Interview mit Kaiser Franz Josef

Interview mit Kaiser Franz Josef

Eine Band aus Österreich macht sich auf, um den Rock zu retten, und das mit viel Prunk und Bombast – denn verlegen sind die Jungs um Kaiser Franz Josef keineswegs. Stehen dieser kernigen Musikrichtung mit dem selbsternannten Rock-Adel und ihrem neuen Album „Make Rock Great Again“ goldene Zeiten bevor, oder bleibt alles so wie es ist. Wir haben mal selbst nachgefragt und uns mit den drei Rockern unterhalten. Wie sie zu ihrer Musik stehen, warum sie Donald Trumps Wahlspruch abgewandelt haben und wo die Reise noch hinführt, erfahrt ihr hier:

Stageload: Hi zusammen! Vielen Dank für die Möglichkeit, dieses Interview mit Euch zu führen. Bevor wir anfangen, könntet Ihr Euch für unsere Leser bitte kurz vorstellen?

Kaiser Franz Josef: Wir sind Kaiser Franz Josef, eine Rockband aus Wien.

Für Euer neues Album „Make Rock Great Again“ habt Ihr Euch bei Donald Trumps Wahlkampfspruch von 2016 bedient. Eine gewagte wie auch ungewöhnliche Idee. Wie seid Ihr darauf gekommen?

Die Idee kam bei einer unserer unzähligen und langen Busfahrten. Wir wollten uns zuerst über Trumps Wahlkampfspruch belustigen, später ist uns aufgefallen, dass das eigentlich die Mission ist.

Was liegt denn Eurer Meinung nach bei der Rockmusik im Argen, dass man ihr zu neuer Größe verhelfen müsste? Und seit wann ging es denn bergab?

Die Rockmusik ist seit längerem nicht mehr die Popularmusik die sie einst war und seit Ende der 90er ist Rock nur noch ein Nischenprodukt.

Sham (Euer Frontmann und Gitarrist) hat mal gesagt, dass Ihr den Älteren Fans das gebt, was sie von Rockmusik erwarten und den jungen Generation, das, was sie noch nicht kennt. Könnt ihr das ein wenig genauer ausführen? Immerhin hören ja auch junge Leute AC/DC oder Black Sabbath. Was genau macht Ihr besser als andere Bands in Eurer Generation?

Was uns besonders macht ist, dass wir nicht krampfhaft versuchen das Rad neu zu erfinden. Wir schieben an, was Ende der 90er zum stehen gekommen ist.

Kaiser Franz Josef gibt es ja bereits seit 2009. Stören Euch da manchmal die Vergleiche mit Soundgarden, Wolfmother und Konsorten oder würdet ihr lieber eine Referenzband für andere junge Bands sein?

Das wir mit Soundgarden, Wolfmother und anderen verglichen werden stört uns nicht, weil die Musikhörer irgendeine Referenz brauchen um zu analysieren, ob sie es hören wollen oder nicht. Uns ist das eigentlich egal. Außerdem heißt das nicht, dass wir keine Referenzband für andere junge Bands sein können.

Ihr werdet in Promo-Schreiben auch gerne als Rock-Adel bezeichnet. Das bringt mich zu der Frage, wie Ihr denn zu Eurem außergewöhnlichen Namen gekommen seid?

Wir haben einen geilen Namen gebraucht und den für genial befunden.

Zu Euren Einflüssen zählt Ihr keine geringeren als AC/DC, Black Sabbath oder Led Zeppelin. Wenn wir noch mal auf „Make Rock Great Again“ zu sprechen kommen: Welche Meilenstein-Alben im Rock würdet Ihr sagen, haben Euch auf diesem Album inspiriert? Und warum gerade diese Werke?

Uns haben keine einzelnen Werke inspiriert. Wir machen generell Musik die wir selber gerne hören würden. Wir haben uns während der Arbeiten am Album gegenseitig inspiriert und jeder von uns bringt seine eigenen Inspirationen mit.

Die Tour zu Eurem neuen Album ist in vollem Gange. Zuvor wart Ihr als Support von AC/DC unterwegs. Was sagt Euch denn mehr zu, selbst die Headline-Shows zu spielen oder im Vorprogramm von derartigen Rock-Ikonen die Fans anzuheizen?

Hat beides seine Vorzüge, wie sich jeder denken kann.

Wenn Ihr an Eure vergangenen Shows denkt, was war die wohl kurioseste Situation die Ihr auf, vor oder fernab der Bühne auf Tour erlebt habt?

Der komplette Tag bei Rock am Ring. Backstage mit den größten Acts. Aber jeder Gig ist etwas besonderes, das haben wir uns schon oft gedacht. Selbst wenn wir mal in einer Scheune spielen (lacht).

Habt Ihr einen Plan über Euer neues Album hinaus, wie Ihr dem Rock wieder auf die Beine helfen könnt, bzw. auf was dürfen sich Eure Fans noch einstellen?

Das nächste Album nachlegen und Gigs spielen bis der erste stirbt.

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
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