AYS – Suburban Haze

Wenn man in den letzten Jahren über deutschen Hardcore gesprochen hat, dann kam man an Against Your Society (AYS) nicht vorbei. Spätestens seit der im vergangenen Jahr über die Bühnen Europas gegangenen Tour mit den Genregrößen Trapped Under Ice sind die Wegberger eine feste Größe auf dem gesamten Kontinent.
Nach ihrem zweiten, vor gut drei Jahren erschienenen Album „Eroded By The Breeze“ legen AYS nun mit „Suburban Haze“ eine neue, 5 Song starke 7“ vor, die die Position der Band womöglich noch manifestieren wird.

Während Sänger Florian Schommer sich mit seinen Artworks immer weiter und weiter entwickelt hat (auch das von „Suburban Haze“ stammt wie auch schon die der vorherigen Veröffentlichungen aus seiner Feder), wirken AYS musikalisch puristischer denn je.
Schon der Opener und Titeltrack „Suburban Haze“ wirkt gradliniger und längst nicht so düster und atmosphärisch wie es beispielsweise die Titel auf „Eroded By The Breeze“ waren, auch wenn es lyrisch gewohnt aggressiv und schwarzmalerisch zur Sache geht. Da werden einem dann schon mal Phrasen wie „Package full of lies“, „Got no mercy for the human race“ oder „Shit mentality“ um die Ohren geworfen.
Tun sich zu Anfang von „Suburban Haze“ mit dem gerade schon erwähnten Titeltrack noch einige Parallelen zu den vorherigen Veröffentlichung auf, so drehen AYS ab dem zweiten Song „Ambitions“ die Schraube der Zeit noch ein wenig mehr zurück und verändern hörbar ihren Stil. Nicht nur, dass jetzt mehr gesungen als geschrieen wird, sondern auch musikalisch erinnern Songs wie „Orphans“ oder das abschließende „Blind Faith“ mit seinem 90‘s-typischen Intro und Moshpart an Bands wie Madball oder auch die Cro-Mags. Das sorgt im direkten Vergleich mit den vorherigen Veröffentlichungen für ein gewaltiges Aufhorchen beim Hörer. Dennoch büßt der Sound der Band in den knapp 12 Minuten Spielzeit keineswegs an Authentizität oder Aggressivität ein.

AYS haben sich so mit „Suburban Haze“ nicht weiterentwickelt, sondern eher einen Schritt zurück gewagt. Die Redewendung „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ findet hier in voller Gänze Anwendung. „Suburban Haze“ ist längst nicht so düster, lyrisch verstörend und progressiv wie „Eroded By The Breeze“, dafür aber rau und unbändig. Die Band geht damit vielleicht ein kleines Wagnis ein, aber da „Suburban Haze“ qualitativ gewohnt Maßstäbe setzt, können AYS in diesem Fall nur gewinnen.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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