Blank – Suspiria

Album Suspiria
Band Blank
Musikrichtung Hardcore, Punk
Redaktion
Lesermeinung
5

Weiß wie die reine Unschuld – so kommt das Design des aktuellen Albums „Suspiria“ daher. Unscheinbar wird so getan, als handele es sich um eine neue Indie- oder Ambient-Platte. Dabei narren Blank die unbedarften Hörer dahingehend, dass sie einem hier zum Jahresende ein sehr sehr schwarzes Brett um die Ohren hauen. „Don’t judge a book by it’s cover“ hat selten so gut gepasst.

Nach dem 2012er Opus „Calix“ haben sich Blank wieder in der Oldenburger Tonmeisterei eingeschlossen und ihrem Frust freien Lauf gelassen. Vier Brecheisen bei knapp 18 Minuten Laufzeit sind dort entstanden, und eines härter als das andere. Die Jungs aus Solingen und Köln setzen bei den Kreationen auf eine dichte Atmosphäre, Sprach-Samples und viel Dunkelheit. Obwohl wenige Genre-Bezeichnungen wirklich gut auf „Suspiria“ passen, schaffen Blank eine Mischung aus Hardcore, Doom und Metal-Anleihen, mit der sie zumindest etwas mehr aus dem unüberschaubaren Pool an Bands herausstechen. Manche mögen es „Blackened Crust“ nennen, andere sehen es vielleicht etwas differenzierter, da dieser Begriff momentan ohnehin inflationär gebraucht wird. Es sind vorwiegend die schnellen Crust-Parts, die einen beängstigenden Dampfwalzen-Druck erzeugen. Hier hat auch die Tonmeisterei saubere Arbeit geleistet, und den Sound im Vergleich zum Vorgänger drastisch verbessert.

Schön ist, dass die Band wieder einmal nicht ausschließlich englische Texte verwendet. Auch wenn manche Zeilen von „Licht uns Eisen“ etwas pathetisch erscheinen („Schwarze Trümmer fallen / atemlos ins Meer / der Stille“), die Besinnung auf die eigene Muttersprache ist durchaus progressiv. Der Tonus ist in allen Zeilen auf „Suspiria“ dabei nicht „bloß“ verzweifelt und wütend. Vielmehr wird vor allem in „Society Of Glass“ eine dunkle Zukunftsvision der Menschheit skizziert, die in Teilen längst Wirklichkeit geworden ist. Das macht die Songs noch eindringlicher und gewaltiger.

So hell die LP äußerlich auch wirken mag, umso dunkler ist das Innerste des Albums. Diese verflixte Sache mit Licht und Schatten mal wieder. „Suspiria“ macht alles richtig, wodurch Carsten, Christian, Daniel, Florian und Martin eine wirkliche Bereicherung für das Genre geschaffen haben.

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