Black Peaks – All That Divides

Label Rise Records
Musikrichtung Progressive Rock
Redaktion
Lesermeinung
8

Vom äußersten Rand des Vereinten Königreichs machen sich Black Peaks auf die Reise, die Welt des Alternative mit frischen Impulsen zu versorgen. Ihr Album „All That Divides“ wirkt dabei so belebend wie die Wellen, die an das Ufer von Brighton, der Heimat der Band, schlagen.

„All That Divides“ startet so ruhig, wie ein See im Herbststurm liegt. Beinahe hektisch wirkt der Opener „Can‘t Sleep“ und befeuert damit die rastlose Grundstimmung, die dieses Werk durchzieht, ja, beinahe durchsetzt. Zufall? Eher nicht! Denn schnell ist klar, dass bei Black Peaks nichts einfach zufällig geschieht. Hier hat jedes Riff seine Zeit, jedes Schlagzeug-Fill seine Berechtigung, jedes Wort Gewicht. Ob gesungen oder geschrien.

Irgendwo zwischen den sphärischen Songs von Incubus und der Hardcore-Raserei von Letlive hat das Quartett aus Brighton eine Nische besetzt und strebt danach, die Grenzen zu überschreiten, um neuen Nährboden zu finden. Schwer dürfte ihm das nicht fallen, so selbstverständlich wie sie beispielsweise Black-Metal-Screams in ihre Musik mischen („Home“), und es dabei aussehen lassen, als wäre das alles normal. Die Bands, die sich in diesem Teich des Alternative tummeln, sind nicht gerade zahlreich – und sollten in nächster Zeit doch noch mehr Musiker sich hier ein Plätzchen suchen, müssen sie erstmal gegen den Glanz ankommen, den dieser Fisch auf den Schuppen trägt.

Denn es ist besonders, was Black Peaks hier abliefern, wenn auch stellenweise schwere Kost dabei ist. Wie sie Klavierklänge („Across The Great Divide“) oder auch ein halbes Orchester („Aether“) auffahren und ihre Musik in schwindelerregende Höhen treiben ist dennoch inspirierend. Wie sie in jeden Song diese Melancholie pflanzen, ohne dabei peinlich zu wirken. Es ist ihnen ernst – und genau so klingt „All That Divides“. Und auch bei der Wahl des Produzenten wollten die Jungs wohl nichts dem Zufall überlassen, denn an den Reglern betreute die Aufnahmen Adrian Bushby, der für seine Arbeiten mit Muse und den Foo Fighters bereits mit zwei Grammys ausgezeichnet wurde. Viel schief laufen sollte also nicht – und ist es auch nicht. Der Sound auf „All That Divides“ ist druckvoll und akzentuiert, je nachdem, welche Stimmung er im Moment befeuern soll.

Und sie treiben sich auch in guter Gesellschaft herum: Die Liste der Bands, für die Black Peaks schon Shows eröffneten, liest sich wie ein Who-Is-Who der Alternative-Szene, auch wenn nicht mehr alle Bands aktiv sind: Deftones, System Of A Down, The Dillinger Escape Plan, Prophets Of Rage und Mastodon gehören zu dem illustren Kreis in den vorzustoßen, sicher auch Black Peaks nichts dagegen hätten.

Black Peaks gehen den nächsten großen Schritt. Mit „All That Divides“ setzen sie einen tonnenschweren Wegweiser für sich selbst. Ob sie ihre Reise strikt danach ausrichten bleibt spannend. Man sollte auf jeden Fall ein Stück des Weges mitgehen.

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
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