All Time Low – Dirty Work

Album Dirty Work
Musikrichtung Pop Punk
Redaktion
Lesermeinung
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Vom South By Southwest (SXSW) bis zur Warped Tour. In den Staaten haben All Time Low jedes größere Festival, jede große Bühne bespielt und zählen dort nach Blink-182, Sum 41 und Simple Plan zu den kommerziell erfolgreichen Pop Bands-Bands überhaupt. „Dirty Work“ ist der Titel des vierten Albums der Band aus Baltimore und dreckige Arbeit, dass ist dieses Business auf jeden Fall. Dabei hatte alles so beschaulich angefangen: 2003 haben sich All Time Low als Blink-182-Coverband gegründet und sind auf Umwegen zu einem kleinen Deal mit Emerald Moon Records gekommen. Dort veröffentlichte man eine EP und das Debütalbum „The Party Scene“. Dann aber ging es schnell: Mark Hoppus von Blink lernte man 2005 auf einem Konzert kennen, bei dem man als Vorband spielte, und eh man sich versah, half eben dieser bei den Aufnahmen zum zweiten Album „So Wrong, It’s Wright“ und somit zum kommerziellen Durchbruch.

Soweit die Vorgeschichte, nun zum eigentlichen, aktuellen Werk der Kombo aus Maryland, zu welchem es eigentlich nicht viele Worte zu sagen gibt: „Dirty Work“ präsentiert Pop Punk der für die Charts gemacht ist. Unpolitisch, nicht kritisch, aber teilweise mit ein bisschen Humor und Selbstironie versehen. „I Feel Like Dancin'“, die erste Singleauskopplung (im Übrigen geschrieben von Weezer-Frontmann Rivers Cuomo), bringt diese Formel auf den Punkt. Schaut man sich das passende Video an, so fühlt man sich an Sum 41s ‚Still Waiting‘ erinnert, verarbeitet man hier doch so voller Ironie den Deal mit Interscope / Universal. Frisch klingt (und sieht) definitiv anders (aus).
Auch die anderen Songs bieten wenig Stoff, der den Hörer wirklich aufhorchen lässt. „No Idea“ klingt sogar irgendwie nach Coldplay, hört man auf die Streicher im Hintergrund. Der Titel des Songs ist also mehr als passend gewählt. Als einzig positiv lässt sich da „Guts“ hervorheben, welches durch den Gastauftritt von Maja Ivarsson, Frontfrau der Sounds, deutlich heraussticht und ordentlich Pep bekommen hat.

So bleibt am Ende unter dem Strich nicht viel Positives übrig: All Time Low verdienen gutes Geld mit ihrer leider nicht immer guten Musik. Bei den Buben aus Baltimore ist also das Gleiche zu beobachten, wie bei den Kollegen von Sum 41 oder Simple Plan. Während die ersten Alben frisch und einfallsreich waren, hat man sich mit der Zeit dem Mainstream untergeordnet. Zwar schafft man es immer noch die ein oder andere einprägsame Zeile oder Melodie zu schreiben, aber mehr dann doch nicht. „Dirty Work“ wird ohne Frage kommerziell kein Reinfall, in allen anderen Punkten aber bekommt man hier deutlich bessere Alternativen geboten. Man Overbaord, The Wonder Years oder die zeitlosen Blink-182 sind da nur einige Namen. Kurzweiliger und einfallsloser Pop Punk a la carte, mehr servieren All Time Low mit ihrem vierten Album „Dirty Work“ nicht.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

Kommentare

  1 kommentar

  1. nachgebloggt

    All Time Low wird ja oft mit Blink-182 vergleichen und gehört wohl zu den sogenannten Emo-Bands, was auch immer das genau bedeuten soll. Ich bin ganz ehrlich, ich hatte einen Newsletter im Postfach, mit einem ganz interessanten Text, ich kannte die Band also vorher nicht. Auch Pop-Punk war mir nicht wirklich ein Begriff. Aber man soll ja bekannterweise seinen Horizont immer erweitern, also wollte ich hier einmal reinhören. Das Album gefällt mir sogut, dass ich Dir das vorstellen möchte. Richtig schön rockig, punkig, poppig, tolle Musik, wo ich mich wirklich frage, wieso diese Band bisher an mir vorbei gegangen ist.

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