August Burns Red – Found In Far Away Places

Musikrichtung Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
6.25

August Burns Red haben sich mit inzwischen sechs Studioalben in 12 Jahren Bandgeschichte in die Königsklasse des modernen Metalcore gespielt. Über 1,5 Millionen Facebook-Likes sprechen in der heutigen Zeit auch für sich. Gerade im schnelllebigen Musikgeschäft schaffen es die meisten Bands aufgrund vorheriger Auflösung erst gar nicht, es zu so einem Ansehen zu bringen.

Das neuste Album der Band hört auf den Namen „Found In Far Away Places“ und setzt auf altbewährte Stärken: Kreatives Songwriting, virtuose Gitarrenarbeit, mächtige Breakdowns und erstklassige Shouts. Doch natürlich wären August Burns Red nicht August Burns Red, wenn nicht auch auf diesem Album wieder einige Experimente untergebracht wären. Gab es beim Vorgänger „Rescue & Restore“ noch Flamenco-Gitarrenklänge zu hören, hat Hauptsongwriter und Gitarrist JB Brubaker jetzt anscheinend seine Vorliebe für Country-Einflüsse entdeckt. Anders ist der Mittelpart von „Majoring The Minors“ nämlich nicht zu erklären. Ob man dies so wirklich braucht, ist fraglich, aber Ideenlosigkeit kann der Band jedenfalls nicht vorgeworfen werden. Ein Feature von Jeremy McKinnon (A Day To Remember) wird bei „Ghosts“ eingestreut, sorgt dank cleaner Vocals für einen variablen Sound, und auch Between The Buried And Me-Leadgitarrist Paul Waggoner darf in „Everlasting Ending“ mal die Saiten zupfen.
Trotzdem bleibt nach dem Hören der 14 Songs ein wenig Ernüchterung zurück. Natürlich sind August Burns Red eine Ausnahmeband, keine Frage. Alleine was an den Instrumenten geleistet wird ist vielen anderen Bands des Genres derart überlegen, dass man nur staunen kann. Allerdings fehlt nach fünf bisherigen Alben einfach die Abwechslung (ja, auch trotz der vielen Experimente). Jeder Song von „Found In Far Away Places“ hätte so auch auf dem Debütalbum der Band sein können. Eine Entwicklung des Sounds ist für mich nicht wirklich zu erkennen.

Aber der Erfolg gibt der Band Recht in ihrem Tun: Das Album stieg in den USA auf Platz #9 der Charts ein, in Deutschland auf #56. Bei aller Kritik: „Found In Far Away Places“ ist ein echter Brecher und vom ersten bis zum letzten Song durchweg gelungen. Die Produktion der Platte ist ebenfalls über jeden Zweifel erhaben und gibt den mächtigen, aber trotzdem fragilen Sound der Band hervorragend wieder.

Autor Jannik Holdt
Wohnort Mönchengladbach
Beruf Student
Dabei seit 2008
Deine Aufgabe bei Stageload Fotos, Präsentationen, Gewinnspiele
Top-Alben Have Heart - The Things We Carry / The Chariot - Long Live / Rise Against - Siren Song Of The Counter Culture / Another Breath - Mill City
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