Better Off – Milk

Album Milk
Band Better Off
Musikrichtung Emo
Redaktion
Lesermeinung
5

Das Appetit machende Artwork ist schon Grund genug, sich an „Milk“ festzubeissen. Umso besser, dass der Inhalt auch hält, was die Verpackung verspricht. Better Off haben mit ihrem zweiten Album ein bittersüß-vollmundiges Emobutter-Sandwich gestapelt.

Der volle Geschmack entfaltet sich allerdings nicht sofort. Wenn man sich schnell durch „Milk“ durchbeisst, bleibt der Abgang etwas schal – den 13 Songs scheint ein wenig Würze zu fehlen. Einerseits ist das der Produktion geschuldet, die dem Genre entsprechend zu glattpoliert ausfällt. Ein rauerer Sound hätte schnelleren, rockigen Nummern wie dem „Interlude“ oder „Mary in Chains“ gut getan.

Richtig stark wird „Milk“ ohnehin erst ab der Hälfte. Die ersten paar Songs sind grundsolider, eingängiger Emo-Punk, insgesamt aber ein bisschen zu soft und etwas zu harmlos. Im emotionalen Finale von „Dresser Drawer“ oder dem Refrain von „You’re Alright“ blitzen aber bereits die Qualitäten des Quartetts aus Nashville durch. Das besagte Interlude und die Vorab-Single „Whatever, I dont care“ leiten dann den Übergang zur kantigeren Seite von Better Off ein. In Songs wie „Bella Disorder“ oder dem sich langsam aufbauenden „A Lesson In Loving“ bleiben die eingängigen Melodien, aber die Klänge werden düsterer. Auch stellt Luke Granered erst im zweiten Teil von „Milk“ die volle Bandbreite seines Gesangs unter Beweis und variiert zwischen vollmundigem, eher hohem und kehligem, zurückhaltendem Gesang. Dieses stimmliche Wechselspiel erinnert stellenweise an die Dynamik der frühen Brand New.

Better Off kombinieren auf ihrem Zweitling souveräne Gitarrenarbeit und ein Gespür für emotionale, eingängige Melodien. Damit empfehlen sie sich neben Genre-Größen wie Mayday Parade. Insgesamt würde das Album noch etwas mehr Schärfe vetragen. Für einen fiesen nährstoffarmen Erdnussbutter-Weißbrotstapel allerdings hält „Milk“ erstaunlich lange satt.

Autor Enno Küker
Wohnort Tübingen
Beruf Student
Dabei seit Mitte 2011
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben ...kommen und gehen. Immer gut: Bahamas - Pink Strat // Brand New - The Devil and God are Raging Inside Me // Bruce Springsteen - The River // The Chariot - One Wing // Cigarettes After Sex - s/t // Emery - I'm Only A Man // Every Time I Die - New Junk Aesthetic // Godspeed You! Black Emperor - Allelujah! Don't Bend, Ascend // La Dispute - Wildlife // Taking Back Sunday - Tell All Your Friends
Die besten Konzerterlebnisse Bier in der Hand, Gänse auf der Haut

Hinterlasse einen Kommentar