Alkaline Trio – Damnesia

Album Damnesia
Musikrichtung Punk, Akustik
Redaktion
Lesermeinung
5

Dass sich die Herren von Alkaline Trio auch gern mal ohne elektrisch verstärkte Instrumente austoben ist bekannt. Davon konnte man sich bereits auf diversen Special Editions der bisherigen Studioalben überzeugen. Aber funktioniert das ganze auch auf Albumlänge? Den Versuch wagt das Trio auf „Damnesia“.

Reduziert man Alkaline Trio auf die Essenz, die diese Band so einmalig macht, ist die eingangs gestellte Frage schnell beantwortet. Natürlich funktioniert „Damnesia“! Alkaline Trio leben von ihrem düsteren Punkrock, der mit dieser unverwechselbaren süßen Morbidität eine absolut unwiderstehliche Mixtur bildet. Gepaart mit den einzigartigen Gesangsstimmen von Matt Skiba und Daniel Andriano ein Erfolgsrezept, dass dazu geführt hat, dass diese Band seit Jahren eine Ausnahmestellung innehält. Allerdings darf hier nicht der Eindruck entstehen, dass die Band ihre Songs einfach nochmals unverstärkt eingespielt hat. Jeder einzelne von ihnen unterscheidet sich technisch ein wenig vom Original. Den morbiden Charme versprühen die Songs natürlich auch im Akustikgewand. So wurde beispielsweise „This Could Be Love“ vom melancholisch rockenden „Crimson“ Opener zur Ballade umfunktioniert. „Private Eye“, der wohl bekannteste Song der Band, bekommt in seiner neuen Version glatt noch mehr Tiefgang, als er schon hatte. Aber ganz ohne E-Gitarren kommt die Band dann doch nicht aus, denn zumindest eine hat sich in „Mercy Me“ eingeschlichen.

Was die Chicagoer allerdings dazu getrieben hat „Blue In The Face“ nochmals neu aufzunehmen, wäre an dieser Stelle schon interessant. War die Ballade als letzter Song ihres Meilensteins „Good Mourning“ ein triumphaler Schlusspunkt, kann die neue Version mit dem Original nicht mal ansatzweiße mithalten. Diesen Fauxpas hätte sich die Band sparen können. An fehlendem Liedgut kann es auf jeden Fall nicht gelegen haben. Immerhin können die Jungs auf bereits sieben Studioalben zurückblicken.

„Damnesia“ ist natürlich kein vollwertiges neues Album, aber zumindest ist es ein schöner Zeitvertreib um die Wartezeit auf das nächste Album zu überstehen. Die Stimmen der Herren kommen hier noch mal besser als auf den sonstigen Veröffentlichungen zur Geltung. Wer also noch nach einem Soundtrack fürs nächste Halloween Date sucht, könnte hier fündig werden. Für alle die nicht so lange warten wollen: „Damnesia“ macht auch bei Sonnenschein eine gute Figur.

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
Top-Alben Joanna Newsom - Y's | Propagandhi - Today's Empires, Tomorow's Ashes | At The Drive-IN - Relationship of Command
Die besten Konzerterlebnisse Iggy Pop | ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead | NOFX | Escapado | Propagandhi

Hinterlasse einen Kommentar