
Interview mit Lee (Sänger von Trash Talk) am 05.04.10 in Köln
Ines: Und, wie ist die Tour bis jetzt? Gab es irgendwelche besonderen Vorkommnisse?
Lee: Bis jetzt war’s echt gut! Es ist eine andere Art von Tour, weil alle Bands so unterschiedlich klingen. Aus diesem Grund kam bis jetzt auch eine sehr große Mischung von Leuten zu den Shows. Es ist cool für uns, mal vor Rolo Tomassi Fans zu spielen, und für die ist‘s etwas Neues, vor den Leuten zu spielen, die wegen uns kommen.
Bis jetzt ist noch nichts allzu Verrücktes passiert, aber wir waren ja auch erst sechs Tage unterwegs. Ich wette in den folgenden 2 ½ Wochen wird noch irgendeine verrückte Scheiße passieren.
Euer neues Album kommt bald raus, wie war das Aufnehmen der Songs?
Es war gut, wir haben dieses Mal mit Joby von der Band The Bronx aufgenommen. Er wurde ein guter Freund von uns, als wir letztes Jahr in Amerika mit The Bronx auf Tour waren. Seitdem wollte er schon unser neues Album produzieren, er nimmt auch immer die The Bronx Alben und Alben von anderen guten Bands in seinem Studio auf, sodass er dann auf uns zukam. Das war bis jetzt eindeutig der beste Studioaufenthalt, weil wir vorher noch nie mit einem Freund aufgenommen haben. Wir haben abgehangen, uns für fünf Stunden erholt, aufgenommen, dann wieder Gras geraucht und Bier getrunken – das war definitiv kein normaler Aufnahmeverlauf und das Ganze nur, weil wir befreundet sind! Wir haben uns außerdem viel länger mit den einzelnen Sachen beschäftigt. Für alle anderen Platten waren wir ungefähr zwei Tage im Studio und dieses Mal 1 ½ Wochen. Ich bin wirklich sehr gespannt, ich möchte auch nochmal mit Joby arbeiten. Es war einfach eine super Erfahrung – mit einem Freund zusammenzuarbeiten ist so viel einfacher als mit jemandem, den man vorher noch nie in seinem Leben getroffen hat.
Kann man Unterschiede zwischen den alten und neuen Songs feststellen?
Das neue Album klingt immer noch nach Trash Talk aber dieses Mal haben wir viel mehr über alle Lieder nachgedacht, weil wir mehr Zeit hatten. Insgesamt ist „Eyes & Nines“ strukturierter und es geht besser von der Hand als die alten Sachen, sodass ich mich schon sehr darauf freue. Wir haben auf jeden Fall einen Schritt in eine andere Richtung genommen, haben uns allerdings nicht total drastisch und verrückt geändert. Unsere neue Musik ist immer noch aggressiv und wie ein Schlag ins Gesicht, auch wenn wir ein bisschen aus unserer Welt herausgetreten sind.
Warum ist der Titel eures Albums „Eyes & Nines“?
Das war die Idee von unserem Bassisten, deswegen werde ich ihn in ein paar Sekunden holen, okay? Ich weiß zwar, warum unser Album so heißt, aber ich will hier nicht für jeden das Sprachrohr sein.
(Nach dem Rest des Interviews sucht Lee verzweifelt nach Spencer, damit er die Frage beantworten kann und irgendwann findet er ihn dann auch)
Spencer: Der Titel ist eine Art Schnappschuss, von dem, was momentan vor sich geht. Augen sind gruselig und die 9 ist die böse Nummer in der Numerologie. Sie ist zwar nur eine umgedrehte 6 aber trotzdem die fieseste Ziffer von allen. 333.
Habt ihr euch beim Schreiben der Songs von irgendwelchen Bands beeinflussen lassen?
Oh ja. Bei diesem Album war es wirklich verrückt. Ich höre vor allen Dingen früheren, schnellen Hardcore Punk, wohingegen unser Gitarrist, der auch viele der Songs schreibt, Soul, Funk, 70er Jahre Hip Hop und R’n’B hört. Manchmal lassen wir uns sogar von alten Jazz oder Blues Platten beeinflussen, sodass wir dann mit einer unglaublich „jazzigen“ Songstruktur daher kommen. Wir alle hören wirklich jede erdenkliche Musikrichtung und fassen das dann irgendwie zusammen.
Warum sind eure Songs eigentlich immer nur ungefähr eine Minute lang?
Das weiß ich gar nicht wirklich, wir schreiben einfach drauf los und wenn wir finden, dass ein Song nach einer Minute beendet ist, dann ist er das auch. Unser neues Album hat allerdings tatsächlich ein 2 ½ Minuten Lied (höchstwahrscheinlich das auch schon live präsentierte „Explode“)! Wobei man sagen muss, dass wir sowieso schon einen total langen Song wie „Revelation“ haben (es entbrennt eine Diskussion, wie lange „Revelation“ nochmal war…). Auf jeden Fall war das aber irgendwie auch kein richtiger Song, weil das im Prinzip nur ein einzelner Riff war. Nun aber gibt es ein Lied mit 2 Minuten und 49 Sekunden, wo es auch die ganze Zeit Vocals gibt. Wir spielen aber sowieso eigentlich ohne Zeitbegrenzungen, unsere Musik ist immer genau so richtig, wie wir sie uns gerade ausdenken. Deswegen gibt’s dann auch einerseits den 2 ½ Minuten und andererseits den 10 Sekunden Song. Wer weiß, was noch alles passiert!
Gibt es denn eine spezielle Botschaft, die ihr den Leuten mit eurer Musik vermitteln möchtet?
Eigentlich ist alles eher persönliches, um einen selbst drehendes Zeug. Aber wenn man will, kann man daraus durchaus was für sein eigenes Leben herausziehen. Es ist eine lange Geschichte, wenn man all unsere Platten durchforstet. So insgesamt kann man aber sagen, dass unsere Songs davon handeln, dass man man selbst bleiben soll und sich nicht von Leuten beeinflussen lassen sollte, die sich im Prinzip sowieso nicht für einen interessieren!
Was denkst du den über die Einstellungen wie „Straight Edge“?
Eigentlich ist mir das alles total egal. Die Leute sollen sie selbst sein und wenn Ihnen das dabei hilft…Ich hasse keine Leute, weil sie straight edge sind oder vegan leben – wenn man eine gute Person ist, ist man eine gute Person und fertig. Wir haben einen Roadie, der mit uns überall hinfährt. Er ist straight edge und ohne ihn würden wir es wahrscheinlich nicht einmal zu der Hälfte aller unserer Shows schaffen. Es kann vorkommen, dass wir auf Tour sind, 10 oder 15 Stunden Fahrt hinter uns haben, und während wir alle total betrunken vor uns hindämmern, stoppt er in der nächsten Stadt und macht eine Schlafpause auf dem Lenkrad, weil überall unsere Sachen herumfliegen und so nirgends woanders Platz ist.
Habt ihr irgendetwas für die Zukunft geplant oder wollt ihr etwas Bestimmtes erreichen?
Momentan sind wir halt auf Tour mit Rolo Tomassi, noch bis zum 20. April, danach sind wir wieder in Amerika und touren dort mit Alexisonfire. Danach werden wir verschiedene Record Release Gigs spielen und hoffentlich Shows in Australien, Thailand und Japan haben, sodass darauf wieder eine US Tour folgen kann. Dann geht’s wieder nach Europa. Wir werden also sehr viel auf Tour sein, wenn das neue Album herauskommt, und so viele Orte wie möglich bereisen, sodass viele Leute unsere neuen Songs hören können.
Also quasi touren, touren, touren?
Ja genau, eigentlich kann man dazu nicht viel mehr sagen als “touren, touren, touren”!
Wir bringen außerdem ein Buch heraus, das wir dann ein paar unserer Freunde schenken. Wird bestimmt cool!

ENGLISCH:
Ines: So how’s the tour so far? Were there any special incidents?
Lee: It’s been really good! It’s a different kind of tour because all the bands sound really different so it’s been a good mix of people coming out. It’s been cool for us to play to Rolo Tomassi fans and then for Rolo Tomassi to play to the kids who came to see us.
Nothing’s too crazy happened yet but we’ve only been on tour for six days – we’ve got 2 ½ more weeks so I’m sure some fuckin’ crazy shit happens somewhere
You’ve got a new album coming out; what was recording like?
It was good; we were recording with Joby from The Bronx (The Bronx’s guitarist Joby J Ford). He became a good friend of ours. We did like a full tour with The Bronx in America last year and ever since then he wanted to record our new record. He’s recording like all The Bronx’ records and he’s recording a bunch of other good bands in his studio so he approached us about doing it. It was kinda like the easiest recording process yet because he was like a friend and we have never recorded with an actual friend before. We hang out, pass out for five hours, wake up, record, smoke weed, drink beer, it wasn’t like a normal recording session. Recording with a friend made it a lot better. We spent a lot more time on everything and getting everything together. Every other record we recorded it’s been two days, just go in and record it live and now we spent a week and a half on this…I’m really excited about it. I wanna work with Joby again, it was a great experience just because working with a friend is lots better than working with someone you never met in your life before, it’s been just a lot easier.
Is there a difference between the old and the new stuff?
Well, it still sounds like TT but a lot more thought was put into the record because we spent more time on it. It’s more structured and flows better than the older stuff so that I’m already excited about it. We definitely took a few steps into a different direction but not in a crazy, drastic way. It’s still aggressive and in your face the whole way trough but we definitely stepped outside of our element.
Why is the record called “Eyes & Nines”?
It’s the idea of our bass player so I have him come back in a second. Is it okay? I know about it but I just don’t wanna fuckin’ speak for everyone else.
(After the rest of the interview Lee is looking for Spencer everywhere and finally able to find him after a couple of minutes)
Spencer: It’s a snapshot of what is going on. Eyes are creepy and nine is the evil number three in numerology. It’s just a number of six but it’s most evil and most intense. 333.
Were you influenced by other bands when you were writing this album?
Yeah. With this album it’s crazy because I listen to a lot of punk and hardcore, early and fast. And our guitar player who writes a lot of our stuff he listens to soul, funk and 70’s hip hop and r’n’b…sometimes we even are influenced by songs from old jazz or blues records so we come up with a new structure feeling jazzy about it. I guess everyone took their tastes from all areas and we put it together because we listen to some crazy shit all over the board.
Your songs usually aren’t longer than a minute, is there any special reason for that?
I don’t know we just write and whatever comes out, comes out. If we feel a song is done in a minute, he’s done in a minute. Our new record has a 2 ½ minute song… we already have some long songs on our records like “Revelation” but that one wasn’t like a real song because it was just a riff. But now we have 2 minutes 49 seconds with vocals all the way like a real song (probably “Explode” which has already been played on shows). We usually play without time constraints, our music is right whatever comes out so that there’s the two and a half minutes song on our record and then there’s the 10 seconds song. Who knows what fucking else will happen!
Is there a specific message you want to convey to your fans with your lyrics or your music in general?
It’s more personal, self stuff and if you like you can get stuff out of it. It’s a long story if you go through all of our records. But all in all it’s a lot about just being yourself and doing your own thing, not listening to other people who don’t give a fuck about you.
So what are you thinking about all this straight edge, vegan attitudes?
I don’t really care; they shall teach this stuff on their own and try being themselves. I don’t hate people because they’re straight edge or vegan – if you’re a good person, you’re a good person. I got a roadie who comes with us everywhere, he’s sxe and probably without that dude we fuckin’ won’t make it to half the shows we play. We’ve been on tour before and had like a ten, fifteen hour drive and everybody’s blackout drunk and then our roadie will stop in the next city and try sleeping on the steering wheel with all our gear packed in the back. I respect that. It’s his choice and everybody does their own thing. As long as you’re not doing anything because another one thinks that’s cool it’s fine by me.
Have you anything planned for the future or do you have any aims you definitely want to achieve?
We’re doing this tour right now with Rolo Tomassi till April 20th and then we’re going back to America, doing a tour with Alexisonfire. After that we’re doing record release shows in June and then there’s hopefully touring in Australia, Thailand, Japan and then a full US tour and after that coming back to Europe. A lot of touring after the record comes out and hit as many spots as possible with our new record so that people can check it out.
So just touring, touring, touring?
Yes, there isn’t pretty much more to say than touring, touring, touring! We’re putting out one book already and sharing this with some friends. Should be cool!




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