Alazka – Phoenix

Album Phoenix
Band Alazka
Musikrichtung Post-Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
5

Der Schreck in der Fangemeinde saß tief, als es Anfang des Jahres aussah, als würden Burning Down Alaska der Musik den Rücken kehren. Entsprechend groß war die Erleichterung, als die Recklinghausener Entwarnung gaben: Der ominöse Facebook-Post, der auf den ersten Blick stark nach Auflösung aussah, bedeutete nicht etwa das Ende, sondern einen Neustart unter dem Namen Alazka. Mit dem alten Namen könne man sich schlichtweg nicht mehr identifizieren, erklärte die Band. Die Art und Weise auf welche die Umbenennung vollzogen wurde, stieß nicht nur auf Gegenliebe. Und besser wurde das Ganze nicht gerade dadurch, dass Capture The Crown kurz zuvor exakt dasselbe getan hatten. Am meisten darüber geärgert haben sich aber wohl Alazka selber, denn geplant war ihre Aktion zu dem Zeitpunkt längst. Und die Ankündigung ihres „Debüt-Albums“, machte die Angelegenheit dann auch ganz schnell wieder vergessen.

Dass Alazka sich an neuem versuchen, ist nicht nur aufgrund des Namenswechsels einleuchtend, sondern zeichnete sich auch schon ein gutes Jahr vorher im Januar 2016 ab: „Blossom“ reduzierte das Tempo und integrierte den Klargesang des damaligen Breakdown At Tiffany’s Sängers Kassim. Was als Featuring begann, endete bekanntlich als feste Besetzung und aus Burning Down Alaska wurde Alazka. Musikalisch trägt „Phoenix“ deutlich dicker auf als es noch bei „Values & Virtues“ der Fall war, da es Kassims Stimme nun wirklich nicht an Pathos mangelt. Bei „Legacy“ hat man Kassim zum Schluss auch gleich noch einen Chor zur Seite gestellt, so dass sich allerlei Stimmen zu einem leidenschaftlichen großen Ganzen verweben. Schreihals Tobias ist entsprechend vermehrt für die Strophen verantwortlich, darf bei „Empty Throne“, „Everglow“ und „Hearts of Gold“ aber auch beim Refrain ran.

Chester Benningtons Tod hat auch Alazka getroffen. „Empty Throne“ hat die Band daher dem verstorbenen Linkin Park-Frontmann gewidmet und wirbt für einen sensibilisierten und empathischeren Umgang mit der mentalen Gesundheit unserer Mitmenschen. Denn niemand weiß, wie es wirklich im Kopf des Gegenübers aussieht. „You think I’m happy / You say it’s not so bad / I say come closer / Take a look inside my head“ („Empty Throne). Der schon vorab als Single veröffentlichte Song besticht vor allem durch seinen aufbauschenden Pre-Chorus, der sich in einen mitreißenden, doppelstimmigen Refrain entlädt. Sein Übriges tut das wohlig warme Gitarrenspiel. Denn so sehr sich „Phoenix“ in manchem auch von „Values & Virtues“ abhebt, das markante Gitarrenspiel prägt den Sound weiter, auch wenn der Fokus leider nicht mehr ganz so stark auf den Gitarren liegt.

„Phoenix“ wird viele begeistern, manchen Fan der EP aber wohl auch enttäuschen. Dass Alazka ihre Neuausrichtung aber wirklich wichtig ist, sieht man nicht zuletzt daran, dass die Herren mittlerweile zwei Spotify-Accounts besitzen: Einen unter dem Namen Burning Down Alaska mit der „Values & Virtues“-EP und einen unter dem Namen Alazka mit „Phoenix“.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
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Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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