Arctic Monkeys – Humbug

Arctic Monkeys – Humbug

Arctic Monkeys – Humbug

Was Musikkritiken anging, hatten die Arctic Monkeys immer gute Karten. Sowohl das Debüt „Whatever People Say I am, That’s What I’m Not“ als auch „Favourite Worst Nightmare“ wurden (berechtigterweise) nur so von Lob übersät. Unglücklicherweise könnte sich das Blatt nun wenden, denn die Arctic Monkeys sind nicht mehr die lockere Partyband von damals. Das neue Album „Humbug“ ist schwermütig und deprimierend. Muss nicht unbedingt schlecht sein, aber diese langsamen Songs sind besonders am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig.
„Humbug“ beginnt mit „My Propeller“, wohl einer der schwächsten Songs, den die britische Indieband je herausgebracht hat. Das kann man zum Glück nicht über das komplette Album sagen, denn streng genommen sind eigentlich alle Lieder von durchdachtem Songwriting geprägt. Die Arctic Monkeys von früher kann man immer noch heraushören, nur die Briten hätten vielleicht einmal durchdenken sollen, dass ein ähnliches Songmuster über 10 Titel langweilig wird und dass es kein einziges Lied mit Ohrwurmpotential gibt.
Da nützt es nichts, dass die erste Single „Crying Lightning“ oder auch „Potion approaching“ ziemlich überzeugend sind – wenn man die CD komplett durchgehört hat, kann mich sich nur noch schwer erinnern, wie die einzelnen Lieder klangen. Man weiß, es gab Höhen und Tiefen, manche Songs wurden doch noch schneller nach einer Zeit, nur welche waren das? Schwierig. Der einzige Titel, der von Anfang an überzeugt, ist „Pretty Visitors“. Mit seiner schnelleren Songstruktur erinnert er ein bisschen an den alten Hit „I bet that you look good on the dancefloor“ und lässt den Hörer ein wenig nostalgisch werden.
Klar, die Arctic Monkeys wollen und müssen sich weiterentwickeln – das haben sie zweifelsohne geschafft. Ist nur die Frage, ob diese Weiterentwicklung die Fans zufrieden stimmt.

Autor Ines Kirchner
Wohnort Berlin
Beruf Project Manager
Dabei seit Juli 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Akkreditierungen, Organisatorisches, Reviews
Top-Alben u.a. Gallows - Grey Britain, Bon Iver - Bon Iver, The National - Trouble Will Find Me, Touché Amoré - Parting the sea...
Die besten Konzerterlebnisse u.a. Have Heart (2009, Köln), Gallows (2010, London), Basement (2012, London), Iron Chic, Ceremony, Trash Talk, Rise & Fall, Touché Amoré (divers)

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