Cancer Bats – The Spark That Moves

Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
0

Mit einem harmlosen Bild in einem sozialen Medium fing alles an. Die Cancer Bats posteten Anfang der Woche besagtes Bild mit einem Link zu Thesparkthatmoves.com – mit dem einfachen Wink: Things are happening. Einen Klick später konnte man ein vielversprechendes Video und einen Countdown bestaunen. Und jetzt ist auf einmal klar: The Spark That Moves ist kein Song, keine EP, nein, hier kommt gleich ein komplettes Album.

Dabei hatte die Band zuletzt erst ein paar Ten-years-of-hail-destroyer-Shows angekündigt. Jetzt hauen sie gleich noch ein neues Album raus. Keine Promo, keine Interviews, keine Single im Vorfeld. Schlicht: Hier habt ihr’s! Und genau so unverhofft, wie dieses Release kam, genau so schnell knockt einen „The Spark That Moves“ aus.

Seit „Searching For Zero“ scheint sich bei den Herren einiges an Energie angestaut zu haben. Und so bricht schon im breitbeinigen Opener „Gatekeeper“ eine Feuerwalze los, die mit einem Buschfeuer so viel gemein hat wie Vivaldi mit Hardcore. Hier brennt sofort der ganze Wald. Und der letzte Funke erlischt erst wieder im abschließenden „Winterpeg“. Aber in der Zwischenzeit wird gewütet, dass die Zähne klappern. Die Band aus Toronto ballert sich hier ohne Atempause durch elf Neulinge, die davon rasen, als hätten sie eine Überdosis Speed im Tank. Denn dieses Mal lassen die Cancer Bats die großen, behäbigen Stampfer im Studio. Was auf „The Spark That Moves“ gelandet ist, explodiert wie Dynamit – nur ohne Zündschnur.

Dazu präsentiert sich Sänger Liam Cormier in Höchstform und presst sein Reibeisenorgan durch die satt produzierten Nackenbrecher, als säße ihm der Leibhaftige im Nacken. Und er macht dabei wieder einmal klar, dass es seine Stimme ist, die den hohen Wiedererkennungswert dieser Combo ausmacht. Aber natürlich haben die Instrumentalisten hier auch erheblichen Anteil am Druck und vor allem dem Groove, den dieser Bastard aus Hardcore, Punk und Sludge auskotzt. Und natürlich bleibt noch genug Treibstoff im Tank, um sich mit „Fear Will Kill Us All“ nach Thrash-Metal-Manier mit Hardcore-Baller-Einschlag vor Ikonen wie Metallica oder Slayer zu verbeugen – zumindest den Songtitel hätten beide Bands auch auf einem ihrer eigenen Alben veröffentlichen können. Neu ist, dass die Cancer Bats dieses Mal weniger auf die düsteren Momente setzen, die sich durch die Vorgänger gezogen haben. Hier ähnelt alles mehr einem gleißenden Inferno, das einen packen wird, ob man will oder nicht.

Die Cancer Bats haben auf „The Spark That Moves“ richtig Spaß – und laden zum Brandschatzen der Asservatenkammer der nächstgelegenen Psychiatrie ein. Das wird eine lange Nacht. Und keiner weiß, wo sie nach diesem irren Ritt enden wird. Spätestens, wenn Liam Cormier in „Bed Of Nails“ trotzig „never gonna quit, never quit, never gonna quit, before I try to live forever“ vor sich hin schnoddert, weiß man, dass diese Jungs nicht mehr zu retten sind. Also hoch die Tassen und rein ins Chaos! Lebend kommen wir hier ohnehin nicht mehr raus.

Cancer Bats – The Spark That Moves Album Topics

Cancer Bats haben heute überraschend ihr neues Album "The Spark That Moves" veröffentlicht (http://bit.ly/sparkthatmoves). Sänger Liam erzählt uns exklusiv mehr über die Themen der Platte:

Posted by STAGELOAD on Friday, April 20, 2018

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
Top-Alben Joanna Newsom - Y's | Propagandhi - Today's Empires, Tomorow's Ashes | At The Drive-IN - Relationship of Command
Die besten Konzerterlebnisse Iggy Pop | ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead | NOFX | Escapado | Propagandhi

Hinterlasse einen Kommentar