Can’t Swim – Fail You Again

Band Can't Swim
Musikrichtung Alternative
Redaktion
Lesermeinung
6

Der Begriff „Alternative“ beschreibt quasi alles, was sich nicht so ganz einordnen lässt – sozusagen den Rest. Ungeliebt oder gar uninteressant ist dieser deswegen aber nicht, sondern vielmehr eine wahre Kreativfabrik. Wie eine ebensolche wirkt auch das neue Album von Can’t Swim, „Fail You Again“. Abwechslung wohin das Auge (und Ohr) reicht. Warum sich denn auch nur einem Stil verschreiben, wenn es doch so viele Elemente gibt, die die Musik zu etwas Schönem machen können?

Hat sich Opener „What’s Your Big Idea?“ dem etwas härteren Punkrock verschrieben, ist Nachfolger „We Won’t Sleep“ nichts Anderes als eine astreine Radio-Hymne der besten Sorte. Groß aufgezogen mit viel Ohrwurmpotenzial, von dem man so schnell nicht genug bekommen kann. „One Shot“ geht da sogar noch einen Schritt weiter und versucht sich am Stadionrock, „Friend“ vertritt auf „Fail You Again“ derweil den modernen Pop-Punk. Laut und imposant können Can’t Swim zweifellos – das von ihnen interpretierte Gegenteil klingt jedoch nicht weniger gut.

Gegensätzlich zu den meisten anderen Songs ist „Qutting“ „lediglich“ ruhiges Mitteltempo, schraubt sich zwar im letzten Drittel noch ein wenig nach oben, behält den zurückgenommenen Tenor aber durchweg bei. Eine wirkungsvolle Unterbrechung, die im darauffolgenden „Hey Amy“ erneut aufgegriffen wird und so den Übergang sehr fließend werden lässt. Nach 20 Sekunden ist dies aber auch schon wieder vorbei und „Hey Amy“ mutiert zu einem scheinbaren Zwitter aus „What’s Your Big Idea?“ und „Friend“.

Can’t Swim wollen sich von Anfang an auf „Fail You Again“ für keinen Grundsound entscheiden und ziehen diese Einstellung bis zum Ende konsequent durch. Ein Paradebeispiel für diese grandiose Sturheit findet sich auch in Songform wieder: „Stanger“. Ähnlich wie bei einem Springseil wird hier lustig hin- und hergesprungen – zwischen ruhig und laut, langsam und schnell. Die Stolpergefahr lauert währenddessen hinter jeder Ecke, doch Can’t Swim sind es, die letztlich als Gewinner von dannen ziehen. Eine Alternative-Band, die die Messlatte des Genres auf eine ganz neue Ebene katapultiert.

Autor Leonie Wiethaup
Wohnort Nähe Münster
Beruf PR-Assistenz
Dabei seit Februar 2015
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Top-Alben Apologies, I Have None - London; The Wonder Years - No Closer To Heaven; Cold Reading - Sojourner; Shoreline - You Used To Be A Safe Place; Twoonacouch - And I Left
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