
Meines Erachtens sollte eine Band mit ihren Alben Konstanz bewahren, lieber nicht ihren Sänger wechseln und vor allen Dingen: Trotz aller Konstanz doch auch ein bisschen im Sound variieren. Gut, 36 Crazyfists bleiben seit Jahren Sound und Sänger treu, doch das Wort „Veränderung“ kann man ihnen nicht unbedingt auf die Fahne schreiben. Nun winkt mit „Collisions & Castaways“ das sechste Studioalbum innerhalb von 16 Jahren Bandgeschichte und man sucht krampfhaft kreative, andere Worte um dem neuen Album der Band aus Alaska gerecht zu werden.
Aber um ehrlich zu sein: Es gibt einfach nicht viel zu sagen. Klar, die Songs sind vielleicht ein bisschen metallastiger als das so beliebte „Bury Me Where I Fall“ vom 2002er Album „Bitterness The Star“, sie sind auch fetter produziert als alle Releases zuvor, aber gerade im Vergleich zum letzten Werk „The Tide And Its Takers“ bleiben 36 Crazyfists ihrer Linie punktgenau treu. Mit „Long Road To The Late Nights“ hat man zum Beispiel auch auf „Collisions & Castaways“ einen langsamen, schwermütigen Track, der den Songablauf gekonnt unterbricht. Das kennt man doch schon irgendwoher…
Natürlich gibt es überzeugende Ausnahmen, wie „Anchors“, welches mit seinen metallisch angehauchten Klängen ganz schön beeindruckend den Raum füllt und zwischen Gesangspassagen sogar Moshparts aufweist.
Zusammen mit „Death Renames Light“ zählt das Lied somit zu den stärksten Songs des Albums, doch spätestens „Trenches“ oder „Revives“, die mit ihrem (Sprech-)Gesang völlig in die alte Kerbe hauen, machen den guten Eindruck wieder zunichte. Klar, keiner der Songs ist wirklich schlecht, ich kann mir in dem Stil aber schon fünf Alben anhören, da brauche ich nicht unbedingt ein sechstes… Mit dem letzten Titel „Waterhaul II“ (wirklich gutes Instrumentalintro!) verweist man schlussendlich sogar noch auf den Song „Waterhaul“ von 2004 und gibt damit direkt an: „Hallo, großartig verändert haben wir uns nicht. Aber wir erschaffen immerhin noch neue Tracks!“ – Dem bleibt nichts mehr hinzuzufügen.
36 Crazyfists sind eine metalcore-Band aus Anchorage, Alaska, deren Bandname aus dem Jackie Chan-Film The 36 Crazy Fists aus dem Jahre 1977 stammt. Die Band wurde im Dezember 1994 in Anchorage, Alaska gegründet. Um ihren Bekanntheitsgrad zu steigern, zogen sie 1996 nach Portland, Oregon um, wobei kurz vorher Bassist JD Stuart bei einem Autounfall tödlich verunglückte und durch Mick Whitney ersetzt wurde.





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