Can’t Swim – This Too Won’t Pass

Band Can't Swim
Musikrichtung (Emo)Punk, Alternative
Redaktion
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Can‘t Swim liefern knapp eineinhalb Jahre nach ihrem Debütalbum „Fail You Again“ den Nachfolger „This Too Won‘t Pass“. Dass die zweite Platte immer unter einem schlechten Omen steht, ist nichts Neues und gerade eine so geringe Zeitspanne zwischen zwei Alben lässt einen aufhorchen. Inwieweit sich eine Band in so kurzer Zeit weiterentwickeln kann, um etwas Frisches aber auch qualitativ ebenso Hochwertiges wie das gefeierte erste Album abzuliefern, gilt es für die Jungs aus New Jersey zu beweisen.

In diesem Fall kann man die zweite Platte als Form von Manifestation verstehen. Während auf „Fail You Again“ noch die Suche nach dem individuellen Klang im Fokus stand, so sind Can’t Swim auf „This Too Won‘t Pass“ da angekommen, wo sie musikalisch stehen wollen: Punk-/Alternativerock in seiner Vielseitigkeit mit emotionalem Einschlag.

Eine thematische Weiterentwicklung sucht man freilich vergebens. Noch immer stehen die Untiefen der menschlichen Gefühlswelt im Fokus. Das verwundert auch nicht, wo doch die Band auf ihrer Website folgendes über sich sagt:

„Things aren’t going to get better. Not everything heals with time and problems don’t just go away. Problems haunt you, infect you, and in time +-become a part of who you are. You might find ways to distract yourself or try and forget but everytime you look in the mirror you’ll only see reminders of what you hate. Evil sourrounds us and in time, becomes a part of who we are. Let this band be a reminder of that.“

Nun stellt sich die Frage was eine emotionsgetriebene Punk-/Alternativerockband denn besonders macht. So wirklich neu wird das Rad auf „This Too Won‘t Pass“ nämlich nicht erfunden, doch es gelingt den Amerikanern eine Konsistenz beim Hören herzustellen. Nichts klingt fehl am Platz oder nach einem gewagten Experiment um neue Grenzen auszuloten. Es ist vielmehr ein gelungener Mix ohne klare Genregrenzen, der sich von Pop-Punk bis zu Post-Hardcore erstreckt. Hierbei wird aber kein Genre so voll und ganz gespielt. Entweder wird es kurz vor der astreinen Pop-Punknummer zu disharmonisch oder der treibende Post-Hardcore-Part wird radikal entschleunigt und durch Singalong-ähnliche Passagen unterbrochen. Wobei die zweite Hälfte des Albums doch etwas mehr Fahrt aufnimmt und sich mitreißender präsentiert.

Can‘t Swim profitieren von dem Wegfall einiger Emo-Bands der letzten Jahre und schaffen es ein heißer Anwärter darauf zu sein, diese Lücken zu schließen. Den Amerikanern gelingt jedenfalls ein durchdachtes und spannendes zweites Album, das es schafft Herz und Seele zu berühren.

Autor Hero Perduns
Wohnort Osnabrück
Beruf Student
Dabei seit Oktober 2015
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Top-Alben Morrissey - Viva Hate, The Libertines - Up The Bracket, Joy Division - Unknown Pleasures, Muff Potter - Bordsteinkantengeschichten, Adolar - Zu Den Takten Des Programms, Verse - From Anger And Rage, Have Heart - The Things We Carry
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