Anti-Flag – The General Strike

Band Anti-Flag
Label SideOneDummy
Musikrichtung Punk
Redaktion
Lesermeinung
5

Punk lebte, glaube ich, vor langer langer Zeit mal vor allem von Überzeugung und der unbedingten Einstellung, anders zu denken. Da haben drei Akkorde gereicht. Damit kriegste die Kids von Heute leider nicht. Da brauchste schon auch ein süßes Facebookbild und einen Twitteraccount. Und so ein paar Tattoos machen sich bestimmt auch gut aufm nächsten Live-Upload von deiner Show. Am Besten sprichst du auch bei jedem Album eine Menge von Weiterentwicklung und dass du dich einfach mal ausprobieren wolltest. Muss sich ja schon auch anders anhören als die letzte Platte, das wird ja sonst langweilig. Nur die Texte bringen ja auch nichts.

Nun sage ich ja gar nicht, dass Anti-Flag keinen Iro oder Hemden mit Krawatten oder einen Twitteraccount haben. Aber die schreiben deshalb auch nicht gleich ein Musical. Die machen zackige Gitarrenmusik mit Message, und das sogar schon seit 1988. Don’t fuck with the formula. Dass sich das Quartett seit Mitte der 90er ein Stück vom anfänglichen Sound entfernt hat und dabei sicher auch zugänglicher geworden ist, liegt wohl daran, dass die eben auch älter werden. Ähnlich wie zum Beispiel die Genrekollegen von Rise Against. Naja, und wenn schon.  Hauptsache ist doch, dass sie noch Punkrock for Punkrock’s sake machen. Und so hauen Anti-Flag auch weiterhin knackige, energische Riffs aus den Boxen und denken eifrig über ihre Umwelt nach. Legen Finger in die Wunden, recken die Fäuste nach oben.  In den USA sind die Feindbilder natürlich etwas simpler gestrickt: Die Wall Street, die Republikaner, die Army, die konservative Mitte. Aber einer desinteressierten Jugend tut vereinfachte Kritik im 30-Minuten-Format wahrscheinlich auch besser als gar keine Kritik. Zeitung wird ja schonmal gar nicht gelesen, da ist es schon wichtiger, was der Facebookfreund sich jetzt zum Essen macht. Anti-Flag tun also ihren Teil. Nicht groß anders als auf den Vorgängern, dem ein oder anderen vielleicht immer noch nicht ausreichend underground. Aber immer noch rotzig, zackig, mitreißend, teilweise schön roh auf die Fresse. Ach ja, und Chris #2s Basslines sind ja sowieso der Wahnsinn.

Wem Anti-Flag also früher gefallen haben, dem sollten sie auf „The General Strike“ auch gefallen. Dreißig Minuten guter alter Melodic Punkrock. Das klingt jetzt abgedroschen, aber das ist halt alles, was sich zu dem Album sagen lässt. In 369 Wörtern.

Autor Enno Küker
Wohnort Tübingen
Beruf Student
Dabei seit Mitte 2011
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben ...kommen und gehen. Immer gut: Brand New - The Devil and God are Raging...// Bruce Springsteen - The River // The Chariot - One Wing // Cigarettes After Sex - s/t // Emery - I'm Only A Man // Every Time I Die - alle Platten // Godspeed You! Black Emperor - Allelujah! Don't Bend, Ascend // La Dispute - Wildlife // Taking Back Sunday - Tell All Your Friends
Die besten Konzerterlebnisse Schwitzerei, Feierei, Reiherei

Kommentare

  1 kommentar

  1. Timo

    Starkes Review!

Hinterlasse einen Kommentar