Arctic Monkeys – Suck It And See

Label Domino
Musikrichtung Rock, Indie, Punk
Redaktion
Lesermeinung
4

Man hat das Gefühl, dass mit dem Absterben von MySpace auch die Band von der Bildfläche verschwunden ist, die die Plattform anfangs perfekt zu nutzen wusste: Die Arctic Monkeys. Was haben wir damals nicht alle „Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not“ mit dem Allrounder „I Bet That You Look Good On The Dance Floor“ gefeiert. Nachfolgewerk „Favourite Worst Nightmare” setzte neue Maßstäbe in der Indiewelt und dann…ja dann ging es bergab. „Humbug“ machte seinem Namen alle Ehre, denn eine unsinnigere Idee als so ein schwaches Album zu veröffentlichen, konnte man kaum haben. Zurecht hörte man von den Arctic Monkeys danach eher wenig.
Nun aber folgt ein erneuter Anlauf: „Suck It And See“. Diese CD wäre von mir völlig unbeachtet geblieben, wenn nicht der gute Frank Turner auf seinem Blog geschrieben hätte, dass das Album der Arctic Monkeys am selben Tag erscheint wie sein neues Werk. Und noch viel wichtiger: Dass laut PreOrder sein Album im Vereinigten Königreich sehnsüchtiger erwartet wird als das der Arctic Monkeys. Nicht unbedingt überraschend, wann hat man denn zuletzt von den Arctic Monkeys gehört?!
Man kann natürlich nicht sagen, dass sich die werte Band keine Mühe gegeben hat, wieder ins Gespräch zu kommen. Die Inselaffen flogen sogar extra ins sonnige Los Angeles, um ihr viertes Studioalbum aufzunehmen. Man könnte deswegen nun verkünden, sie klingen dadurch fröhlicher, sommerlicher, frischer, interessanter….oder aber man lässt das lieber sein.
Denn mit dem Opener „She’s Thunderstorms“ knüpfen die Arctic Monkeys an altes Material an: Eingängige Gitarren, ein paar Drumschläge fürs Livekonzerthüpfen und Alex Turners schwermütige Stimme. Bei dem darauf folgenden „Black Treacle“ könnte man dann fast ein paar Countryelemente finden oder zumindest einen eindeutig amerikanischen Einschlag. Beide Songs sind jedoch weder sonderlich auffällig noch sonderlich gut. Geschweige denn extrem sommerlich. Die erste Singleauskopplung „Brick By Brick“ ist mit den wenig abwechslungsreichen Lyrics irgendwann dann sogar ziemlich nervtötend.
Danach plätschert der Rest des Albums nur so dahin. Viele „Lalalas“ zum Mitsingen und Turners Stimme als tragendes Glied quasi aller Songs formen ein poppiges Album ohne große Überraschungen. „Suck It And See“ ist dadurch nicht direkt schlecht. Man kann es sich durchaus mal nebenher anhören und es ist um Klassen besser als „Humbug“ – das hat ja schon nach zweimal Hören keinen Reiz mehr gehabt. Dennoch scheint es so, als würde diese Band langsam in der Schublade der Belanglosigkeit verschwinden. Zumindest in meiner hat sie sich schon einquartiert – da wird wohl auch das tausendste Mal Hören von „Suck It And See“ nichts ändern.

Autor Ines Kirchner
Wohnort Berlin
Beruf Project Manager
Dabei seit Juli 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Akkreditierungen, Organisatorisches, Reviews
Top-Alben u.a. Gallows - Grey Britain, Bon Iver - Bon Iver, The National - Trouble Will Find Me, Touché Amoré - Parting the sea...
Die besten Konzerterlebnisse u.a. Have Heart (2009, Köln), Gallows (2010, London), Basement (2012, London), Iron Chic, Ceremony, Trash Talk, Rise & Fall, Touché Amoré (divers)

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