American Nightmare – s/t

Album s/t
Label Rise Records
Musikrichtung Hardcore Punk
Redaktion
Lesermeinung
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In letzter Zeit konnte man den Eindruck gewinnen, dass in Zeiten von Spotify und Deezer die Spieldauer eines sogenannten Full-Length nicht mehr so wichtig ist. Gerade mal rund 20 Minuten lang sind die jüngst erschienenen Alben von Backtrack oder Lionheart – und auch American Nightmare haben auf ihrem neusten Werk nicht viel mehr anzubieten. Da auf genannten Plattformen dafür nicht extra bezahlt wird, kann man das schon mal so machen. Zumindest lässt es den Verdacht zu, dass dies dahinter steckt, denn mal ehrlich: Wer findet bitte 15 Euro für eine CD oder gar 20 für eine Schallplatte noch in Ordnung, wenn man damit nur 20 Minuten unterhalten wird?

Nun aber genug davon. Widmen wir uns der Band und ihrer ersten Veröffentlichung seit der Reunion vor sechs Jahren. Nachdem es die Bostoner doch 15 Jahre gekostet hat, um ein neues Album zu veröffentlichen, ist man doch relativ gespannt, was einen da wohl erwartet. Das freilich wird sehr schnell klar: American Nightmare klingen nach wie vor nach American Nightmare. Die aggressive Stimme von Wesley Eisold, flottes Tempo an den Instrumenten und keine großen Spezialeffekte. Ein durchweg straightes Produkt eben, ganz klassisch.

Alle Songs sind relativ einfach gestrickt, mal drei Minuten, mal nur 30 Sekunden lang. Das macht es dem Hörer relativ angenehm, da man sich sogar nebenbei gut berieseln lassen kann und nicht gelangweilt wird.

Direkt hervorheben kann man eigentlich keinen der neun Tracks, sodass es am Besten ist, alles zusammen zu bewerten. Und das ist gut. Schlicht und ergreifend. Die Songs auf „American Nightmare“ machen Lust auf mehr. Sie sind Hardcore, aber gleichzeitig auch Punk, und sind von einer Spritzigkeit durchzogen, die einem nach dem ersten Durchlauf gleich die Repeattaste drücken lässt.

Aber genau an dieser Stelle steht man dem Problem der kurzen Spieldauer gegenüber. Man ist gerade so richtig im Flow, fängt an das Album zu feiern, und plötzlich ist es auch schon vorbei. Das wird dem ein oder anderen definitiv missfallen. Am Ende überwiegt aber dennoch die Zufriedenheit: American Nightmare sind zurück – und sie lassen einen wahrlich nicht hängen.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, Berichte
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