Interview mit Touché Amoré

Interview mit Touché Amoré

Touché Amoré waren gerade mit ihrem neuen Album „Stage Four“ auf Headliner-Tour durch Europa. Trotz hörbar angeschlagener Stimme hat sich Jeremy Bolm vor der Show in Hamburg Zeit genommen, uns einige Fragen zu beantworten.

(Please scroll down for the English original version)

Deine Stimme klingt ja gar nicht gut. Bist du nach einer Woche Tour bereits krank geworden?

Nein, ich bin nicht krank. Meine Stimme ist nach den ersten paar Shows hinüber gewesen. Langsam wirds besser, aber das Schreien jeden Abend hilft nicht wirklich.

Dann erst recht vielen Dank, dass du dir die Zeit und deine Stimme nimmst für dieses Interview.

Kein Problem, solange ich noch brüllen und meinen Job machen kann…

Das ist eure erste Headliner Tour in Deutschland, seit „Stage Four“ veröffentlicht wurde. Wie läufts?

Großartig. Es ist das erste Mal, dass einige Shows bereits im Vorfeld ausverkauft waren. Das ist neu für uns. Wir waren immer glücklich ein Publikum zu haben, aber in der Regel lief das die letzten Jahre recht stabil. Abhängig davon, wo wir spielen, kommen normalerweise so 100 Leute, was super für uns ist, so weit weg von Zuhause. Aber auf dieser Tour sind es deutlich mehr, was echt cool ist.

Obwohl ihr jetzt auf dem Cover von Mainstream-Zeitschriften seid und Support Shows für Rise Against in großen Hallen gespielt habt, bucht ihr eure Headliner-Touren immer noch in recht kleinen Clubs. Hier im Hafenklang habe ich euch bereits 2012 und 2013 fotografiert. Sucht ihr euch die kleineren Clubs mit Absicht aus, obwohl ihr mittlerweile auch sicherlich größere Läden füllen könntet?

Wir hatten verschiedene Booking Agenturen über die Jahre und ehrlich gesagt nie viel damit zu tun, wo wir am Ende gelandet sind. Wir entscheiden auf Tour zu gehen und unsere Agentur schickt uns die Liste, wo wir spielen. Aber ich mag es, kleinere Shows zu spielen. Das ist viel intimer und macht meist mehr Spaß.

Vielleicht landen wir das nächste Mal in einem etwas größeren Club. Jedes Mal, wenn wir hier herkommen, habe ich vergessen, wie klein die Bühne hier ist. Dieses Mal spiele ich auch ein wenig Gitarre und wir haben einen weiteren Verstärker auf der Bühne. Es ist wahnsinnig eng da oben. Ich weiß noch letztes Mal: Sobald wir auf der Bühne waren, war die eine Monitorbox einfach verschwunden. Vermutlich einfach von der Bühne geflogen. Heute sollte es also wieder ein richtiger Abriss werden.

„Stage Four“ ist im letzten Jahr rausgekommen. Wie waren die Reaktionen?

Soweit ich das mitbekommen habe, sehr positiv. Was wirklich schön ist, wenn man bedenkt, wie persönlich die Platte für mich ist. Es wäre vermutlich echt hart gewesen, wenn die Leute sie gehasst hätten. Dann hätte ich vermutlich aufgehört Musik zu machen (lacht) – ich mach nur Spaß.
Mir scheint, je persönlicher du wirst, desto mehr können die Leute etwas damit verbinden. Ich kann mir nichts Persönlicheres vorstellen, als Songs über den Verlust eines Elternteils zu singen. Ich weiß nicht, ob du noch tiefer gehen kannst. Aber das hat definitiv dazu beigetragen.

Welche hauptsächlichen Entwicklungen siehst du über die letzten Platten hin zu Stage Four?

Es gab immer Leute, die auf mich zugekommen sind und mir von ihren eigenen Kämpfen erzählt haben. Aber bei dieser Platte passiert das mehr als je zuvor, dass Leute kommen und mir von ihren Verlusten erzählen wollen und was sie durchgemacht haben. Das ist nicht immer einfach. Jeden Abend kommen bestimmt zehn Leute und berichten von dem Verlust ihrer Eltern oder Großeltern oder anderern Verwandten. Das ist einfach hart, weil ich nie weiß, was ich sagen soll. Ich meine, man sagt nicht einfach „Dankeschön“. Das ist auf jeden Fall anders dieses Mal.

Gerade in Europa kommen jetzt auch viele ältere Leute. Ich denke, das ist einfach eine Platte auch für ältere Leute, weil, erst wenn man älter wird, verliert man irgendwann seine Eltern. Viele Ü30er kommen und erzählen, dass sie die Band vorher nicht kannten. Vielleicht kommt das auch durch Epitaph, die erreichen deutlich mehr Leute.

Das erste Mal auf einem Album singst du auch richtig und dazu habt ihr das Duett mit Julien Baker. Wie ist es für dich, deine Singstimme auf einer Platte zu hören?

Wir haben ja bereits ein paar Cover-Songs zwischen den Alben aufgenommen, auf denen ich auch gesungen habe. Ich wollte es einfach versuchen und mehr in diese Richtung gehen. Ich dachte mir, ein paar Cover sind ein guter Start, damit sich die Leute an die Idee gewöhnen können. Wir haben The National und Nirvana für Sampler eingespielt. Da habe ich mich langsam dran gewöhnt. So ganz wohl fühle ich mich immer noch nicht damit. Ich muss noch immer lernen, wie ich beides, singen und schreien, im Wechsel hinkriege. Einfach ist das nicht.

Erwartet uns auf der nächsten Platte mehr davon?

Ich denke ehrlich gesagt noch gar nicht über die nächste Platte nach. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich jetzt damit aufhöre. Wir werden sehen.

Die Texte auf „Stage Four“ behandeln alle ein sehr persönliches Thema für dich, das Leben und den Krebstod deiner Mutter. Ihr schreibt eure Songs ja meist alle zusammen im Proberaum. Wussten die anderen beim Schreiben, worüber du singen würdest?

Ja. Es hat recht lange gedauert, die Platte zu schreiben. Ich denke, ich hätte es gar nicht sagen brauchen und die anderen hätten es sich auch so gedacht. Aber an einem Punkt habe ich ihnen gesagt, dass jeder Song auf der Platte über meine Mutter sein wird. Behaltet das also im Kopf, wenn ihr zuhause an den Songs arbeitet. Nicht, um ihnen vorzuschreiben, was sie für Musik schreiben sollen, aber dass sie zumindest nicht unbedingt einen Gute-Laune Song schreiben.

Ich finde, trotz, oder gerade wegen des übergeordneten Themas, klingt die Musik auf der Platte an einigen Stellen auch sehr positiv. Ist das auch ein Hinweis darauf, dass es eine Art Katharsis für dich war, diese Platte zu machen?

Ja, es war definitiv ein wichtiger Schritt für mich, mit dem Verlust umzugehen. Es gibt ein paar Stellen, da klingt die Musik fast triumphierend, was ein wenig wie ein Gegensatz zu dem klingt, worüber ich singe. Aber irgendwie war das immer so bei uns. Die Musik klingt klingt irgendwie froh, mit einem großen Crescendo und ich brülle darüber. Ich vermute, hätte ich nicht angekündigt, worüber ich singen würde, wäre die Platte noch viel poppiger geworden. Solche Sachen entstehen, wenn wir zusammen schreiben. Aber am Schluss passt es immer zusammen.

Du hast bereits erwähnt, dass dich viele Leute auf die Texte ansprechen. Auf Hardcore-Shows sind natürlich Singalongs angesagt. Ich hab den Eindruck, dass gerade bei Touché Amoré die Leute besonders leidenschaftlich dabei sind. Wie ist das für dich, wenn völlig fremde Menschen diese persönlichen Texte über deine Mutter mitbrüllen?

Weißt du, ich finde, das Beste an Musik ist, dass man nicht unbedingt genau zum konkreten Thema des Songs ein Verbindung haben muss. Ich kann dir 100 Songs nennen, von denen ich dachte, dass sie Liebeslieder wären, in denen es aber eigentlich um Gott geht. So wie sie gesungen werden, klingen sie, als ginge es um eine romantische Beziehung.

Auf der letzten US-Tour kam ein Mädchen zu mir und hat mir erzählt, dass „Flowers and you“ ihr geholfen hat, mit ihrer Essstörung umzugehen. In dem Song geht es nicht um eine Essstörung. Aber es gibt die Textzeile „refuse to eat“, die sich darauf bezieht, dass, wenn jemand richtig krank ist, er keinen Appetit mehr hat und es hart ist, daneben zu stehen und zuzusehen, wie er immer schmaler und schmaler wird. Sie hat den Song ganz anders aufgenommen. Ich sehe das so, dass die Leute ihren eigenen Zugang zu den Songs finden. Und ich hinterfrage nicht, warum die Leute mitsingen. Ich bin einfach dankbar dafür.

Du sammelst ja auch Schallplatten. Ich fand‘ besonders die Deluxe Version eurer Platten mit den Fotobüchern toll. Von eurer ersten Platte „To the beat of a dead horse“ gibt es das noch nicht. Plant ihr irgendwann noch einmal eine solche Version?

Wir haben darüber gesprochen, etwas mit der Platte zu machen, wenn sie etwa zehn Jahre alt wird, was 2019 so weit ist. Ich denke, wir sollten ein Jubiläum oder so abwarten, bis wir so etwas machen. Aber das wäre cool. Wir würden eine Menge alte Fotos mit reinpacken, ich habe noch all die handgeschriebenen Texte von damals.

Kommen wir zum Ende des Interview noch einmal zu einem ganz anderen Thema, das gerade eine Menge Leute beschäftigt. Viele sehen gerade mit Schrecken zu, wie Trump seine Ankündigungen wahr macht. Ich habe Zoli von Ignite vor ein paar Monate eine ähnliche Frage gestellt und auch ihr bekommt sie gerade wahrscheinlich häufig gestellt.

Es ist fast so, als würden wir mehr darüber sprechen als das Leute auf uns zukommen. Ich habe ein paar interessante Punkte dazu gehört. Ich meine, es ist einfach wahnsinnig peinlich. Die Leute müssen denken, wir sind die dämlichsten Menschen überhaupt. Aber viele haben mir gesagt, es sei verständlich und sie würden nicht die Amerikaner an sich verurteilen für das, was passiert, sondern Trump. Das ist beruhigend. Ansonsten ist es echt schwer mit hoch erhobenem Haupt in einem Land ohne Trump unterwegs zu sein. Aber ich weiß, auch woanders, auch in Deutschland, gibt es eine erstarkte Rechte.

Ja, leider. Abhängig davon, ob man sich regionale oder nationale Umfragen anschaut so zwischen 10 Prozent und 20 Prozent.

Vor ein paar Tagen habe ich ein Interview gegeben und er meinte „es sind nur 24 Prozent“. Aber, genau da muss man einhaken, denn das ist gefährlich. Einer der Gründe, warum Trump gewählt wurde, ist, dass in den Medien Hillary immer als klare Siegerin feststand. Es schien eigentlich keine Chance zu geben, dass Trump gewinnen könnte. Auch deshalb sind viele Leute nicht zur Wahl gegangen, weil sie sich sicher waren, dass schon alles gut wird. Aber Rassisten gehen wählen. Die wollen, dass ihre Stimme gehört wird, mehr als alle anderen. Andere sind nicht zur Wahl gegangen aus Protest, weil Bernie Sanders nicht nominiert wurde. Vertraut nicht darauf, dass es nur 24 Prozent sind.

Und auch 24 Prozent sind schon zu viel.

Viel zu viel. Abso-fucking-lutely. Geht wählen! Aber, was war deine eigentliche Frage?

Ich hab den Eindruck, in den 90ern war die Hardcore Szene viel mehr politisiert als heute.

Klar, ich meine mit Obama gab es wenig, worüber man singen musste. Das meiste war okay, gerade im Vergleich zu Bush. Bush war damals der Antichrist, heute wirkt er fast liebenswürdig, was echt merkwürdig ist. Für die Leute ist er fast ein witziger Kerl geworden.

Wird ein Präsident Trump die Hardcore Szene wieder stärker politisieren?

Absolut. Es passiert schon, kein Zweifel. Ich hoffe nur, dass es Ernst gemeint ist. Ich glaube aber, wenn du dich für Politik interessierst und irgendwann mal in einer Punk-Band warst, dann ist das noch immer so. Nicht nur Trump Themen, vielen andere Themen könnten meiner Meinung nach ein paar Songs vertragen. Das muss noch nicht mal Punk-Rock sein. Ich würde gerne ein paar neue politische Folk-Platten hören.

Eure nächste Platte wird also auch politischer?

Ich halte Politik eigentlich aus Touché heraus. Dafür habe ich meine andere Band Hesitation Wounds. Die Platte ist politischer. Touché ist einfach sehr, sehr persönlich. Das war nie die richtige Bühne für Politik. Ich meine, ich spreche darüber jeden Abend auf der Bühne. Jeden Abend danke ich dem Publikum, dass sie uns aufnehmen, in einem Land, dass nicht Amerika heißt. Ich spreche darüber, aber versuche es nicht ins Songwriting einzubringen.

Solche Themen würden vermutlich auch schlecht zu der emotionalen Musik passen, die ihr spielt.

Genau. Gerade auch bei Auftritten ist unser Set sehr bewusst zusammengestellt und die Songs gehen ineinander über. Es wäre schon komisch: erst einen Song über das Touren, dann einen Song über meine Mutter, der in einen Song über den Verlust einer Liebe übergeht, dann einen Song gegen Trump und wieder einen Song über meine Mutter. Das wäre echt unpassend. Deswegen ist es gut, das zu trennen. Hesitation Wounds ist die Band, bei der ich die wütenden, politischen Texte schreibe.

Vielen Dank für das Interview und viel Spaß heute Abend!

Unsere Fotos aus Hamburg findet ihr hier: http://www.stageload.org/fotos/touche-amore-angel-dust-swain-hamburg

Unser Review zu ‚Stage Four‘ findet ihr hier: http://www.stageload.org/reviews/touche-amore-stage-4

Touché Amoré in Hamburg

Touché Amoré in Hamburg

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ENGLISH VERSION

That doesn’t sound good. You’ve been on tour only a week, have you gotten sick already?

No, I’m not sick. I blew my voice out the first couple of shows. And now I’m slowly getting better, but screaming every night doesn’t help…

Well thanks again for taking your time and voice to do this interview.

No problem, as long as I’m able to yell and do my job…

This is your first headlining tour in Germany since the release of ‘Stage Four’. How is it going so far?

It’s great. It’s a bit overwhelming. It’s the first time where we’ve come here with having shows already sold out. So that’s new to us. We felt very lucky we do have an audience to play to, but it’s always stayed pretty steady. Depending on certain places, but we normally bring 100 kids, which for us is great, you know, so far from home. It’s awesome, but this tour we’ve had a couple of hundred kids and it feels really nice.

Despite being on the cover of “mainstream” alternative magazines, playing support shows for Rise Against in arenas, you are still booking your headlining tours in rather small clubs like this one. In Hamburg I’ve shot photos of Touché Amoré in the Hafenklang already in 2012 and 2013. Do you select the smaller venues on purpose although you could easily fill bigger clubs by now? Why?

We’ve had a couple of different booking agents throughout the years. We never really have a say, it’s kind of we always end up… You know, we plan to do a tour and then our agent kind of sends us where we’re playing and we go “ok”. But, yeah, I like playing small shows. Small shows are always more intimate, fun and all of that.
I actually don’t know what the next size up venue in Hamburg is. Is there like a 600, 700 cap room that’s still nice and intimate? Maybe we go there next time. Everytime I come here, I forget how entirely small the stage in this place is. I’m playing guitar a little bit on this tour, so we have another amp. It’s so incredibly tight on there. And I remember last time, as soon as we got up there, one of the floor monitors immediately just disappeared. Like it just got thrown off the stage. So tonight will probably be pretty crazy.

‘Stage Four’ released last year, what reactions did you get?

From what I can tell, it seems pretty positive response. Which is really nice considering the personal nature of the record to have it be well received. It would’ve probably been really hard, if people hated it. I’d probably quit music… [laughs] I’m just kidding.
It seems like the more personal you get the closer people attach to things. I can’t think of a more personal thing than singing songs about the loss of a parent or something. I don’t know if you can go much deeper than that. That may have been a part of it.

What are the main developments in comparison to ‘Is survived by’ and ‘Parting the sea between brightness and me’ from your perspective?

Developments… There’s always been people that approached me and told me their personal struggles and things like that. But with this record it’s more than ever, with people wanting to tell me about their losses and their things they’ve gone through and things like that. Which is, you know, not always easy to have to hear all the time. I would say that’s kind of like the most it’s ever been. Where like at least every night I get about up to ten people telling me about their mom or their dad or their grandparent or their girlfriend’s brother or their boyfriend’s dad or… you know what I’m saying. It’s always something. And it’s just hard, cause I never really know what to say. You don’t say “thank you”, you know. So that’s what’s probably felt the most different.
Also in Europe there are a lot of older people that are into it. I look at it like, it’s kind of a record for older people, because when you get older is when you start losing your parents.There are now a lot of 30+ people coming up and saying, they’ve never heard the band before, maybe they’ve heard it because of Epitaph, they have a larger reach, and they’ve connected with it. So, that could also be another difference.

For the first time on a full record you now have songs with clean vocals including the collaboration with Julien Barker. How was it for you to hear your singing voice for the first time on a record?

We’d done a couple for cover songs that I had sung on between the two records. I kind of knew, I wanted to try it, going more in this direction. And I figured, doing a couple of cover songs and having people hear them will sort of warm people up to the idea.
We did a cover of The National that was on a comp, and we did a Nirvana cover that was on another comp. And those had a lot of singing in it. And that kind of warmed me up a little bit getting used to trying it. I’m still learning every day. I’m not comfortable, yet. Still figuring out doing both, cause going back and forth, singing and screaming is not easy.

Can we expect more of this for the next record?

I am not thinking about the next record at all. But I can’t imagine I would stop. But we will see.

The lyrics of the record strongly deal with a very personal topic, with the life and death of your mother, who died of cancer. As I understand, writing songs for Touché Amoré is a collaborative process as a band together. Were the others aware at the moment of writing the songs what they were going to be about?

Yeah. I mean, it took a long time to write the record just on and off. But it was, I feel I didn’t even need to say it, I think they would have just assumed, but at one point I just said,I think it goes without saying but this record is going to be all about my mum. So keep that in mind when you’re writing at home. Not to tell them what kind of music to play but to keep that in mind what the topic is going to be. Don’t try to write a really happy song.

Despite the general theme, the music also has a positive vibe; at least to me. Does this mean, this record is also kind of a catharsis for you, as it was a way to deal with the loss for you?

Yeah, it is cathartic, definitely.There are certain parts where the music almost sounds like triumphant in a way. Which I feel is a nice juxtaposition to what I’m singing about. But I think it always kind of worked that way, I think it’s kind of the clash of what we do. Where things sound really bright, big and have this big crescendo and I’m just barking over it. That’s kind of what our sound is. I think had I not pushed out that it was going to be dealing with such a heavy topic, there might have been a lot more popular music on there that I would had to try to work around.
When we write together, those things come out and it somehow works.

You already mentioned that people approach you and tell you how they can relate to the lyrics. At hardcore shows people usually sing along. I have the impression that at Touché Amoré shows the kids are especially passionate at this. How does it feel if total strangers scream these words that deal with the death of your mother?

You know, one of the best things about music is that someone doesn’t necessarily have to relate specifically to what the song is about. Like, I can name 100 songs that I thought were love songs that ended up being about God. Cause the way they are sung, it sound like about a romantic relationship.
And then a girl on our last US tour who came up to me and said that ‘Flowers and you’ helped her with her eating disorder. That song is not about an eating disorder but it has the line ‘refuse to eat’, which is talking about when someone is really ill they have no appetite and it’s hard for someone to stand by and watch someone get smaller and smaller. And it’s hard not to get aggressive and be like, you need to eat! So, she took that song in a completely different way.
I just think of it that way that people are finding their own ways to hear the songs. I’m not questioning anyone singing it, I’m just appreciating it.

As a fellow vinyl collector I especially enjoyed the deluxe books of your records. Your first record, ‘To the beat of a dead horse’, is still missing such an edition. When will this finally come?

We’ve talked about wanting to do maybe a big thing, when the record has been out for 10 years, which would be 2019. I think we need to wait for some sort of anniversary to do something, like a big reissue or something. Nick and I have talked about it. It’ll be fun. We could put a bunch of old photos in there. I have still all the handwritten lyrics and stuff like that. I think we can put together a really fun book with all that stuff.

Switching to a totally different topic at the end of the interview, because it matters to a lot of people right now. These days many people are struck in awe watching the Trump administration unfold their agenda. I’ve asked this question Zoli from Ignite a couple of months ago, and you probably getting this a lot being a US band on tour right now.

You know, I find us talking about it more than I think people wanting to talk to us about it. I’ve had a couple of people give me some interesting points. I mean, we’re horrendously embarrassed, where we feel like people are looking at us like we’re the fucking stupidest people. But I’ve had a lot of people tell us: no, everyone understands that it is a bad situation and no one is judging Americans. People are judging Trump. Like people see the outrage. That was nice to hear, cause it’s hard to walk around with me head up in a place that doesn’t have Trump. But I know, you have a lot of right wing scenarios, too.

Yes, unfortunately. Depending on whether you look at the state level or at the national level with voter percentages between 10% and 20%.

And I spoke to a kid the other night during an interview, we were talking about it. It was like “yeah, but it is only 24%”. I was like, I mean to stop you right there and say, don’t believe that. Because, one of the many reasons why Trump got elected, is because the media made everyone believe Hillary was going to win. That there was no chance in hell that Trump was going to win. So, so many people stayed home and did not vote, cause they just assumed it was going to be fine. But racists will vote. You know, they want their voice heard more than anybody. They are not going to not go to the polls. So many people stayed home did not vote or they were still mad because of Bernie Sanders not getting the nomination. I was like, don’t rely on the 24% or whatever you’re saying.

24% is too much anyway.

It’s too high. Abso-fucking-lutely. Make sure you vote. What was your question?

I think in the 90s the entire hardcore scene was much more political that it is these days.

Sure. I mean, with the Obama administration there hasn’t been much to sing about. For the most part, it has been fine, compared to Bush. You know, Bush seemed like the anti-christ, now Bush seems like a loveable character, which is fucking strange. People are “oh, wasn’t he funny?”

Do you think, a president Trump will put politics back on the agenda of the punk/hardcore scene?

Oh, absolutely. It already has. There’s no doubt about it. I hope, it comes from a sincere place, though. But I have a feeling that if you cared about politics and you were in a punk band once, you probably still do.
Not only Trump issues, but there are so many different other issues that, I feel, could use a good amount of songs being written about it. Doesn’t even need to be punk rock. I would love to get some good political folk records again. I feel that’s a fantastic art form.

So, you’re next record will also be a political record?!

You know, I keep politics out of Touché for the most part. I have another band called Hesitation Wounds. That record is a lot more political.
Because, Touché for the most part has always been hyper specific personal. It never really felt for the right platform. I’ll talk about it and I’ll talk about it on stage. Every night I thank the crowd for giving us a place to be other than America right now. I’m willing to talk about it. But when it comes to songwriting I try to keep it to the side.

It’s probably also hard to match it with the very emotional music that Touché is playing.

Exactly. Even just when we perform: Our set is so build, where songs go into another. And it would feel off to have like a song about tour, then a song about my mum mixed into a song about the struggles of a lost love or something and then a song about Trump and then a song about my mum. It would be very jarring. Things like that is why I’m good; but Hesitation Wounds is where I’m writing all the angry, political stuff.

Thank you very much.

Autor Tobias Luger
Wohnort Hamburg
Beruf ja
Dabei seit 2010
Deine Aufgabe bei Stageload Fotos
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