As It Is – Okay.

Album Okay.
Band As It Is
Musikrichtung Pop-Punk, Emo
Redaktion
Lesermeinung
3

Unlängst ist Youtube zu einer der Hauptinformationsquellen für Heranwachsende geworden. Ganz egal ob denn nun der Lidstrich Probleme bereitet oder generell diese elendige Pubertät – auf der Videoplattform stehen selbsternannte Experten den Teenagern dieser Zeit stets mit Rat und Tat zur Seite. Doch Youtube hält wahrlich noch mehr bereit. Nicht zuletzt tummelt sich dort auch die nächste Generation an Musikern – oder zumindest die, die es gerne wären. Auch Patty Walters hat hier erstmals seine Songs veröffentlicht. Diverse Cover etlicher Pop-Punk-Klassiker wie „Dammit“ von Blink-182 oder Fountains Of Waynes „Stacy’s Mom“ zum Beispiel. Doch irgendwann war das Nachspielen seiner Helden dem jungen Mann nicht mehr genug, eine eigene Band musste her: Die Geburtsstunde von As It Is war gekommen – und der Erfolg sollte nicht lange auf sich warten lassen.

Vier EPs und nicht einmal zwei Jahre später fanden sich die Briten als erste europäische Band im Roster von Fearless Records wieder. Kurz darauf mit ihrem hochgelobten Debütalbum „Never Happy, Ever After“ auch auf der Warped Tour. Generischer Pop-Punk mit Emo-Einflüssen geht eben nach wie vor. Das gilt auch für das Zweitwerk „Okay.“. Etwas Anderes kam für Walters und Co gar nicht in Frage.

Zumindest textlich sind die positiven Momente bei As It Is nach wie vor eher Mangelware. Zeilen wie „I know that all you love about me is who I used to be“ („Patchwork Love“) oder „I promise to fight, but I can’t promise that I’ll be fine“ („Until I Return“) sprechen eine klare Sprache. Mindestens einen lyrischen Lichtblick gibt es aber dennoch.

Bei „Never Happy, Ever After“ wurde „My Oceans Were Lakes“ als der einzige positive Song des Albums vorgestellt, der einzige, der auch lyrisch ein bisschen Hoffnung verbreitete. Bei „Okay.“ scheint nun „No Way Out“ diesen Part einzunehmen, zumindest, wenn man sich lediglich auf eine Zeile konzentriert: „And I know that I fucked up, but I want to grow from it“. Der Rest des fast Dreieinhalbminüters ist dagegen schlicht die pure Abrechnung mit der eigenen Person.

Damit man sich als Hörer bei dieser permanenten Schwarzmalerei nicht gleich die Kugel gibt, ist alles mit fröhlich-verspielten Melodien unterlegt. Ganz so, wie sich das für eine Pop-Punk-Band eben ziemt. Musikalisch gibt es ausnahmslos nichts, was sich auch nur im Ansatz als „neuartig“, „interessant“, „spannend“ oder gar „revolutionär“ bezeichnen ließe – generischer Pop-Punk eben. Weniger mitreißend sind die Songs dadurch aber nicht. Flotte Hooks, simple, aber nicht weniger schicke, kleine Soli und besonders das Zusammenspiel der beiden Sänger Patty Walters und Benjamin Langford-Biss wissen eben auch nach etlichen Durchgängen immer noch zu überzeugen – selbst mit dem obligatorischen Akustik-Track „Still Remembering“.

Mit ihrer Musik wollen As It Is ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. Mit ihren Texten wollen sie allerdings ernstgenommen werden. Wie lange sie diese Schiene noch fahren können, ist ungewiss. Doch einen Grund wird es sicherlich haben, dass es auf Youtube inzwischen auch einige As It Is-Cover-Versionen gibt. Patty Walters hat sich von dieser Karriere verabschiedet, um sich vollends seiner Band zu widmen. Und das ist nur gut so.

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