Bury Tomorrow – Black Flame

Album Black Flame
Musikrichtung Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
5

In den letzten Jahren sind Bury Tomorrow endgültig dem Status eines Geheimtipps entwachsen. Bei der Diskografie der Briten ist das freilich kein Wunder, denn die hat sich schließlich stets durch hohe Qualität und einen markanten Sound ausgezeichnet. Trotzdem wirkt die Band noch immer ein wenig unterbewertet. Dies zu ändern ist längst überfällig und in dem Zusammenhang kommt der Umstand natürlich nicht ungelegen, dass es in diesem Jahr bisher noch kaum nennenswerte Metalcore-Platten gab. Bury Tomorrow haben also viel Raum zum Glänzen.

Mit „Black Flame“ erfinden sie sich nicht neu, sondern bündeln mehr als zehn Jahre Banderfahrung in ein mächtiges, vielseitiges Album, welches im Kern auf altbewährte Mittel setzt und dabei vollkommen unverbraucht klingt. So dürfen sich Fans über kraftvolle, mit stilvollen Melodien durchdrungene Strophen, authentische Refrains und sogar eine Handvoll Gitarrensolos freuen. Ganz groß kommen einmal mehr Shouter Daniel Winter-Bates und Gitarrist beziehungsweise Sänger David Cameron raus, die stimmlich zweifellos zu den Besten des Genres gehören.

Obwohl „Earthbound“ keineswegs ein schwaches Album war, mangelte es ihm an den ganz großen Momenten der drei Vorgänger. Was „Earthbound“ 2016 an Hits fehlte, macht „Black Flame“ nun locker wieder wett. Da wäre der großartige und hymnenhafte Titeltrack mit eindringlichen Hooks und wohlklingenden Melodien. Oder aber „Knife Of Gold“, das sich zunächst als massive Abrissbirne und grooviger Nackenbrecher präsentiert, nicht ohne ein wenig an Parkway Drives Ire zu erinnern. Glänzen kann auch „My Revenge“ als fantastisches Gesamtpaket, in dem viele der Stärken des Albums auf viereinhalb Minuten komprimiert sind. Auch zum Schluss präsentieren Bury Tomorrow einen heißen Kandidaten auf einen Platz in der Live-Setlist: „Peacekeeper“ besticht mit ausgeklügelten Riffs und intensiven Tempowechseln und sorgt nebenbei mit einem emotional ausklingelnden Ende für den idealen Schlusspunkt.

Mit „Black Flame“ haben Bury Tomorrow zum wiederholten Male kräftig abgeliefert und machen eines sonnenklar: An den Briten geht kein Weg vorbei! So ist das Album nicht nur ein Segen für Fans, sondern für alle, die sich nach althergebrachtem Metalcore in moderner Umsetzung sehnen – ohne Dubstep-Einlagen und Justin Bieber-Gedächtnis-Vocals.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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