The Deadnotes – Makeup: Neues Video & Kurzinterview

Das Freiburger Emo/Indiepunk Trio hat sich nach den Erfolgen des Debüts „I’ll Kiss All Fears Out Of Your Face“ in alle Richtungen der Republik verteilt. Wirklich ruhiger wurde es dadurch jedoch nicht.

Ende letzten Jahres erschien „Cling To Love“ und nun legen die Jungs mit dem Video zu ihrem Song „Makeup“ nach, bevor es auf Tour durch Europa geht. Im Kurz-Interview spricht Sänger Darius Lohmüller zudem über die Entstehung des Videos und die Botschaft des Songs.

Anders als sonst, steht ihr im Video gar nicht so im Fokus. Wie kam es zu der Entscheidung?

Die Grundidee weg von reiner Bandperformance im Video gab es schon sehr lange, hatte sich nur bei bisher keinem Song 100 Prozent richtig angefühlt. Umso großartiger war es, dass Paul Ambrusch, der verantwortlich für das Video ist, hier riesig Bock drauf hatte. Ich glaube, dass der Song allgemein sehr gut geeignet ist um Geschichten zu erzählen.

Was könnt ihr etwas über den Entstehungsprozess des Videos erzählen?

Wir arbeiten aktuell an extrem vielen Sachen parallel, was insbesondere so gut funktioniert, weil wir mit so vielen großartigen, offenen und motivierten Menschen zusammenarbeiten. In diesem Fall hatten wir erst circa zwei Wochen im Voraus die detaillierte Planung und Ideenentwicklung gemeinsam mit Paul begonnen. Yannic hat dann innerhalb kürzester Zeit in Bremen Freunde und Menschen mit Schauspielerfahrung organisiert. Dann haben wir an drei aufeinanderfolgenden Tagen intensiv von 7 Uhr morgens bis 23 Uhr abends ohne Pause gedreht. Wir sind sogar kurzfristig an das Meer gefahren. Es ist so viel passiert, dass die einzelnen Tagesabläufe und Geschehnisse mehrheitlich in meinem Kopf verschwimmen und sich nicht mehr wirklich zuordnen lassen.

Worum geht es in dem Song und was wollt ihr aussagen?

Natürlich fällt im Zusammenhang mit dem doch sehr plakativen Titel „Makeup“ und dem auch eher plakativ gewählten Musikvideo sehr schnell das Wort „Schönheitsideal“ bzw. Kritik an gesellschaftlichen „Schönheitsidealen“. Das ist auch sicher nicht verkehrt. Weitergehend soll der Song allerdings vor allem innere Konflikte mit sich selbst beschreiben, zwischen rationalem Verstand und emotionaler Wahrnehmung. Darstellen, wie wichtig eine gesunde Auseinandersetzung mit sich selbst ist, sich selbst so zu akzeptieren wie man ist. Nicht nur äußerlich. Insbesondere auch wie bitter es ist und mich frustriert heutzutage immer noch so intensiv z.B. Genderdebatten führen zu müssen und Menschen immer noch pauschal kategorisiert werden.

Auch wenn das hier sehr konkrete „Themenvorgaben“ sind, die konkret mich als Person bewegen und ich hier darstellen darf. Ich hoffe, dass der Song Menschen auf möglichst viele individuelle Weise bewegen kann oder weitere, andere, individuelle und persönliche Gedanken und Zugänge dazu entstehen.

Wo habt ihr den Song aufgenommen und wer hat ihn produziert?

Der Song wurde im Oktober 2018 im Crooked Rain Studio in Leeds aufgenommen und produziert von Bob Cooper, gemischt von Beau Burchell von Saosin und gemastert von Mike Kalajian in den USA. Das fühlt sich immer noch etwas verrückt an, solche Namen hier zu nennen. Es ist wirklich ein kleiner Traum mit Menschen zusammenzuarbeiten, deren Schaffen man schon so lange verfolgt und von denen man nicht zuletzt selbst großer Fan ist.

Bob hatte bereits unsere 2017er Single „1.20“ gemastert und wir hatten ihn im Anschluss auf einer UK-Tour an einem Off Day im Studio besucht und erstmals persönlich kennengelernt. Ein ganz großartiger und wahnsinnig sympathischer Typ, der extrem präzise arbeitet und ein absoluter Gitarrenpedal- und Drumtuningnerd ist, genauso wie wir das haben wollten. Nicht zuletzt hat Bob an einigen absolut genialen Platten mitgewirkt bzw. Bands wie z.B. Nervus, Kamikaze Girls, Ducking Punches, Wstr, etc. produziert.

Ihr habt nun euer eigenes Label gegründet, wie kam es dazu und was hat das für einen Hintergrund? Kann man bald mit einem neuen Release von euch rechnen?

Wir versuchen schon seit Bandgründung durchweg und immer so viel wie irgendwie möglich selbst zu machen, was aber natürlich auch mittlerweile immer wieder an gewisse Grenzen stößt, aber für uns immer nicht nur selbstverständlich und bewusst geplant war, sondern auch weiterhin so gewollt ist. In der heutigen Schnelllebigkeit und wandelnden Musikszene und Industrie sehen wir uns da wenig als etwas Besonderes oder gar Vorreiter. Das haben ja schon Bands wie die Donots oder Leoniden genauso gemacht.

Wir haben uns letzten Endes einfach gesagt: Wenn andere das können, warum können wir das nicht auch? Da war es dann eine logische Konsequenz ein eigenes Label zu gründen und hier zwar mehr Risiken und Arbeit auf sich zu nehmen, aber dafür mehr Freiheit in jeglicher Hinsicht zu genießen, evtl. längerfristig sogar Musik befreundeter Bands zu veröffentlichen. Wie cool wäre das denn?

Dazu sei aber gesagt. Wir haben als Label den Luxus eine Zusammenarbeit mit den unfassbar guten Menschen von Grand Hotel van Cleef zu haben, die uns einiges an Know-How mitgeben und die gesamte Sache deutlich erleichtern. Kann man bald mit einem kommenden Release rechnen? Nun ja, es wäre ja schön blöd ein Label zu gründen und dann darüber nichts zu veröffentlichen – oder?

Die Tour-Daten:

20.02. UK – London, The Monarch
21.02. UK – Glasgow, Bloc+
22.02. UK – Worcester, Annie’s at the Courtyard
24.02. UK – Brighton, The Hope & Ruin
27.02. Darmstadt, Oetinger Villa
28.02. Stuttgart, Kap Tormentoso
01.03. AT – Sankt Georgen, Fümreif
03.03. Hamburg, Astra Stube

04.03. SWE – Gothenburg, Sekten
05.03. SWE – Stockholm Södertalje,Spinnrocken
06.03. DK – Copenhagen, Råhuset
07.03. Kiel, Schaubude
08.03. NL – Capelle A/D IJssel, Capsloc
09.03. Münster, Gleis 22
11.03. BEL – Namur, Le Petit Bitu
12.03. Bonn, Bla
14.03. FRA – Lyon, Maxine’s
15.03. FRA – Dijon, Deep Inside
16.03. Freiburg, Slow Club
18.03. CH – Zürich, Dynamo

Hinterlasse einen Kommentar