Against Me! – Transgender Dysphoria Blues

Label Xtra Mile
Musikrichtung Punk, Rock
Redaktion
Lesermeinung
7

Wie viele Steine lagen diesem Album im Weg? Nicht nur, dass die Verwandlung des Tom Gabel zu Laura Jane Grace die musikalische Seite von Against Me! in den Hintergrund zu drängen drohte. Nein, auch das Besetzungskarussell drehte sich unaufhörlich und die Band drohte beinahe daran zu zerbrechen. Jetzt steht mit „Transgender Dysphoria Blues“ ein neuer Anfang bevor.

„All things made to be destroyed! All moments meant to pass!“

Wie der Titel schon verrät, beschäftigen sich die Texte natürlich intensiv mit dem neuen Leben der Laura Jane Grace. Den Nachfolger zu „White Crosses“ hat sie kurzerhand auch selbst produziert. Es sollte allerdings nicht der Eindruck entstehen, dass die Leadsängerin über allem steht und dieses Album mehr oder weniger als Soloalbum durchgehen könnte. Against Me! sind noch immer politisch („Obama Bin Laden As The Crucified Christ“) und noch immer treten sie gesellschaftlich verschleierter Homophobie und latentem Rassismus entschieden entgegen („Drinking With The Jocks“). Und schon gar nicht ließ sich die Band von all den Widrigkeiten im Vorfeld der Veröffentlichung unterkriegen. Wo andere Bands längst die Segel gestrichen hätten, hat die Kombo nochmal den Mut gefasst ein grandioses Album zu erschaffen. „Transgender Dysphoria Blues“ stellt sich ohne Probleme in eine Reihe mit „As The Eternal Cowboy“ und „New Wave“. Zusätzlich ist es wohl auch das persönlichste Album, dass Mastermind Laura je geschrieben hat. Ein knapp 30 minütiger Einblick in die Seele eines sich verändernden Menschen. Eine Veränderung, die auch die Band nicht unberührt ließ. Mitglieder kamen, gingen wieder oder verschwanden einfach. Das Album wurde trotz allem eingespielt. Schließlich sprang sogar Fat Mike ein und spielte die Basslinien für zwei Songs ein. Was nach all den Querelen bleibt ist eines der besten Alben, die Against Me! je aufgenommen haben.

„No more troubled sleep! There’s a brave new world that’s raging inside of me“

Es gab viel zu befürchten und nach dem eher mäßigen „White Crosses“ schienen Against Me! bereits Geschichte. Man sollte nicht bereits so früh im Jahr von dem „Album des Jahres“ sprechen. „Transgender Dysphoria Blues“ gilt jedoch als sehr heißer Favorit auf die Krone. Und wenn nicht, dann bleiben auf jeden Fall überragende Songs wie „Two Coffins“ oder „FuckMyLife666“ die einen noch Jahre begleiten werden.

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
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Kommentare

  1 kommentar

  1. Martin

    Bestes Against Me-Album seit As the Eternal Cowboy!

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