Amenra – Mass VI

Album Mass VI
Band Amenra
Musikrichtung Metal, Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
6.5

Es ist mal wieder Zeit für einen Gang in die vielleicht düsterste Kirche der Welt: Mit „Mass VI“ laden Amenra wieder ein zum Hexentanz in der Church Of Ra – und machen dabei wenig anders, dafür aber wieder vieles richtig.

Bahnbrechende Neuerungen einfließen zu lassen wird schwierig, wenn man die Grenzen des bandeigenen Sounds bereits nahezu ausgelotet hat. In den oftmals repititiven, jedoch nie langweiligen Sphären von Amenras Post-Metal lässt es sich verlieren. Der spirituelle Touch, der auch in den Strukturen des Künstlerkollektivs rund um die belgischen Bands Amenra, Oathbreaker und The Black Heart Rebellion fest verankert ist, wird auch durch die Musik immer wieder deutlich nach außen transportiert. Jetzt gestaltet es sich natürlich so, dass man als eine der meistgefeierten und schlicht auch besten Bands eines grob gefassten Genres (vielleicht neben Neurosis und Cult Of Luna) nicht nur musikalisch irgendwann an Grenzen stößt, sondern auch eine gewisse Erwartungshaltung aufkommen lässt. Ist die Musik dann zusätzlich so auf sich wiederholenden Strukturen aufgebaut wird schnell deutlich: Die Veränderungen werden irgendwann nur noch marginal. So lassen sich auch mal ruhige, tief gesungene Passagen einbauen, die tonnenschweren Riffs und das gebetsmühlenartige Gekrächze aber ziehen sich schon aus der Logik geboren unaufhaltsam durch die komplette Diskographie.

So ist auch die sechste Messe der Band rund um Colin van Eekhout schnell gelesen: Amenra machen das, was sie seit Jahren machen: Eine unglaublich düstere wie mitreißende Atmosphäre aufbauen, aufbrausende Soundwände kreieren um diese krachend wieder einzureißen und am Ende ein knapp 45 minütiges Gebet entfalten, welches sich auf sechs Tracks verteilt. Am Ende bleibt die Gewissheit: Amenra sind eine verdammt großartige Band, bei der positive wie negative Überraschungen eher ausbleiben. Wem das ganze schon vorher zugesagt hat, der pilgert auch zu „Mass VI“ wieder in die Kirche. Neue Jünger wird man aber auch mit dem neuen Album eher kaum dazugewinnen.

Autor Sascha Schüler
Wohnort Wechselt
Beruf Nein
Dabei seit Juni 2010
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