Bunte Bandshirts, Typen, die so aussehen, als könnten sie keiner Fliege was zu Leide tun, und ein Albumtitel, der verdächtig an Escape The Fate erinnert – Screamo Pop-Punk Bands haben es allgemein ja doch eher schwer bei der Allgemeinheit. Das wissen auch Attack! Attack!, die sich furchtbar freuen, jetzt bei Hassle Records unter Vertrag zu sein. Das Label punktet mit Bands wie Alkaline Trip oder The Get Up Kids und soll den UKlern von nun an helfen, vom The Blackout Vorprogramm auf die großen Bühnen der weiten Welt zu stolpern.
War das erste Album noch extrem Pop-Punk-lastig, möchte die Band mit ihrem zweiten Werk „The Latest Fashion“ betonen, dass sie den Rock im Blut hat. Aber ganz ehrlich: Schon mit dem ersten Track „Everybody Knows“ wird klar, dass es noch ein weiter Weg ist, bis Attack! Attack! als ernstzunehmende Rockband wahrgenommen werden können. Schließlich strotzen auch die neuen Songs nur so vor den immer wieder gleichen, eingängig poppigen Melodien, gereimten, belanglosen Texten und smashigen Doppelvocals. Gerade bei einem Lied wie „No Excuses“, welches momentan als kostenloser Download verfügbar ist, fragt man sich dann doch, wo die Veränderung geblieben ist. Bei „No Shoes“ kommen zusätzlich die beliebten „Wohooo“-Rufe hinzu, beim schmalzigen „Best Mistake“ hat man direkt die Feuerzeugschwenkenden Attack! Attack“ – Anhänger vor Augen. Man braucht eigentlich gar nicht mehr zu erwähnen, dass alle Songs nicht sonderlich individuell sind und mit dem ständig gleichem Songaufbau aufwarten. Aber seien wir mal nicht so fies: Mag man diese Art von Musikrichtung kann man durchaus positive Eindrücke vermerken. So hat Sänger Neil Starr doch eine ziemlich gute Stimme, die besonders beim schönen Ende von „Blood In My Hands“ deutlich wird. Außerdem sind alle Songs wahre Ohrwürmer, die einem schon nach einmal Hören in den Ohren festkleben. Der Titeltrack „Latest Fashion“ ist sogar gar nicht so sehr schlecht. Dort versucht Starr seine Stimmlautstärke zu erhöhen und erinnert daher von der Klangnuance tatsächlich ein bisschen an Corey Taylor von Slipknot. Ein riskanter Vergleich und in allen anderen Fällen auch etwas zu weit hergeholt, aber man möchte Attack! Attack! ja auch mal etwas Gutes tun. Schon allein, weil es mit den großen Bühnen der Welt noch ein bisschen dauern könnte. Für das nächste Album sollten sich die Briten deswegen Folgendes merken: Pro Individualität, Contra Zuckerpop.




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