Interview mit Teenage Bottlerocket

Interview mit Teenage Bottlerocket

Die diesjährige Festivalsaison neigt sich ja mittlerweile dem Ende entgegen. Beim Punk Rock Holiday stand für uns auch ein Interview mit Ray Carlisle von Teenage Bottlerocket auf dem Plan. Während eines üblen Unwetters, mit gewaltigen Sturmböen, klatschnass im Pressegebäude, stand uns ein sichtlich entspannter und gut gelaunter Frontmann der Punkband aus Wyoming zum Interview gegenüber – und vor allem war er trocken.

Hey Ray. Wie geht´s dir? Wann seid ihr gelandet?

Hi. Mir geht´s gut, Mann. Wir sind so gegen Mittag angekommen. (Fängt an, deutsch zu sprechen) Ich heiße Ray, ich bin von Teenage Bottlerocket. Ich bin 39 Jahre alt. Wie geht´s? (lacht)

Mir geht´s gut, danke. Ich merke schon, dass du gerne Deutsch redest. Letztes Mal, als ich euch gesehen habe, hast du erzählt, dass du ein Jahr Deutschunterricht in der High School hattest. Verstehen deine Bandkollegen eigentlich was du sagst?

Nein, tun sie nicht.

Verstehst du dich selber?

(lacht) Ja, ich versteh mich ganz gut.

Dann kommen wir mal zum geschäftlichen Teil: Euer neues Album heißt „Stealing The Covers“. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Album zu machen, auf dem ihr komplett unbekannte Bands covert?

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Die Idee kam uns mal im Van. Wir haben die gleichen Songs immer und immer wieder gehört. Ich glaube, es war sogar Brandons Idee, irgendwann 2005. Wir haben immer drüber geredet und jetzt haben wir gedacht, dass es ein guter Zeitpunkt wäre mit diesem Konzept ins Studio zu gehen. Es hat auch alles super geklappt und wir sind total glücklich mit dem Ergebnis. Wir haben in diesen vergangenen Wochen einiges erreicht. Wir haben ein neues Album und den anderen Bands durchaus Aufmerksamkeit verschafft. Alle gewinnen so quasi.

Und diese Bands? Habt ihr mit ihnen Shows gespielt?

Ja, mit den meisten davon. Aber einige haben wir zuvor noch nie getroffen. Die meisten sind allerdings Bands von Freunden, die uns ein paar CDs gegeben haben. Meistens, wenn uns jemand CDs gibt, hören wir die nicht an, so in 90 Prozent der Fälle. Diese Songs aber repräsentieren die CDs, die wir uns doch angehört haben und in die wir uns verliebt haben.

Es sind schon seltsame und auch lustige Songs auf „Stealing The Covers“. Ich persönlich mag „Hat Nerd“…
(grinst) Ja, die „Four Eyes“ aus Sacramento. Das sind echt gute Freunde von uns und auch waschechte Nerds.

So wie aus dem Bilderbuch?

Ja. So mit Dungeons & Dragons – Würfelsäcken und so…

Ihr seid zu Rise Records und dann nach nur einem Album wieder zurück auf Fat Wreck. Warum?
Also der erste Wechsel hatte viel damit zu tun, dass Rise richtig gute Ideen hatten und wir auch eine Veränderung wollten. Wir hatten auch die Option auf Rise zu bleiben. Der Wechsel zurück geschah nicht, weil wir irgendwie unzufrieden waren. Wir sind zu Fat zurück, weil es sich einfach mehr wie ein Zuhause anfühlt, auch für unsere Fans. Unsere Fans haben das Album auf Rise nicht ignoriert, jeder hat es und sie singen die Songs alle mit, wenn wir sie live spielen. Aber Fat ist mehr wie ein Zuhause.

Fat hat immer Verträge für ein Album…
Fat hat weniger Verträge im herkömmlichen Sinn, es läuft viel per Handschlag.

Also Ray, wir sind jetzt hier beim Punk Rock Holiday. Ich geh mal davon aus, dass ihr schon sehr viele Festivals kennengelernt habt. Ist irgendwas vergleichbar mit hier?

Nein, gar nichts. So etwas gibt es nur einmal. Es ist einer der schönsten Orte auf der Welt und es gibt kein anderes Festival, wie dieses. Und wie viele Festivals sind ausverkauft, bevor bekannt gegeben wird, wer spielt? Weißt du, das ist vollkommen unnormal. Wir sind hier mit vielen Freunden: Less Than Jake und viele andere Bands mit denen wir gespielt haben und auch getourt sind. Es ist schon toll, hier nach Slowenien zu kommen und mit Leuten rum zu hängen, die man nicht so oft sieht, wie man gerne möchte. Hier sind wir alle zusammen bei einer riesen Party.

Jetzt noch die Frage für uns Deutsche: „Ich bin Ausländer und spreche nicht gut deutsch.“ Warum?
Naja, das ist etwas, dass ich auf der High School gelernt habe. Es ist für die Kids, die nach Deutschland reisen und da lernst du zu sagen: „Bitte langsam, bitte langsam, bitte sprechen sie doch langsam.“ Das haben wir als Lied gelernt. Also habe ich die Melodie geändert um daraus einen Pop-Punk Song zu machen. Also den Text habe ich nicht geschrieben.

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Ich hab das „Traditional“ auf der Single schon bemerkt.
Ja absolut. Es ist einfach ein Lied, das Amerikaner lernen, die Deutsch nehmen. Es ist eine der ersten Sachen. Wie ich schon gesagt habe, ich habe kurz Deutsch gehabt und dann hatte ich ein Lied um mir auch das noch zu merken: „Ich bin hier und du bist da. Er ist in Amerika. Wir sind groß und ihr seid klein. Sie sind an dem schönen Rhein.“ Ich wollte immer den schönen Rhein sehen, aber ich hab ihn noch nie gesehen.

Habt ihr noch nie in Köln gespielt?

Doch. Aber ich bin nicht hingegangen. Ich war ziemlich angepisst danach. Ich will den schönen Rhein noch sehen.

Ich schick dir ein Foto, wenn ich da bin.
(Lacht) Ich habs schon gegoogelt.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, Berichte
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