Betontod – Revolution

Album Revolution
Band Betontod
Musikrichtung Punk, Punk
Redaktion
Lesermeinung
2

Wenn sich eine Punkband im Laufe der Zeit immer mehr dem Kommerz annähert und sich obendrein textlich fleißig in Richtung Grauzone manövriert, ist es spannend zu hören, wie sich das Ganze entwickelt. Betontod aus Rheinberg sind schon lange aktiv. Als 1999 mit „Hier kommt Ärger“ der erste Longplayer erschien, bekam man noch richtig guten, aggressiven Punk zuhören. Nun, knapp 27 Jahre nach Gründung der Band, erscheint mit „Revolution“ das mittlerweile achte Album – und als Punk, so viel ist sicher, kann man das nicht mehr bezeichnen. Vielleicht noch als punkig angehauchten Deutschrock ohne großartigen Inhalt.

Die zwölf Songs auf „Revolution“ plätschern förmlich dahin. Man weiß nicht recht, ob das rockt und was daran eine „Revolution“ sein soll. Denn revolutioniert haben sich Betontod auf diesem Album sicher nicht. Wie schon auf den letzten Alben „Traum von Freiheit“ (2015) und „Entschuldigung für Nichts“ (2012) ist die Musik der fünf inzwischen in die Jahre gekommenen Herren eher Deutschrock denn Punk – mit leichten Metal–Ansätzen verziert und textlich eher uninspiriert. Das gesamte Album wirkt so, als wolle man das Wacken- oer Rockharz-Publikum unbedingt zum Singen animieren. Und genau da gehört „Revolution“ scheinbar auch hin: Ein Album für Festivals, für mit Bier abgefülltes Publikum und nicht mehr für die kleinen punkigen Hallen und Clubs der Republik.

Neben „Welt in Flammen“ und „Küss mich“ haben es so keine wirklichen Hits auf das Album geschafft. Konnte man auf „Hier kommt Ärger“ oder „Stoppt uns wenn Ihr könnt“ noch alle Songs bedingungslos feiern, sind die fetten Jahre bei Betontod schon seit gut einem Jahrzehnt gezählt. „Welt in Flammen“ ist einer der wenigen Songs, die um eine Aussage bemüht sind. Er behandelt Krieg und Armut und die dadurch hervorgerufene Flüchtlingskrise und kommt musikalisch ausnahmsweise mal düster und hart daher. „Küss mich“ dagegen ist ein Liebeslied an die Vergangenheit. Freunde, Liebe und vergangene Tage. Zwar klassisch-biederes Material, aber immerhin in einen durchweg guten Song gepackt.

Eine musikalische Neuausrichtung und oder gar eine „Revolution“ ist dieses Album also definitiv nicht. Dennoch wird die Platte sicher gut bei allen ankommen, die sich seit „Antirockstars“ mit den neuen Betontod abgefunden haben. Wer aber von den Herren Punk hören will, sollte lieber die Zeit zurückdrehen.

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