Interview mit Walking Dead On Broadway

Interview mit Walking Dead On Broadway

In der deutschen Metal-Szene hat sich in den letzten Jahren eigentlich nur eine einzige Deathcore-Band wirklich hervorgetan: Walking Dead On Broadway aus Leipzig. Nach einer EP und den beiden Alben „Aeshma“ und „Slaves“, Auftritten unter anderem auf dem Wacken, With Full Force und den Impericon Festivals, hat die Band letzte Woche Freitag ihr drittes Album „Dead Era“ veröffentlicht. Mit dabei ist der neue Sänger Nils Richber, der Ende 2017 zur Band gestoßen ist. Mit ihm und Gitarrist Michael Kalusche haben wir uns unter anderem über das neue Album, die Video-Trilogie und die anstehende Japan-Tour unterhalten.

Letzte Woche Freitag ist euer neues Album „Dead Era“ erschienen. Wird man im Laufe der Jahre entspannter, oder steigt der Druck mit jedem Album, da die Leute ja schließlich auch mehr erwarten?

Michael: Ich finde der Druck steigert sich von Mal zu Mal, weil man ja immer etwas Ordentliches abliefern möchte. Es ist ja so, dass es auch viele Bands gibt, die leider schlechter werden von Album zu Album. Das ist natürlich nicht das Ziel einer Band, aber leider kann das manchmal so passieren. Deswegen finde ich persönlich, dass der Druck zunehmend steigt. Aber ich denke, dass wir alle stolz darauf sind, was wir mit „Dead Era“ geschaffen haben und hoffen jetzt natürlich, dass das Album genauso gut bei den Fans da draußen ankommt.

Nils: Ich habe ja den persönlichen Vorteil, dass ich bislang mit meiner anderen Band immer nur Alben veröffentlicht habe, nach denen kein Hahn gekräht hat (lacht). Also bin ich daran gewöhnt, dass ein Album-Release etwas recht Unspektakuläres ist. Im Augenblick habe ich keine besonders große Angst vor vernichtenden Kritiken, aber wenn ich dann im ersten Shitstorm gelandet bin, ändert sich das vielleicht. Ich bin vor allem ein bisschen aufgeregt, wenn es darum geht die neuen Songs bald live zu spielen. Wir haben nach der Veröffentlichung des Albums nicht direkt eine Tour geplant, aber werden eine Show in Essen spielen. Viel Zeit um reinzukommen gibt es also nicht.

Nils, du bist ja seit Ende des letzten Jahres dabei, nachdem Robert ausgestiegen ist. Wie habt ihr eigentlich zusammengefunden? Kanntet ihr euch bereits?

Nils: Ja, ich habe mit meiner anderen Band Beyond The Setting Sun mal bei unserem Gitarristen Max Vocals aufgenommen und dabei haben wir uns kennengelernt. In der Folge haben wir öfter mal zusammen Musik gemacht, Cover aufgenommen, rumexperimentiert und sogar ein Jahr lang zusammen gewohnt. Deshalb kannte ich die Jungs alle schon, zumindest Max auch musikalisch. Deshalb hat es sich ich für mich recht smooth angefühlt reinzukommen.

Standen die neuen Songs denn schon, als du dazugestoßen bist, oder warst du am Songwriting noch beteiligt?

Nils: Die Grundausrichtung stand weitestgehend, würde ich sagen. Ein paar Songs wurden zwar noch geschrieben, aber da der Zeitdruck schon zu spüren war, konnte ich nicht mehr großartig ins Songwriting einsteigen. Ich habe dann ziemlich binge-mäßig Vocals geschrieben. Ich würde sagen, vor allem die Texte und eben die Patterns, Vocal-Hooks und solche Sachen waren vornehmlich mein Beitrag zum Album.

Mit seinem Cover, Titel und den Sirenenklängen im Intro macht „Dead Era“ einen ganz schön apokalyptischen Eindruck. Was ist die Idee hinter eurem Album?

Nils: Apokalyptisch ist erstmal nicht ganz verkehrt. Aber es ist ein bisschen eine paradoxe Situation. Ich verbinde mit dem Begriff „Dead Era“ die Idee vom Ende der Geschichte. Dass wir einerseits das Gefühl haben, dass die Geschichte in der Weise aufgehört hat, dass wir in einer permanenten Gegenwart leben und andererseits diese permanente Gegenwart natürlich etwas Apokalyptisches hat. Gleichzeitig ist die Geschichte irgendwie uneingelöst und kehrt immer wieder. Hier ist also dieses Zombie-Motiv wieder am Werk. Es ist eine verflochtene Angelegenheit, aber auf jeden Fall eine gefährliche, kann ich sagen. Also liegt man mit Apokalypse nicht ganz falsch.

Michael: Der Albumtitel stand bereits, als Nils noch nicht dabei war. Musikalisch stand schon viel Material, das er damals gar nicht mehr gehört hat. Wir Vier wussten schon, dass es mit ihm nicht mehr umsetzbar ist und haben uns dazu entschieden, ohne Robert weiterzumachen. Einen Tag später hat er dann auch gesagt, dass er aussteigt. Das ging quasi Hand in Hand. Der Albumtitel steht zum einen für das Ende mit Robert, einen Schlusstrich, aber auf der anderen Seite auch für unsere musikalische Weiterentwicklung. Unsere ersten beiden Alben „Aeshma“ und „Slaves“ waren halt doch stark auf Deathcore getrimmt. Auf dem letzten Album gab es ein paar Ausreißer wie „Pitchblack“, „Silen“ oder „Death Pilgrim“, bei denen wir das allererste Mal mit Melodien und wiederkehrenden Hooks gearbeitet haben. Also nicht zur a bis z Riffs, bei denen sich nichts wiederholt. Das haben wir bei „Dead Era“ deutlich erweitert und zusätzliche Elemente hinzugefügt, so dass wir musikalisch und inhaltlich nicht mehr diesen Ursprungs-Deathcore machen, mit dem wir angefangen haben. Auch wenn wir noch so betitelt werden, würden wir uns selbst nicht mehr in die 100% Deathcore-Schublade packen.

Nils: Ich habe da lyrisch und thematisch ein bisschen mein eigenes Ding raus gedreht beim Texte-Schreiben.

Ich habe das Gefühl, dass im Deathcore den Texten von den Fans nicht so viel Bedeutung gegeben wird. Es gibt Hardcore-Shows, da kennt jeder gefühlt jedes Wort. Beim Deathcore ist mir das noch nicht aufgefallen.

Michael: Du musst den Texten glaube ich auch Bedeutung geben. Nur unsere erste EP „Welcome To Corpse Wonderland“ mit unserem allerersten Sänger war ein bisschen Gore von den Lyrics. Ab „Aeshma“ ging es eigentlich immer um sozialkritische Themen. Im Deathcore sind die Texte halt wirklich nicht so hochgewichtig wie zum Beispiel im Hardcore, weil da ein ganz anderer Spirit herrscht. Das ist natürlich schade, weil wie ich gerade gesagt habe, Nils hat viel zu sagen. Damit sollte man sich natürlich auch irgendwie in Verbindung setzen. Aber da wird dann eben doch nicht so viel Wert drauf gelegt von den Fans, aber hoffentlich ändern wir das jetzt mit dem neuen Album.

Nils: Ich glaube auch, dass erstmal die Kultur beim Hardcore natürlich anders ist, da der Hardcore vom Punk und aus der Arbeiterszene kommt und von Anfang an politisiert war. Beim Deathcore waren das ja vor allem am Anfang manchmal ziemlich peinliche Teenager-Aggressions-Fantasien, die man dann am erstbesten Sündenbock, meistens an Frauen oder Feiglingen oder was auch immer, auslässt. Aber ich finde das stirbt ebenso wie die musikalische Urgestalt aus. Es gibt mittlerweile Bands in der Szene, die sehr hochwertige und eindringliche Texte schreiben. Ich schaue da zum Beispiel sehr auf zu Fit For An Autopsy. Die passen nicht direkt in das Deathcore-Schema rein, aber ich glaube ohnehin, dass es dieses Schema so auf Dauer nicht mehr geben wird. Und dass die Szene da insgesamt ernster und reflektierter wird. Das ist etwas, zu dem ich sehr gerne beitragen würde. Ich finde das im Hardcore auch schöner, dass sich die Leute so viel mit den Texten auseinandersetzen.

Michael: Molotov Solution hatten auch gute Texte. Und Thy Art Is Murder.

Nils: Thy Art Is Murder sind ja auch ein gutes Beispiel für diesen Wandel. Die Texte von der ersten Platte kannst du ja auch in die Tonne kloppen.

Michael: Ich glaube, das hat das Genre früher allgemein ausgemacht. Du musstest das heftigste Zeug schreiben, den langsamsten Breakdown, musstest lyrisch verarbeiten wie du deine Ex-Freundin am meisten penetrierst oder so. Diese Gewaltfantasien waren ja wirklich das Ursprungsding. Aber das hat sich dann Gott sei dank positiv weiterentwickelt und ist nicht bei Teenager-Aggressionen stehengeblieben, sondern ging dann noch in die richte Richtung, zumindest bei der ein oder anderen Band.

Generell entwickelt sich der Deathcore ja musikalisch weiter, siehe Bands wie Carnifex oder Whitechapel. Das gilt ja auch für euer neues Album.

Michael: Es war anfangs ja wirklich heftige Musik und beruhte im Endeffekt nur auf Breakdowns. Im Endeffekt haben die Leute zwischen Breakdown Eins und Zwei gewartet. Was dazwischen an Riffs kam, wie technisch die waren, ist den Leuten doch scheißegal gewesen, die wollten nur Breakdowns hören. Beim neuen Album sind die Breakdowns sehr stark zurückgegangen und nur noch als Stilelement miteingebunden. Auf denen liegt nicht mehr der Fokus wie bei unserer ersten EP oder „Aeshma“, als es wirklich nur hieß, dass wir eigentlich in jedem Song nur einen richtig fiesen Breakdown brauchen, das Drumherum ist den Leuten doch eh scheiß egal. Da entwickelst du dich ja auch. Uns gibt es seit acht Jahren und der Anspruch verändert sich natürlich. Mittlerweile nutzen wir Breakdowns als Stilmittel und wollen nicht auf das Thema Breakdowns reduziert werden.

Nils: Ich glaube, dass die Song-gewordenen Capoeira-Einlagen auch zurückgehen, weil das musikalisch einfach eine Sackgasse ist. Irgendwann sind alle Kombinationen ausgespielt und das Drop-Tuning kann nicht noch weiter gesteigert werden. Es ist natürlich vollkommen okay Capoeira-Einlagen in Songs zu verwandeln, aber um das Genre weiterzuentwickeln, muss man eben was Neues reinbringen.

Diesmal sind es 13 Songs geworden, bei „Aeshma“ und „Slaves“ waren es jeweils nur 10. Ging der Schreibprozess diesmal einfacher von der Hand?

Michael: Wir schreiben eigentlich immer relativ viel zusammen, aber Max hat sich diesmal in einem Art Kreativitätsloch gefangen und hat natürlich nebenbei auch einen Vollzeitjob und jetzt nicht die Zeit gehabt, sich hundertprozentig auf das Songwriting zu konzentrieren. Ich habe die Gitarren vorgeschrieben und soweit ausgearbeitet, dass ich sage: Okay das ist Material, auf das ich stehe, das kann ich den anderen zeigen. Die haben es gut aufgenommen und dann wurden manchmal nur Parts nochmal umgeschrieben oder geändert, aber diesmal hatte ich einen wirklich guten Flow, so nenne ich es mal. Manchmal sind in einem Monat fünf Songs entstanden und dann hing es aber auch mal. Zum Beispiel „Belevant Warfare“, der hat anderthalb Monate gedauert, weil ich halt immer wieder nicht zufrieden war. Das waren dann aber immer nur so kleine Passagen, einfach nur Übergänge, die fünf Sekunden gingen, aber die haben es dann so schwer gemacht, dass man immer unzufrieden war. Man will halt bei seinen Songs immer 110 Prozent geben. Das soll nicht irgendwie dahingeklatscht klingen, sondern in sich stimmig sein. Wir legen da schon sehr viel Wert auf die Gitarrenarbeit, dass da nichts irgendwie kaschiert wird durch irgendwelche Samples oder sonst was. Wenn man nur die Gitarre hört, muss das schon schlüssig sein. Bei manchen Songs gings eben schneller und bei Anderen weniger schnell. Ich glaube nur die Songs von der Struktur her, mit den Instrumenten ohne Vocals, haben dann doch bis März diesen Jahres gedauert. Oder Nils? Ich glaube den letzten Song haben wir im März geschrieben.

Nils: Ja, beziehungsweise das war dann ja auch alles nicht in der finalen Form. Ich würde sagen, dass Max Beitrag dabei ja auch war, dass wir eine recht umfangreiche Pre-Production gemacht haben, die er die meiste Zeit auf seinen Schultern hatte. Da haben wir auch noch viele Parts, Zweitgitarren und solche Sachen hinzugefügt. Auch die Vocals haben sich in den Details ja eigentlich noch bis zum Schluss verändert.

Michael: Also gut, im Schnitt haben wir jetzt vielleicht anderthalb Jahre dann doch sehr hart dran gearbeitet. Wie Nils das gerade gesagt hat, es haben sich immer wieder Sachen verändert. Er war das erste Mal im Januar oder so da und hat ein paar Pre-Production Vocals zugesteuert und dann haben wir die natürlich mit Abstand zwei Monate später nochmal gehört und gesagt, das ist doch nicht so geil. Bis zur Deadline wurde eigentlich immer aktiv dran gearbeitet. Es wurden Sachen immer wieder umgeändert, bis wir irgendwann einen Punkt machen wollten. Du kannst Material auch durch Perfektionismus kaputt machen. Es gibt ja nach oben keine Grenzen. Also musst du irgendwann für dich einen Schlussstrich ziehen.

„Slaves“ ist ja noch bei Arising Empire erschienen, jetzt seid ihr bei Long Branch Records. Seid ihr bewusst gewechselt, oder ist euer Vertrag einfach ausgelaufen?

Michael: Genau, wir hatten bei Arising Empire für eine Option unterschrieben und den Flo von Long Branch Records hatte ich vor zwei Jahren, als wir frisch bei Arising unterschrieben hatten, bei den Metal Hammer Awards kennengelernt. Er meinte, wie wäre es denn das neue Album bei ihm rauszubringen. Dann habe ich gesagt, dass er zu spät kommt, da wir vor genau einer Woche bei Arising unterschrieben hatten. Seitdem sind wir stetig in Kontakt geblieben. Er hat sich immer mal wieder gemeldet, wie es bei uns aussieht. Da wir nur für eine Option bei Arising unterschrieben hatten, haben wir uns dann natürlich verschiedene Angebote angeschaut und die Wahl fiel auf Long Branch Records.

Ihr habt drei recht aufwendige Videos gedreht, die eine zusammenhängende Geschichte erzählen. Worum geht’s genau?

Nils: Es ist schwierig, das kurz auf den Punkt zu bringen. Ich glaube es gibt eine Symbiose zwischen den Texten und der Geschichte im Video. Wobei die Idee zu dem Video, vor allem das Design und das postapokalyptische Setting, auf dem Mist des Produktionsteams gewachsen ist. Wir haben dann über das Konzept diskutiert und ein paar Modifikationen vorgenommen. Im ersten Song geht es um eine mehr oder weniger ausweglose Situation, nämlich darum, in einem System gefangen zu sein, dem gegenüber man ohnmächtig ist und das man nicht kontrollieren kann. Im zweiten Teil geht es darum, sich einen Begriff darüber zu bilden, was der eigene Platz in diesem System ist, wenn man etwas dagegen tun will. Im Schlussteil geht es vor allem um die Logik der Rebellion und dass darin quasi immer schon das dargestellt sein muss, wofür man kämpft. Ansonsten wird man dem, wogegen man kämpft, immer ähnlicher. Das ist eine Art und Weise das darzustellen. Es ist recht vielschichtig.

Michael: Es ist schwierig, das in den paar Zeilen wiederzugeben. Aber gibt ja noch einen Kurzfilm. Die Videos sind an sich ja schon zusammenhängend, aber es gibt noch Zwischenmaterial, was abgedreht wurde und das Ganze für den Zuschauer vielleicht nochmal ein bisschen versinnbildlicht. Hier gibt es quasi die volle Geschichte in 16 Minuten mit Zusatzmaterial.

Wer von euch hatte denn die Idee zu diesem kleinen Kurzfilm?

Michael: Das war ich. Das hat mit der Musikinitiative zu tun. Das ist ein Förderverein, der Künstler fördert. Ich habe da irgendwann mal von mitbekommen und die fördern halt wirklich sehr viel. Du musst aber eine gewisse Mindestsumme xy beantragen. Der Eigenanteil liegt bei 60 Prozent, die Musikinitiative übernimmt die restlichen 40 Prozent. Allerdings war das Album und Artwork komplett fertig und wir sind trotzdem nicht auf die Mindestsumme gekommen. Und dann dachte ich mir, dass so ein Dreiteiler bei Videos ja eigentlich ganz geil ist und dass wir damit die Summe erreichen, weil Videos halt arschteuer sind. So ist die Idee entstanden. Aktuell nimmt das auch ziemlich zu, wie ich mitbekommen habe. The Amity Affliction haben parallel einen Dreiteiler rausgehauen, was sehr witzig war. Vorher kannte man das aber nur von Asking Alexandria und Slayer. Das fand ich halt ziemlich geil. Wir wollten das Material eben auch nicht auf vier Minuten herunterbrechen, da Nils mit seinen Texten viel zu erzählen hat. Es soll eben zusammenhängend in den drei Teilen sein, die ja auch jetzt schon insgesamt 13 Minuten gehen. So ist das Ganze im Endeffekt entstanden. Eigentlich nur wegen der Musikinitiative und dem Mindestbudget, das man beantragen muss (lacht).

Im Dezember seid ihr mit Annisokay in Japan auf Tour. Wie ist diese Konstellation entstanden?

Michael: Annisokay sind gute Freunde von uns. Wir kennen uns jetzt schon ein paar Jahre, sind bei Chris fürs Mixen und Mastern gewesen und haben schon öfter miteinander gespielt, wenn auch in letzter Zeit leider weniger. Wenn wir zusammengespielt haben, war das eigentlich immer eine gute Kombination. Das war kein starker schwarz-weiß Kontrast, sondern immer eine gute Party. Leute, die wegen uns dagewesen sind, haben jetzt nicht gesagt, dass ihnen Annisokay zu seicht ist und Annisokay-Hörer haben nicht gesagt, dass wir zu hart sind. Irgendwie bedient man doch das gleiche Klientel. Darüber, dass wir mit Annisokay in Japan touren, waren wir selbst ganz erstaunt, da wir im Booking nicht drinnen stecken und nur eine Mail von unserer Agentur bekommen haben. Wir schaffen es jahrelang nicht, zusammen in Deutschland zu spielen, auf einem anderen Kontinent klappt es (lacht). Das ist irgendwie witzig.

Welche Erwartungen habt ihr an Japan?

Nils: Ich habe das eigentlich noch nicht so richtig realisiert. Es ist schwierig sich vorzustellen, was uns erwartet. Wie die Leute dort auf uns reagieren werden einerseits und wie ich dann selbst wiederrum darauf reagieren werde. Ich kenne die japanische Metal-Szene eigentlich nicht wirklich und habe keine Ahnung, wie dort die Gepflogenheiten bei den Shows sind. Aber ich hoffe auch, dass ich ein bisschen über dieses Land mitnehmen kann und das nicht an mir vorbeirauscht. Die Befürchtung habe ich aber ein bisschen. Dass man da ist und Shows spielt und dann ist man schon wieder zurück. Ich habe ein bisschen Magenflattern. Das gibt es nicht, Magenflattern oder? (lacht)

Michael: Ich bin halt auch sehr gespannt, was die Kultur dort angeht, weil man schon hört, dass Japan wohl sehr krass abgeht. Ich kann mich da nur Nils anschließen. Ich kenne leider auch nicht viele japanische Metal-Bands, aber ich glaube die Leute haben Bock, denn der Vorverkauf läuft gut. Das ist natürlich toll, wenn man das allererste Mal auf einem ganz anderen Kontinent spielt und man so viel Zuspruch bekommt.

Nils: Außerdem hoffe ich, dass wir nicht abstürzen, weil ich das erste Mal fliege.

Michael: Das wird gefährlich.

Wann ist bei euch wieder mit einer Deutschland- bzw. Europatour zu rechnen?

Michael: Unsere Agentur ist gerade an ein paar Sachen dran. Die werden jetzt natürlich erstmal hohen Wert auf Support-Slots legen. Selbst geplant haben wir eventuell für Januar was, aber da haben wir noch nix spruchreifes. Aber wir werden nächstes Jahr auf jeden Fall in Deutschland spielen. Eigentlich wollten wir das bereits dieses Jahr machen, aber leider sind alle Venues komplett ausgebucht. Das ist ärgerlich. Auch in unserer Hometown Leipzig ist vor Januar nix mehr frei und im Januar brauchen wir ganz ehrlich auch keine Release-Show mehr machen. Deswegen wird jetzt dieses Jahr das einzige Deutschland-Date noch Essen sein am 6. Oktober mit Neverland in Ashes, We Awake und The Narrator. Das ist die einzige Show, dann geht es nach Japan. Wir planen natürlich fleißig für das nächste Jahr, damit wir „Dead Era“ gut promoten können, sei es auf Festivals, bei Support-Touren oder eine Kurz-Tour von uns selbst. Einfach immer Instagram oder Facebook checken, damit man auf dem neuesten Stand bleibt.

Möchtet ihr zum Schluss noch etwas los werden?

Michael: An alle Leute, die uns da draußen supporten: Vielen lieben Dank dafür, das wissen wir wirklich wahnsinnig zu schätzen. Am 6. Oktober spielen wir ins Essen. Kommt vorbei, wenn ihr in der Nähe wohnt und wenn ihr zwei Stunden fahren müsst, würden wir uns auch freuen, wenn ihr kommt. Unser neues Album ist letzte Woche erschienen. Streamt Spotify kaputt und rennt Mediamarkt, Saturn etc. ein. Nils, willst du noch was sagen?

Nils: Hate Facism!

Michael: Das ist ein gutes Schlusswort.

Photo Credits: Florian Berwanger

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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