst kürzlich ihre Europatour mit Downpresser. Ihre neue Scheibe „Young And Restless“ erschien am 12.06.2014. Worum es da so geht und wie die Tour mit Downpresser war erzählt uns Sänger Stijn.

Stageload: Hey Jungs, was geht? Stellt euch doch kurz vor.

Stijn: Hi, uns geht’s super, danke! Wir sind Hawser, eine vierköpfige Hardcore-Band aus den Niederlanden.

Stageload: Ihr seid gerade mit Downpresser in Europa unterwegs, wie gefällt es euch und wie war die Tour bis jetzt?

Stijn: Die Tour war großartig. Die Jungs von Downpresser sind super nett und wir haben ziemlich verrückte Shows gespielt. Vor allem Großbritannien war überraschend gut.

Stageload: Gab es irgendwelche witzige spontane Situationen auf der jetzigen Tour, die euch spontan einfallen?

Stijn: Es gibt wirklich keine Tour die ohne witzige Situationen vergeht. Es war zwar nicht wirklich unvorhersehbar aber als wir Downpresser vom Flughafen in Brüssel abgeholt haben, haben wir sie glauben lassen, dass unser englisch so dermaßen schlecht sei das wir sie nicht so wirklich verstehen können. Wir haben dann einfach eine Stunde durchgängig niederländisch im Van gesprochen, bis wir plötzlich anfingen fließend englisch zu reden. Das war ziemlich lustig. Auch hielten wir am Flughafen ein Schild mit „Downspresors“ hoch. Sie waren ganz schön perplex aber die Situation war echt lustig.

Stageload: Im Januar 2013 habt ihr eure debüt EP “Shallow Earth” veröffentlich. Wie waren die Resonanzen?

Stijn: Ich muss zugeben das ich nicht glaube, dass unser Album wirklich eine Resonanz erzeugt. Das Album ist jetzt nicht der Knaller aber es gab uns die Gelegenheit in Deutschland zu spielen, was uns einige neue Wege ermöglicht hat. Wir haben ein paar unserer Release-Shows mit Risk It gespielt und sie wurden wirklich gute Freunde. Durch diese Beziehung lernten wir Thomas kennen, der bei Farewell Records arbeitet. Er holte uns mit ins Boot und dies führte dann letztendlich dazu, dass wir bei Farewell Records unterschrieben haben.Stageload: Euer neues Album „Young And Restless“ wird am 12.06.2014 veröffentlicht. Wie lange habt ihr an dem Album geschrieben und woher nehmt ihr eure Ideen?

Stijn: Wir haben im Grunde schon angefangen „Young And Restless“ zu schreiben als „Shallow Earth“ gerade fertig war. Jedoch haben wir viele Songs wieder rausgeschmissen weil wir der Meinung waren, dass sie einfach nicht ausreichen oder nicht zu unserem Sound passen. Ich denke, wir haben ca. ein Jahr daran geschrieben. Es war viel Müll dabei den wir direkt wieder weggeschmissen haben. Unsere Ideen variieren aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir uns alle für einen geradlinigen Sound entschieden haben. Keine verwirrenden Intros, nur eine menge Lärm. Textlich gesehen ist es einfach viel persönlicher geworden, „Shallow Earth“ist nur Kritik an der Welt und die Menschen im Allgemeinen. Die Lyrics von „Young And Restless“ zielen wirklich auf bestimmte Personen und Gefühle, aber in einem gewissen Sinn sind sie auch ziemlich universell.

Stageload: Erzählt doch kurz die Geschichte die hinter „Young And Restless“ steht. Und welchen Einfluss nehmen Politik und Religionen hierbei?

Stijn: „Young And Restless“ ist zum größten Teil eine persönliche Geschichte über das jung (und unruhig) sein, aber im Einklang mit beidem. Es geht um jugendliche Angst (so dramatisch das auch klingen mag), verlorene Liebe, das Verlangen nach mehr als dem Ort in dem du lebst, die nutzlosen Freitagnächte, in denen man um 03:00Uhr nachts nicht weiß wo man hin geht und ob es gut ausgeht; im Grunde die Erfahrung die man beim Erwachsenwerden macht. Ich denke (und hoffe), es ist etwas, dem eine Menge Leute zustimmen werden.

Stageload: Was unterscheidet „Shallow Earth“ und „Young And Restless“?

Stijn: Ich glaube der Hauptunterschied ist die Tatsache, dass „Shallow Earth“ einfach die Welt und deren Menschen mit vielen philosophischen Fragen kritisiert, während „Young And Restless“ viel mehr geradeaus geht und ich gezielt auf Menschen in meinem Leben losgehe, die genau diese Gefühle verkörpern die ich auf „Young And Restless“ beschreibe.Stageload: Habt ihr als Band Wünsche wie z.B. das Touren mit einer bestimmten Band oder einen Ort an dem ihr alle am liebsten mal spielen würdet?

Stijn: Eine Tour durch die USA ist eines unserer großen Ziele die wir haben. Für eine Euro-Hardcore-Band ist der “American Dream“ immer noch sehr lebendig. Und solange eine Band freundlich und bodenständig ist, haben wir wirklich nicht das Verlangen mit einer bestimmten Band zu touren. Es geht darum eine gute Zeit zu haben. Ich hänge lieber mit einer Reihe coolen Leuten von unbekannten Bands ab als mit einer Band die vielleicht meine Lieblingsband ist, um dann herauszufinden, dass sie die größten Dummköpfe sind und ich zwei Wochen mit ihnen im Bus verbringen muss.Stageload: Euer Motto lautet “Work hard. Fuck what others think. Do what you have to do, your way. Stay young, stay restless.”. Ist das euer ganz persönlicher way of life oder steht ihr gemeinsam als Band hinter diesem Motto?

Stijn: Auf der Platte heißt es: „Take a risk, change for the better, drop those who suck you dry and focus on those who stand by you. Stay young. Stay restless.“ Diese Lines beschreiben im Grunde den lyrischen Inhalt des Albums. Ich denke das es persönlich ist, jedoch steht die komplette Band hinter dem Motto und den Lyrics. Die letzten Jahre meines Lebens haben mir wirklich die Augen geöffnet, sodass ich gesehen habe das dort Leute um mich herum sind, die ich nicht brauche. Menschen, die dich auf deinem Weg aufhalten obwohl niemand das Recht dazu hat. Es sollte hierbei keine Kompromisse geben. Du solltest nicht in das Leben anderer involviert sein, wenn du nichts wertvolles zu geben hast, und umgekehrt. Trenne dich von deiner verdammten Krawatte, geh ein Risiko ein. Du willst leben!Stageload: Vielen Dank für eure Zeit und viel Erfolg mit „Young And Restless“! Die letzten Worte gehören euch.

Stijn: Danke vielmals! Danke auch an Farewell Records, Stronger Bookings, Strive PR und Legends Arising. Ich würde gerne noch so viel mehr Leuten und Bands danken aber ich möchte niemanden vergessen.

Autor Manuel Lohschmidt
Wohnort Jever
Beruf Social Media Manager
Dabei seit August 2013
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Top-Alben Sinking Ships - Meridian, Another Breath - Not Now Not Ever, Have Heart - The Things We Carry, Killing The Dream - In Place, Apart, Go It Alone - Vancouver Gold, The Carrier - One Year Later, Dead Hearts - Bitter Verses, Dirty Money - No Escaping This
Die besten Konzerterlebnisse Have Heart - Hamburg, Have Heart - Bielefeld, Mindset - Mannheim, Turnstile - Groezrock, The Effort - Bremen, Sinking Ships - Bremen, The Carrier - Berlin, Another Breath - Bremen, Carpathian - Münster

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