Interview mit Novelists

Interview mit Novelists

Am 6. November erschien das neue Album der Novelists – das erste Album der Franzosen, das über ein großes Label erschien. Vor ein paar Wochen, am 15. Oktober 2015, ist Stageload der Sache mal näher auf den Grund gegangen und führte ein Interview mit Matt und Nicolas. In Dresden angekommen, wusste allerdings nur der Tourmanager über das Interview Bescheid. Die Protagonisten hatten keinen blassen Schimmer, was aber zum Glück kein Problem sein sollte. Bassist Nicholas wollte das Interview dann spontan gerne mit Frontmann Matt zusammen machen. Dieser willigte Zähne putzend ein und alle Hürden waren genommen: Wenn ihr also wissen möchtet, wie die Jungs zu dem Album stehen und wie es sich für sie anfühlt, endlich bei einem Label unter Vertrag zu sein, lest selbst:

Wie lief denn die Tour bis jetzt?

Matt: Verdammt cool. Wir touren ja nicht so viel. Das ist jetzt unsere zweite große Tour und es ist echt cool. Das sind einfach die besten Erinnerungen.

Nicolas: Ja genau. Wir haben uns schon sehr auf das Touren gefreut. Wir haben ja den Van, der ist echt gemütlich! Und es macht echt so viel Spaß.

Bald kommt euer neues Album Souvenirs heraus. Wie ist es, das erste Album in der Tasche zu haben?

Nicolas: Es ist unser erstes Album, das wir als Novelists aufgenommen haben. Davor hatten wir schon Alben als eine andere Band. Aber – es ist das erste Album, das bei einem großen Label veröffentlicht wird. Also wird es viel PR und Presse geben. Es fühlt sich echt komisch an und wir können es wirklich kaum noch abwarten! Das Album ist fertig seit sechs Monaten. Das Warten ist echt schrecklich! Es fühlt sich aber gut an, zu wissen, dass es nicht mehr lange dauert, bis es draußen ist. Und vor allem, dass es dann jeder anhören kann. Es war echt stressig, wir haben zwei Jahre daran gearbeitet. (beide lachen) Wenn es den Leuten dann also nicht gefällt, wären wir wirklich sehr enttäuscht.

Warum habt ihr den Titel Souvenirs gewählt?

Nicolas: Nun, wir haben uns die Songs zwei Jahre lang angehört und wir dachten irgendwie immer an Melancholisches und an Erinnerungen. Bei jedem Song. Ich weiß noch, wir waren im Van auf Tour. Vor einem Jahr ungefähr. Irgendwer warf dann den Namen Souvenirs in den Raum, ein Titel von einem unserer Songs. Es war einfach offensichtlich. Wir haben keine Sekunde darüber nachgedacht, jeder war damit einverstanden.
Und zusätzlich ist es dasselbe Wort wie im Französischen. Das mögen wir sehr. Denn wir sind echt stolz darauf, aus Frankreich zu sein und das wollten wir irgendwo mit einbringen. Es ist nur etwas Kleines, aber für uns ist es wichtig.

Ihr hattet ja ein paar Gastmusiker am Start. Warum habt ihr diese gewählt?

Nicolas: Der erste ist Pierre. Er ist von einer französischen Band. Florestan war mal mit ihm in einer Band. Es war eigentlich klar, denn er ist einer der besten Musiker, den wir kennen.

Matt: Ja, er ist ein verdammtes Monster!

Nicolas: Wir sind echt stolz darauf, was er für unser Album gemacht hat. Der zweite ist Plini. Er ist ein australischer Gitarrist.

Matt: Ich habe nur mal so im Internet bei Youtube ein bisschen geschaut und habe dann seine Songs entdeckt.

Nicolas: Ja, er hatte sie uns dann gezeigt und wir wurden sofort alle Fans. Und wir fragten ihn, ob er Lust hätte, für unser Album etwas aufzunehmen. Und er war einverstanden. Wir wollten eigentlich, dass er ein cooles Solo am Ende eines Songs macht, aber das hat irgendwie nicht gut funktioniert. Also haben wir uns für ein smoothes Jazz-Solo entschieden. Das kann er einfach am besten und ich bin echt begeistert davon. Der dritte ist eine deutsche Sängerin. Sie ist nicht so bekannt, ich hoffe sie wird es noch.

Nicolas: Wir waren uns anfangs erst nicht sicher, ob wir zwei Features in einem Song haben möchten. Aber wir sind jetzt echt froh, es so gemacht zu haben und finden es echt toll, wie sie geworden sind.
Es sind keine super bekannten Leute, die man dafür bezahlen muss.

Matt: Aber solche wollten wir auch nicht. Wir wollten talentierte Leute. Weil uns das auch scheiß egal ist, wie bekannt sie sind.

Nicolas: Genau, wir wollten Leute, die ein Plus für unser Album sind. Auf der musikalischen Seite und nicht auf der ideellen. So wie, „Wir haben ein Feature mit Oli Sykes gemacht“. Ich meine, das wäre gut für PR gewesen, aber für so etwas muss man bezahlen und dann weiß man nicht mal, ob es überhaupt dazu passt. Und unsere Features passen echt perfekt zu uns.

Nicolas: Wir wollten etwas, dass ehrlich ist. Ich glaube, Features, die man nur wählt, um berühmter zu werden sind nicht wirklich keine gute Idee.

Ihr habt das Album gemastered, Charly hat das Cover designed und kümmert sich auch um den Merch. Ist es euch wichtig, mehr für die Band zu tun, als „nur“ Musik zu schreiben?

Matt: Ich würde nicht sagen, dass es wichtig ist. Wir haben die Möglichkeiten das zu tun. Also, es ist vielleicht besser so, als müssten wir es über verschiedene Typen regeln. Jeder in der Band hat etwas zu tun. Amael zum Beispiel produziert die Songs ebenfalls. Es ist leichter für uns, wenn wir alles unter uns regeln können.

Nicolas: Ich glaube, es ist mehr, als nur einfacher. Für mich ist es wichtig. Für mich fühlt es sich eben gut an, dass auch die Designs Teil der Band sind. Unsere Musikvideos würde ich am liebsten auch selbst machen. Es ist mehr, als nur Musikmachen. Wenn wir zu einem anderen Produzenten gegangen wären, hätte sich alles wahrscheinlich so anders angehört. Und da wir alles selbst machen, können wir auch alleine entscheiden, wie es sein soll. Wir müssen also keine Kompromisse eingehen.

Also, über die meisten Dinge, die wir tun, sind wir echt glücklich und mögen sie. Und wenn es jemand anderes gemacht hat, gefällt es uns meistens nicht so sehr. (beide lachen)
Das ist echt frustrierend. Was übrigens nicht auf die Musikvideos zutrifft. Die zwei, die wir bereits veröffentlicht haben, haben wir mit einem Typen gemacht, der macht echt einen klasse Job!

Ihr seid eine der ersten Band, die bei dem neuen (alten) Label Arising Empire unter Vertrag ist. Wie kam es dazu?

Matt: Wir sind echt super stolz darauf! Nuclear Blast und Arising Empire sind einfach grandios!

Nicolas: Ja! Also, wie das eigentlich abgelaufen ist, war so: Wir wollten selbst ein Album veröffentlichen, nicht durch ein Label. Und dann haben wir Gravity herausgebracht, vor sechs Monaten ca. Danach hatten wir sehr viele Interessenten. Also dachten wir „Okay, vielleicht ist es gar keine schlechte Idee.“ Wir wollten nicht, dass wir es später vielleicht bereuen, es nicht getan zu haben. Nuclear Blast fühlte sich einfach so an, als wäre es die perfekte Familie für uns. Sie waren einfach so begeistert von unserer Band!

Es fühlt sich auch gut an, bei einem „neuen“ Label zu sein. Wir sind die ersten, die ein Album über das Label herausbringen. Also wussten wir, dass sie viel Werbung dafür machen würden. Weil sie einfach selbst wollen, dass ihr Label bekannter wird. Es ist wirklich super beide Seiten zu haben: Das alte Label, dass viele Erfahrungen hat und das neue Label, das bekannt werden möchte. Das Beste von beiden Welten. Wir sind echt zufrieden damit!

Habt ihr musikalische Inspiration? Wenn ja, welche?

Matt: So viele! Wir haben eigentlich alle unterschiedliche Einflüsse. Charly und ich hören mehr Rap und ähnliches Zeug. Flo liebt Dinge wie….

Nicolas:Techno Zeug.

Matt: Ja! Und Amael ändert seinen Musikgeschmack jeden Monat. Und er (zeigt auf Nicolas) ist irgendwie verrückt, was Musik angeht. In einem Moment hört er Heavy Metal, im nächsten Moment Justin Bieber.

Nicolas: Du kennst sicher diese Leute, die sagen „ich höre alles“. Nun, Ich höre wirklich alles. Mach ich wirklich! Solange es gut ist.

Matt: Ja, natürlich. (lacht)

Nicolas: Aber das ist mehr, was wir hören. Ich glaube, der größte Einfluss am Anfang waren Periphery. Flo hat das ständig gehört. Und bei dem neuen Album ist es glaube ich mehr Monuments. Ich glaube, jetzt lassen wir uns weniger von anderen Bands beeinflussen, als anfangs. Wir lassen uns mehr davon beeinflussen, was wir vorher gemacht haben. Wir schreiben die Musik, die wir hören möchten.

Nicolas: Irgendwie klingt das ein bisschen überheblich, dass wir unsere Musik echt ziemlich viel hören. (lacht) Das beeinflusst einfach, was wir als nächstes schreiben.

Matt: Wir versuchen uns immer zu verbessern. Wir wollen einfach keinen Song machen der… (schaut fragend zu Nicolas)

Nicolas: …der eine schlechtere Version von einem alten ist.

Matt: Genau das!

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