Alex Mofa Gang – Ende Offen

Album Ende Offen
Musikrichtung Punkrock, Pop Punk
Redaktion
Lesermeinung
6

Blumen am Arsch der Hölle, versaute Stiefkinder, abstürzende Brieftauben. Deutsche Punkbands waren schon immer sehr kreativ bei der Namenswahl. Soundtechnisch reihen sich Alex Mofa Gang mit ihrem eher seichten Punkrock zwar nicht in diese illustre Riege ein, die Namensgebung aber kann durchaus mithalten.

Sich selbst beschreiben die fünf Berliner ohnehin als viel zu laute Popband mit Punkwurzeln. Das trifft es sehr gut. Und auch auf dem dritten Album („Ende Offen“) ist bei der 2012 gegründeten Band im Großen und Ganzen alles wie gehabt. Vorrangig im Midtempo angesiedelte Poppunkrocksongs, die durch ihre melodiös poppige Art für die Allgemeinheit leicht verdaulich sind. Auf klassischen Punk wartet man vergebens, auch wenn bei „Nacht Aus Gold“ das Tempo mal angezogen wird.

Schon vom ersten Ton an zeigen Alex Mofa Gang wohin die Reise gehen soll. Das Ende dieser Reise ist aber nicht wirklich so offen, wie es der Titelsong suggeriert. Sascha Hörolds leicht raue Stimme gibt den poppigen Songs von Haus aus aber eine etwas punkigere Note, die der Band gut zu Gesicht steht. „Hinter den Fassaden“ kommt im Vergleich zum Opener auch schon ein bisschen flotter daher und lebt wie viele der Songs stark von Matze Vogels Keyboardspiel.

So geht es im Grunde auch weiter. Egal ob man zu „Kleine Schwester Größenwahn“ zappt, oder Richtung „Düsenjäger“ schaltet, man bekommt einen seichten Gitarrensound serviert, für den Tommy Kosslick vorrangig verantwortlich ist. Eine unauffällige Bassbegleitung, gespielt von Rotscher Hörold und ein durchaus nach Mainstream klingendes Schlagzeugspiel von Michael Breuninger runden den poppigen Sound ab.

Textlich handeln die Songs vorwiegend von jedem bekannten Themen, wie Streit bei den Nachbarn („Hinter den Fassaden“), Liebe („Alles Robotisiert“) oder auch von den „Helden Deiner Jugend“. Der politische „Ausreißer“ „Düsenjäger“ beschäftigt sich mit der Flüchtlingspolitik und dem Rechtsruck.

Was Alex Mofa Gang bieten, ist Punkrock für Jedermann. Punks werden sich schwer tun, hier richtig Zugang zu finden, denn dafür ist das Gesamtkonstrukt einfach nicht schroff, hart und laut genug. Aber tanzbar und irgendwie sommerlich klingen die meisten Songs allemal und somit werden die Berliner auch weiter ihren Weg gehen.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, Berichte
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