Bad Religion – Age Of Unreason

Musikrichtung Punkrock
Redaktion
Lesermeinung
8

Im Jahr 1980, als der Punkrock und die Punkbewegung gerade in voller Blüte stand und sich auch junge Menschen in anderern Nationen als Großritannien trauten, sich in Bands zusammen zu schließen, genau da begann auch der unaufhaltsame Weg einer Kombo aus Los Angeles. Greg Graffin, Brett Gurewitz, Jay Bentley und Jay Ziskrout, so hießen die Gründer einer der wohl einflussreichsten Bands des Genres: Bad Religion.

Nach fast 40 Jahren ist der Kern der Truppe immernoch der gleiche. Nur am Schlagzeug gab es immer wieder Wechsel, heute ist hier Jamie Miller am Ruder und an den Gitarren werden die Herren von Mike Dimkich und Brian Baker verstärkt. Zwischen dem Debüt aus 1982 („How Could Hell Be Any Worse?“) und dem neusten Werk “Age Of Unreason” liegen nicht nur 37 Jahre, sondern auch stolze 15 Studioalben und unzählige andere Veröffentlichungen.

Aber Bad Religion klingen auch 2019 nicht nach alten Männern. An ihrer Frische haben sie wahrlich nichts eingebüßt und sie bleiben ihrer Masche treu, auch wenn sich im Groben die Art ihrer Tonträger immer wieder etwas gewandelt hat. Klang doch der Vorgänger „True North“ eher nach den Zeiten von „Suffer“, so hat „Age Of Unreason“ wieder etwas von der Zeit der Mittneunziger, also eher so in Richtung „The Gray Race“. Aber wahrscheinlich ist genau dies der Grund, warum Bad Religion immer relevant geblieben sind.

„Chaos From Within“, ein schneller, recht klassischer Song eröffnet die interessante Reise durch„Age Of Unreason“. Vom flotten „My Sanity“ gefolgt, wird der Charakter des Albums relativ schnell klar. Etwas nachdenklich, der aktuellen Weltlage entsprechend, spricht dieser Song indirekt Trump und Konsorten an.

„When you swore to be true, our bed was belief. But alternative facts, snuck in like a thief. There comes a time, to release the cord of self and with confidence declare your state of perfect mental health.“

Es gab und gibt eben immer auch viel Interpretationsspielraum in den Texten der politischen Bands, wie auch Bad Religion eine sind. Musikalisch geben sich flotte und Midtempo-Songs die Klinke in die Hand, ganz so, wie man es von Bad Religion kennt. „Since Now“ bereitet dann das Grande Finale vor, das in Form des mit 3:09 Minuten längsten Songs namens „What Tomorrow Brings“ nochmal richtig schnell und eingängig daher kommt – so klingt ein würdiger Abschluss eines gelungenen Albums.

Die Markenzeichen der Band aus LA sind seit je her sozialkritische Texte, schnelle melodische Rhythmen und ein Haufen „Aaaaahs“ und „Oooohs“, die dem Ganzen eine Menge Fülle geben. Fleißige Chöre und die unverkennbare Stimme von Herrn Graffin lassen Bad Religion einsam und unerreicht ihre Kreise ziehen. Den Mainstreamerfolg von  The Offspring, Green Day oder Blink 182 haben sie zwar nie ganz erreicht, aber der Einfluss den Greg Graffin, Bett Gurewitz und Co auf die Szene hatten, ist dafür wohl wesentlich größer. Es gibt nicht viele Bands, die sich in einem Atemzug mit Bad Religion nennen dürfen. Und das zeigt auch „Age Of Unreason“ wieder eindrucksvoll.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, Berichte
Top-Alben Pascow - Diene der Party, H2O - Nothing to prove, Muff Potter - Bordsteinkantengeschichten, NOFX - Punk in drublic, Wizo - Uuaarrgh!
Die besten Konzerterlebnisse PunkRockHoliday, Groezrock, Free & Easy

Hinterlasse einen Kommentar