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Interviews
Interview mit Ritual
22.08.2010 | Autor: Patrick Siegmann | Schreibe einen Kommentar | 149 Klicks

Interview mit Ritual
Im Zuge des The Rise Festivals am 07.08. in Hannover standen uns Ritual für ein paar kleine Fragen, insbesondere zu ihren kommenden Veröffentlichungen, Rede und Antwort.

Patrick: Im Oktober spielt ihr mit Unbroken in London. Freut ihr euch darauf, mit dieser ich sage mal „legendären“ Band zusammenzuspielen

Julian: Ist schön, ja. Also ich habe mich mega gefreut darüber. Also vor allen Dingen als wir herausgefunden haben, dass die halt überhaupt da spielen haben wir sie angeschrieben, ob wir auch spielen dürfen.

Pascal: Ja, du hattest ja schon immer Bock mit denen zu zocken, falls die mal wieder Shows spielen sollten. Und der Basser von Unbroken, Rob Moran, hat dann auch gleich als wir denen geschrieben haben gesagt „Ja, ihr seid dabei.“

Julian: Da war dann die Freude natürlich groß.

Patrick: Im April wart ihr auf Tour mit Ills aus Finnland. Wie war das für euch?

Julian: Ja, war super. Touren ist immer super. Wir touren ja auch mit vielen verschiedenen Bands und es ist eigentlich auch immer cool, mit anderen Bands unterwegs zu sein und die Ills sind da auch keine Ausnahme.

Pascal: Es war super entspannt, war auch mal bisschen ein anderer Sound, als ihn die meisten Bands hier im Umfeld haben. Hat Bock gemacht. Nette Jungs, gute Band.

Patrick: Und für die Zukunft, welche Band würdet ihr gerne mal mit auf Tour nehmen? Irgendwelche Vorstellungen, wen ihr gerne mal dabei haben würdet?

Pascal: Also so soundtechnisch sind wir da recht offen eigentlich. Das wichtigste ist halt, dass die Chemie stimmt.

Julian: Also ich könnte mir das spontan mit ziemlichen vielen Bands vorstellen.

Philipp: Mit Midnight Souls, das wäre super.

Julian: Ja, mit Midnight Souls aus Belgien wollten wir demnächst gerne mal spielen. Die sind jetzt auch kürzlich auf Reflections Records gelandet und letzte Woche haben wir die in Belgien kennengelernt, auf einem Festival. Total nett und auch eine ziemlich coole Band. Mit denen könnten wir uns vorstellen mal was zu machen in der nächsten Zeit.

Patrick: Nun zu eurer neuen Platte. Die 7“ heißt „Kissing Pavement“. Habt ihr irgendwelche speziellen Gedanken was die Songs angeht, steckt da ein Konzept dahinter?

Julian: Da hat sich jetzt per Zufall irgendwie ein Konzept offenbart, durch den Reflections Newsletter.

Philipp: Ne, das hab ich denen per Mail so geschrieben.

Julian: Okay. Also ein Song heißt „Greenest Meadows“ und der andere eben „Kissing Pavement“. Es ist halt von den Titeln her so ein Gegensatz, „Greenest Meadows“ natürliches und „Kissing Pavement“ urbanes.

Phillipp: Was man grundsätzlich sagen kann ist, dass wir selten mit einer Systematik vorgehen, also mit einem klaren Konzept. Gerade dass sich das durch Zufall dann ergibt, man rote Fäden erkennt und Metaphern in den Texten findet, die sich im Artwork wieder finden ist sehr spannend. Gerade bei der 7“ ist es so, dass die Songs aus der Schreibsession für das nächste Album stammen und unser Label hat eben angefragt ob wir nicht um die Wartezeit zu verkürzen und damit nicht so eine lange Lücken zwischen den Releases ist, nicht noch eine 7“ machen wollen. Und wir haben uns dann eben gefragt, welche von den Songs wir für die 7“ nehmen können. Dann haben wir eben festgestellt, dass die beiden Songs eben so die Brücke schlagen zwischen dem, was wir auf der LP vorhaben und dem, was man auf unserer letzten Platte vorgefunden hat. Diese ganze Ying-Yang-Symbolik in den Songtiteln, dass kam irgendwie erst im Studio als wir die Songs aufgenommen haben und das passte dann einfach super. Das Artwork wird auch ein Poster sein, dass wenn man es faltet aus sechs Quadraten besteht und das sind im Grunde sechs verschiedene, potenzielle Cover. Schwarzweiß Fotografien, die durch einen weißen Rahmen getrennt sind, auf welchen dieser Widerspruch zwischen natürlichen und urbanen Elementen widergespiegelt wird. Wir haben einerseits sehr kühle Bauten, fast schon menschenfeindlich wenn man es so will, fast gefängnishaft. Was aber tatsächlich Häuser sind, die so in der Münsteraner Innenstadt stehen. Ebenso dann aber ein Bild, da sprießt dann so ein bisschen grünes Unkraut aus dem Asphalt. Ich will da jetzt auch nicht viel von der Deutung vorweg nehmen, aber das fanden wir sehr spannend, diese Widersprüchlichkeit, die aber doch irgendwo zusammengehört und in welcher man eben seinen Alltag durchschreitet.

Julian: Wobei das auch mehr so die ästhetische Messege ist, die dabei so rumkommt.

Pascal: Du hattest ja auch gesagt, dass die Songs auch beide aus der Albumsession stammen, wobei das beim Ersten glaube ich gar nicht so ist. Den hatten wir meine ich mit Gedanken gerade für diese 7“ geschrieben.

Philipp: Ja, genau, wo wir eigentlich schon wussten das wir eben eine 7“ machen werden. Das stimmt natürlich, wobei da dann die Frage wäre, ob wir ihn nicht sonst auch geschrieben hätten. Das weiß man dann natürlich jetzt nicht mehr.

Julian: Jedenfalls wollte ich sagen, dass eben diese ganze ästhetische Sache mit dem Cover, das steht halt nicht unbedingt in Zusammenhang mit den Texten. Da kann man eben dann auch einiges für sich selbst rausfiltern.

Phillip: Das meinte ich eben auch, dass es wichtig ist, dass alles eben nicht zu konzepthaft ist. Das es eben irgendwie noch intuitiv ist, einfach irgendwie kommt. Dann stellt man halt fest, dass das irgendwie passt, Artwork und Songs. Das ist es eigentlich, was den eigentlichen Spaß daran ausmacht.

Julian: Ja, genau.

Patrick: Okay, und was können die Hörer erwarten, wenn sie das neue Album hören? Was für Unterschiede gibt es da zu „Beneath Aging Flesh And Bone“?

Julian: Ja, wir werden viel experimentieren. Also die Songs die wir bis jetzt haben, haben halt schön Power, so wie wir das eben auch mögen und man es von uns kennt. Wir werden uns aber im Studio auch Zeit lassen und ein bisschen rumexperimentieren, sowie viele neue Instrumente mit einbauen, die halt nicht unbedingt etwas mit Hardcore und Punk zutun haben.

Pascal: Als finanziell abhängige Band ist man ja auch immer gebunden an Zeit und Geld, und da muss man halt gucken was man da mit seinen Mitteln schaffen kann.

Philipp: Also was ich finde, beim dem Material was wir uns bis jetzt so im Proberaum zusammengespielt haben, ist vor allem auffällig das es von der Songstruktur her nicht mehr so klar und fest ist wie beim letzten Album.

Julian: Es ist jetzt alles viel offener.

Philipp: Ja genau, die Songs sind jetzt irgendwie offener. Sie steigern sich in etwas rein und dann ist nicht mehr klar zu sagen dass da ist jetzt die große Explosion ist, sondern das funktioniert mehr über Spannungsbögen. Man kann halt nicht mehr sagen das jetzt der Part kommt, dann der Part und so weiter.

Julian: So sehe ich das auch, also wir versuchen auf jeden Fall etwas anders zumachen als bisher, damit das ganze auch spannend bleibt.

Patrick: Ja danke, das war‘s dann eigentlich auch schon.

Julian: Alles klar, cool.

Philipp: Vielen Dank für das Interesse!


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