Basement – Further Sky

Album Further Sky
Band Basement
Musikrichtung Alternative, Emo
Redaktion
Lesermeinung
5

Ach, was war das für eine Überraschung als Basement im Januar ankündigten, wieder zurückzukehren auf die Bühnen. Und was war es erst für eine noch größere Überraschung, als Anfang Juni mit „Further Sky“ eine neue EP angekündigt wurde. Niemand, wirklich niemand hätte damit gerechnet. Basement sind erst mit „colourmeinkindness“, kurz bevor sie sich im Dezember 2012 mit ein paar letzten Shows aufgelöst haben, wirklich zu einem Phänomen geworden, zu einer der vielleicht besten Bands der letzten Jahre. Umso größer die Trauer, als sie dann Geschichte waren. Aber wie heißt es so schön: Man sieht sich immer zweimal im Leben und vielleicht gerade dann, wenn man es am wenigsten erwartet.

Was sich hinter dem unscheinbaren Cover von „Further Sky“ verbirgt sind drei Songs, aufgenommen in den legendären Livingston Recording Studios im Norden Londons, wo bereits Placebo, The Jesus and Mary Chain und Björk ihre vielleicht größten Hits eingespielt haben. Vielleicht ist es auch bei Basement jetzt soweit, vielleicht stehen auch Alex, Andrew, Duncan, James und Ronan nun davor, ihre vielleicht besten Songs aufgenommen zu haben. „Summer’s Colour“ jedenfalls könnte so einer sein. Treibend, melodisch, emotional und ehrlich. Just trying to be honest, das wollten Basement immer sein und so ist „Summer’s Colour“ vielleicht eine der ehrlichsten und schönsten Liebeserklärungen der letzten Jahre: „I’m lost in you, I’m lost without you / Princess in a white dress, queen in a dream“.
Ganz anders „Jet“: Treibend nach vorne gespielt, rau und ungeschliffen. Ein bisschen mehr vom colourmeinkindness-Grunge, ein bisschen weniger Pop als bei „Summer’s Colour“. Vielleicht hier und da ein bisschen ungewohnt, ein bisschen experimenteller. Aber bereits der Schritt vom poppigen Emo eines „I Wish I Could Stay Here“ zum grungigen Alternative-Rock auf „Colourmeinkindness“ war ein Experiment, welches mehr als gelungen ist. Bei „Jet“ gehen Basement dann vielleicht noch einen Schritt weiter, aber auch das kann sich mehr als hören lassen. Es sind und bleiben eben Basement.
Am Ende gibt es dann ein Cover von keinen Geringeren als Suede zu hören, den Wegbereitern des Britpop. „Animal Nitrate“ ist in der Version von Basement längst nicht so zerbrechlich wie im Original, hat aber nichts von seiner Emotionalität eingebüßt und versprüht den unwiderstehlich melancholischen Charme der frühen 90er Jahre und spiegelt das Unbehagen in den Herzen und Köpfen der damaligen Jungend wieder, welches vielleicht auch heute aktueller denn je ist: „So in your broken home he broke all of your bones“.

Basement sind zurück und liefern mit „Further Sky“ eine abwechslungsreiche EP ab, die alle Facetten der Band in ihrem besten Licht zeigt. Ob nun melodisch-poppig in „Summer’s Colour“, ungebeugt grungig in „Jet“ oder einfach typisch melancholisch-britisch mit dem Cover von Suedes „Animal Nitrate“. Das überraschendste, aber zugleich auch beste Comeback des Jahres.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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