Blacklist Royals – Semper Liberi

Blacklist Royals - Semper Liberi

Blacklist Royals – Semper Liberi

Was sich im Volksmund so „Folk-Punk“ schimpft ist wieder schwer im Kommen, was nicht zuletzt und vor allem am gewaltigen Zugpferd namens THE GASLIGHT ANTHEM rund um Ausnahmemusiker Brian Fallon liegt. Diese haben bekanntlich ja erst vor kurzem mit „American Slang“ die Rundfunkanstalten infiltriert. Hat man nun einen solchen Genre-Spitzenreiter, bleibt es nicht aus, dass sich jede andere Band mit eben diesen messen muss und verglichen wird – so auch THE BLACKLIST ROYALS aus Nashville, Tennesee.


Nun, um den Vergleich schon mal vorne weg zu nehmen: THE BLACKLIST ROYALS sind größtenteils etwas rotziger, textlich weniger melancholisch angesiedelt und gesellen sich eher zu AGAINST ME!, THE BRIGGS oder bedingt auch den DROPKICK MURPHYS.
„Semper Liberi“ ist das Debut der fünf Jungs aus dem Westen der USA und erscheint hierzulande über Gunner Records, die auch schon FRANK TURNER oder eben GASLIGHT ANTHEM vertrieben haben. Dreizehn Songs (elf + zwei Special-Tracks) gibt es zu hören, die sich gut eignen um bei Sonnenschein mit offenem Fenster den Highway entlangzufahren, was nicht nur das klischeebehaftete, aber stimmungsvolle Cover darstellt. So bekommt man glatten Punkrock mit einer Briese Rock N Roll zu hören, untermalt von der etwas rauchigen Stimme des Sängers Nat Rufus. Mich weiß das ganze aber irgendwie nicht zu überzeugen. Klar, man kann sich die Platte absolut anhören, aber es fehlen mir die besonderen Momente, die Songs die herausstechen und generell die Abwechslung. Zwar tauchen ab und zu mal eine Mundharmonika und andere ergänzende Instrumente auf – trotzdem klingt jeder Song wie schon hundert Mal gehört und wahrscheinlich auch schon als besser befunden. Der letzte Song „Church Bells Are Ringing“ sticht dann allerdings doch etwas heraus und klingt 1A nach GASLIGHT ANTHEM – mit einem etwas weniger begnadeten Sänger.
THE BLACKLIST ROYALS haben sich in Amerika den Ruf erspielt, eine der am härtesten arbeitenden Bands dieses Planeten zu sein und zeichnen sich durch eine große DIY-Attitude aus. Alleine deshalb haben sie es sich verdient, der Platte mal ein Ohr zu schenken. Fans aller oben angesprochenen Interpreten werden die Jungs durchaus gefallen, für jeden anderen ist das eine solide Platte mit durchschnittlichem Sommer-Spaß-Faktor, von einer Band die noch einiges an Potential besitzt – und der ich wünsche dass sie es mit den nächsten Releases ausschöpft.

Autor Sascha Schüler
Wohnort Magdeburg
Beruf Student
Dabei seit Juni 2010
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
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